Vorgeschichte

Notbremse

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Eines Tages war es soweit: ich hielt es nicht mehr aus in der falschen Zeit zu leben.

    Voller Hoffung hatte ich noch im Sommer 2018 an einer EU-Umfrage zur Sommerzeit teilgenommen.
Hier ging es um die Abschaffung der Mitteleuropäischen Sommerzeitverordnung.
Ich dachte natürlich: wenn diese Verordnung endlich nach fast 40 Jahren abgeschafft würde, dann wird der vorherige Zustand wieder hergestellt: die Normalzeit,- manche nennen sie auch Winterzeit oder Standardzeit.

Im September 2018 kündigte dann Jean-Claude Juncker an, daß die Mitteleuropäische Sommerzeitverordnung auf Grundlage der großen Ablehnung in der EU-Befragung wohl hohe Chancen hat abgeschafft zu werden.
Er sehe es kommen, daß viele benachbarte Nationen sich dann auf eine nationale ewige Sommerzeit einigen könnten.

Wie bitte: ich stimme gegen die Sommerzeitverordnung, damit  dann dauerhaft die Sommerzeit eingeführt wird??

Ein dauerhaftes Leben mit einer falschen Uhrzeit in Bezug auf meinen Biorhythmus ist für mich unmöglich.
Schon seit über 10 Jahren spüre ich deutlich, daß mir die 7 Monate Zeitverschiebung körperlich und seelisch nicht gut bekommen.
Schon ab Mitte August, wenn die Tage wieder deutlich kürzer werden, werde ich immer unruhiger, innerlich gestresster und regte mich schneller auf.
Und die ganzen 7 Monate über bin ich morgens bereits irgendwie latent bedrückt, so daß ich mich schon fragte, ob ich depressiv werde.
Aber im Winter geht es mir ja immer prima!blue-2090889 by elegantflyers on pixabay.com Lizenz: CC0 Auch die merkwürdige Anwandlung mich Mitten im August plötzlich auf die schöne Winterzeit zu freuen, hat mich stutzig gemacht.

  Daraufhin beschäftigte ich mich ausführlich mit Chronobiologie und den Folgen der sogenannten Sommerzeit auf den Menschen.
Dabei stiess ich auch auf Artikel über die Einführung der dauerhaften Sommerzeit in Russland 2011 und ihre dauerhafte Abschaffung 2014.
Die russische Bevölkerung hielt es insbesondere im Winter nicht mehr mit der verfrühten Zeit aus.
Es gab insgesamt schon im ersten Jahr der „ewigen Sommerzeit“ eine deutliche Steigerung der Selbstmordraten sowie der Depressionen und für viele zunächst unerklärlich: die Geburtenrate ging zurück.
Nach Wiedereinführung der Normalzeit, oder auch: „ewige Winterzeit“, gingen die Zahlen zurück auf das Niveau vor der dauerhaften Umstellung.
Chronobiologen und andere Wissenschaftler, auch z.T. Ärzte warnen vor den Folgen, wenn die Uhrzeit länger oder dauerhaft um eine Stunde vorgestellt wird.
Nicht nur das Drehen an der Uhr ist schädlich, sondern das Leben mit einer veränderten Zeit um eine Stunde nach vorne.
Denn die Sonne bleibt da wo sie ist.
Sie geht nicht früher auf oder unter.chaos-3098693 by geralt on pixabay.com Lizenz: CC0 Unser Biorhythmus richtet sich auschliesslich nach der Helligkeit der Sonne.
Er richtet sich nicht nach Uhren.
Er passt sich auch nicht an die „Sommerzeit“ an.
Auch nicht an „ewige Sommerzeit“.
In der Forschung hat sich inzwischen heraus gestellt, daß chronische Krankheiten mit der Zeit-vor-Verschiebung zu tun haben, zum Beispiel das erhöhte Auftreten von Diabetes Mellitus Typ 2 .
Der Körper steht unter dauerhaften Streß, wenn er quasi neben der Spur lebt, nämlich nicht mit der Sonne.
Erschöpfungszustände, häufige oder hartnäckige Infekte mitten im Sommer, unerklärliche Traurigkeit oder Frustration können die Folge sein, wenn wir unter solchem Streß stehen.
Bei mir führte es dazu, daß ich mich immer mehr zurück zog von meinen Freunden, weil ich oft viel zu müde war für gemeinsame Treffen.
Statt schön am lauen Sommerabend zusammen zu sitzen, zog es mich ins Bett…
Seit über 10 Jahren sehne ich ab Mitte August die Zeitumstellung herbei und halte spätestens im Oktober nur noch irgendwie durch.
Wenn ich krank werde, dann garantiert im April und im Oktober!
Und nun will man diesen Zustand dauerhaft einführen – oder plant es zumindest schon mal laut?
Ehrlich gesagt war ich geschockt.
Mit so einer Verrücktheit hatte ich nicht gerechnet.
Doch ich erkenne: genau damit ist höchstwahrscheinlich zu rechnen, es passt in diese verrückten Zeiten, in den wir gerade leben.
Zeiten, in denen Lust und Laune neuerdings wichtiger sind als wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten.

Zu meinem Glück hatte ich von dem Arzt Hubertus Hilgers im Internet gelesen.
Er lebt seit seit Einführung der MESZ im Jahr 1980  einfach in der Normalzeit weiter.
Seit seinem 17.Lebensjahr.
Er hat gute Tipps parat, wie er mit 2 Zeiten leben kann.
So macht er beispielsweise in der „Sommerzeit“ um 8:00 Uhr seine Arztpraxis auf, in der Normalzeit um 9:00 Uhr.
Berufstätige mit Gleitzeit könnten ihre Arbeitszeiten ebenso gestalten, wenn sie der „Sommerzeit“ entgehen wollen.
Diese und weitere Tipps las ich mir durch und kam wirklich ins Grübeln, ob das nicht auch ein Weg für mich sein könnte.

Ich hatte Sorge, daß dieser radikale Schritt ähnlich schwer ist wie z.B. Rauchen abgewöhnen.
Und wer will schon völlig gegen den Strom schwimmen?
Man macht doch meist das, was Alle um einen herum tun.
Jetzt einfach damit brechen und für mein Leben die „ewige“ Normalzeit einführen?
Geht das?clock-64265 by Alexas_Fotos on pixabay.com Lizenz: CC0

Also startete ich mein ganz privates Normalzeit-Experiment mitten in der mitteleuropäischen Sommerzeit.
Was ich dabei erlebe, halte ich hier im Blog fest.

Über Kommentare oder interessante Infomationen zu Thema freue ich mich.
Kommentare werden moderiert.
Es gilt die Netiquette und Anstand.


Für weitere Informationen:
EU-Umfrage zur Sommerzeit
Mitteleuropäischen Sommerzeitverordnung
Chronobiologie
Sommerzeit in Russland 2011 und ihre dauerhafte Abschaffung 2014
Ärzte warnen vor den Folgen der Sommerzeit
Chronische Erkrankungen durch Sommerzeit
Aus dem Takt gebracht durch Sommerzeit
Arzt Hubertus Hilgers


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10 Gedanken zu „Vorgeschichte“

    1. Hallo Sandy,
      für mich wäre das auch eine Voll-Katastrophe.
      Und es wäre dann eine verantwortungslose, politische Entscheidung, die die Gesundheit vieler Menschen ohne jede Notwendigkeit auf’s Spiel setzt.
      Drücken wir die Daumen, daß die Vernunft und die Fainess gegenüber Betroffenen wie uns siegt!

      Grüße von Anja

  1. Super – ich dachte, nur ich hatte solche Gedanken, als Juncker das verkündet hat.
    Unsere Politiker haben sich auch gleich wichtig gemacht – jaja, bleiben wir bei Sommerzeit (dabei hatten nur unter 3% aus .at abgestimmt!!! Was für eine Rechtfertigung soll denn das sein??)

    Ich erinnere mich noch gut daran, als es eine 6 zu 6 Regelung gab und jedes Jahr ab Mitte September schalte ich auch schon intern auf Normalzeit, weil mir diese Pein vom Oktober einfach zuwider ist. (Nur leider habe ich keine Gleitzeit und somit auch nicht das Privileg, für mich dauerhaft Normalzeit zu leben.) Zusätzlich bin ich eine Eule vom Biorhythmus her – also ein Greul ; ))

    Ich wäre ja ganz frecht für eine Lösung andersrum (wobei ich kein Freund der Sommerzeit bin, weil s.o) – Sommerzeit NUR von Mai bis Ende September. Wer sagt denn, daß man 7 zu 5 nicht auch mal umdrehen kann ; )))

    1. Hallo Sid,

      danke für Deinen Kommentar.
      Ja, man fühlte sich anfangs etwas einsam mit seiner Empörung über den Umgang mit den Meinungsumfrage-Ergebnissen.
      Zum Glück gibt es inzwischen immer mehr Menschen, die sich kritisch zu Wort melden.

      Ich kenne noch die dauerhafte Normalzeit aus den Jahren vor 1980.
      Niemand, von den Leuten die ich kannte, wäre damals ernstlich auf sowas verrücktes gekommen, in der osteuropäischen Zeit leben zu wollen ohne seinen mitteleuropäischen Ort zu verlassen.
      Auch nicht phasenweise.
      Doch nun haben fast 40 Jahre mit diesem Konstrukt viele nachwachsende Generationen geprägt.
      Sie kennen es nicht anders.
      Die 6:6-Regelung kenne ich auch noch.
      Und Deine Idee, finde ich, ist ein innovativer Beitrag dazu.

      Bevor es hier in Deutschland zu einer dauerhaften Uhrzeit-Verschiebung in Richtung Osteuropa kommt, bevorzuge ich tatsächlich die Zeitumstellerei, dann habe ich als Dauer-Normalzeitlebender wenigstens für eine Phase lang den Gleichtakt mit der sozialen Zeit (was für mich gerade in Bezug auf Laden-Öffnungszeiten von Einzelhändlern sehr hilfreich ist).

      Eine vollkommene Abschaffung des Sommerzeit-Konstruktes und die Einführung der Normalzeit MEZ (GMT+1) als dauerhafte Uhr-Zeit wäre jedoch mein Favorit, allein schon aus den gesundheitlichen Aspekten, die ich selbst erlebe.

      Grüße von Anja

  2. Ich habe interessiert gelesen, warum eine dauerhafte Zeitumstellung ein Problem sein soll bis zu diesem Punkt:
    “ Er richtet sich nicht nach Uhren.“ – also der Biorythmus. Damit ist doch schonmal gleich egal, was die Uhr schlaegt, so lange es nicht staendig geaendert wird (oder noch viel oefter – mehr weiter unten).
    Die ganzen Probleme sind doch dann nicht, was fuer eine Uhrzeit die Uhr sagt und wie auch immer sie umgestellt wird, sondern schlichtweg die modernen Arbeitszeitmodelle, die einen in einen ungewoehnlichen Rythmus bringen.
    Wer jedoch in einem unflexiblen Modell gefangen ist und sagen wir um 7 Uhr normal aufsteht, wuerde bei dauerhafter Normalzeit gleich mal 3 Stunden vom Tag verschlafen, da kurz nach 4 bereits die Sonne aufgeht und je nachdem wo man sich in unserer Zeitzone befindet nochmal ein Stueck frueher. Aus Sicht des helligkeitsabhaengigen Biorythmuses macht dann sogar eine Zeitumstellung Sinn und geht eigentlich sogar nicht weit genug. Man sollte die Umstellungen noch viel weiter stueckeln,um eben wirklich sehr synchron zum Sonnenaufgang seinem natuerlichen Biorythmus nachgehen zu koennen.
    Sich selber aber in eine fixe Zeit zu pressen, wider der Umstellung ist doch dann eigentlich das unnatuerliche.

    1. Hallo Hannes,
      danke für Deinen Kommentar.
      Im Grunde hast Du konsequente Schlüsse gezogen, denen ich natürlich zustimme – sofern ich sie richtig verstehe.
      Tatsächlich war es früher auch so, als die mehrheitliche Bevölkerung noch recht ländlich lebte und mit der Sonne aufstand und zu Bett ging.
      Ganz besonders bis das industrielle Zeitalter begann und vielerlei Erfindungen das Leben der Menschen stark beeinflussten und veränderten bis heute hin.
      Ja, die Arbeitszeitmodelle sind gewiss sperrig und es gibt zum Glück immer mehr Bestrebungen sie zu ändern, z.B. wird Homeoffice immer bekannter und mehr Firmen sind bereit es auszuprobieren, wo es möglich ist.
      Als soziales Wesen ist man in Bezug auf die Uhrzeit wohl immer einem gewissen Zwang im Sinne des Zusammnlebens ausgesetzt.
      Umso mehr freut man sich über jeden Freiraum, den man sich in Bezug auf die Tagesgestaltung erhalten kann oder bekommen kann.
      Doch gerade durch den Anpassungszwang sollte die soziale Zeit die biologische, innere Uhr mehr berücksichtigen.

      30 Minuten mehr oder weniger machen nicht so viel aus wie 60 Minuten, stelle ich für mich persönlich fest.
      Gerade in dieser Herbstzeit, wo es eine Tag- und Nachtgleiche gibt über einen gewissen Zeitraum, da kriege ich sowohl die Morgen- als auch die Abenddämmerung mit. Und lebe tatsächlich sehr rhythmisch danach. Ich werde rechtzeitig müde ab 20 Uhr und spätestens zwischen 22 Uhr bis 23 Uhr gehe ich zu Bett und wache irgendwann zwischen 6 Uhr und 7 Uhr morgens von selbst auf (Uhzeit in MEZ).

      Die Diskrepanz zwischen dem Biothyhtmus, der sich vor allem an den Blauanteilen im Dämmerlicht orientiert, und der sozialen Zeit (also auch Arbeitzeiten u.ä.) – hier insbsondere die zu frühen Aufstehzeiten denen sich nur wenige bislang entziehen wollen oder können – bringen die innere Uhr durcheinander.
      Insofern spielen sowohl Biorhythmus und vorverschobene soziale Zeit eine Rolle, wenn die innere Uhr nicht mehr richtig tickt.
      Ich habe ja hier auf viele, teils wissenschaftliche Artikel verlinkt, auch in den einzelnen Blogbeiträgen, wo diese Zusammenhänge noch besser erklärt werden.
      Ich selbst kann nur über meine eigenen Erfahrungen berichten.

      Grüße von Anja

  3. Ich finde es interessant, dass sehr oft auf persönliche Zeitmodelle verwiesen wird. Für Selbstständige ist das sicher machbar, und für eine privilegierte Minderheit von Büroarbeitern mit Home-Office, Gleitzeit und/oder Wohnung nah bei der Arbeitsstätte auch noch.

    Leider ist nicht jede/r abhängig Beschäftigte in der Lage, Home-Office oder flexible Arbeitszeiten umzusetzen, auch nicht in Büro-Jobs. Es gibt immer noch Jobs mit festen Ansprechzeiten, die der Arbeitgeber festlegt, und nicht der Biorhythmus der Arbeitnehmer. Zigtausende Menschen in D arbeiten in getakteten industriellen Fertigungssystemen, zum Beispiel in der Automobilindustrie, oder in der Logistik. Und in D ist es üblich, dass das Montageband um 6 Uhr anläuft – ein Kompromiss, damit die Nachtschicht nicht zu spät beginnen muss, was auch negative gesundheitliche Folgen hätte. Schicht ist Sch***e, aber so funktioniert halt unsere Industrie.
    Bei 2 Stunden einfacher Pendelzeit (gelten je nach Region laut AA als „zumutbar“) bedeutet das, dass um 3:30 Uhr der Wecker piepst – sogar für „Lerchen“ zu früh. Bei „Sommerzeit“ wird zusätzlich der Schlafbeginn durch soziales Leben und Helligkeit uhrzeitlich nach hinten geschoben. Die Folge ist ein extremes Schlafdefizit unter der Woche. Die Betroffenen pennen dann halt am Wochenende durch. Dauerhafte MEZ+1 bedeutet dann: aufstehen um (biologisch) 2:30 Uhr. Selbst bei einer einfachen Wegzeit von 1 Stunde von Haustür bis Stechuhr, was im Rahmen des Üblichen liegt, läge das Wecken immer noch tief in der Nacht.
    In unserem Betrieb gibt es merklich mehr Arbeitsunfälle in der „Sommerzeit“, ganz deutlich kurz nach der Umstellung von „Winter-“ auf „Sommerzeit“. Allein das menschliche Leid, das dadurch entsteht, ist schlimm genug schon ohne den wirtschaftlichen Schaden.

    In der ganzen Diskussion um das Zeitzonenmodell (im Dunkeln Feierabend machen, in Dunkeln und im Halbschlaf zur Arbeit/Schule, fremdbestimmt früh aufstehen bzw. spät einschlafen usw.) wird leider ausgeblendet, dass das Grundübel in den starren Strukturen der Arbeits- und Ausbildungswelt liegt.
    Vielleicht ist die Diskussion in anderen EU-Ländern auch deshalb nicht so intensiv, weil die Industriearbeit weniger stark ausgeprägt ist?
    Eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit und späterer Arbeits- und Schulstundenbeginn brächten schon etwas Entlastung. Auch am Band wäre dann meiner Meinung nach mehr Flexibilität möglich durch gestaffelten Arbeitsbeginn und angepasste Bandgeschwindigkeit (langsamer zu Schichtbeginn und -Ende, schneller in der Kernzeit) innerhalb der übergeordneten 8-Stunden-Schicht. Aber die Arbeitgeber scheuen den zusätzlichen Organisationsaufwand wie der Teufel das Weihwasser. Flexibel muss immer nur der Mensch sein.

    1. Hallo Sonja,

      danke für Deinen Kommentar.
      Ja, die Möglichkeit dauerhaft in Normalzeit zu leben ist derzeit leider nicht für Jede/Jeden möglich.
      Ich wünschte, es wäre anders!
      Du zeigst gut auf, wie die Arbeitszeitmodelle für viele Menschen den Tagesablauf vorgeben.
      Aus der Perspektive ihres Arbeitsbeginnes oder Feierabends heraus bewerten viele Menschen die Vor- und Nachteile der Zeitzonen, in denen wir wechselweise leben.
      Ich sehe es auch so wie Du, daß eine dauerhafte „Sommerzeit“, also GMT+2 (die osteuropäische Zeitzone eigentlich), insbesondere bei Frühschicht eine Zumutung ist.
      Frühschicht-Arbeiter sind eh schon belastet durch das sehr frühe Aufstehen, da muß es ihnen nicht noch schwerer gemacht werden!
      Die Fans der sogenannten „Sommerzeit“ wiederum haben oft einen späteren Arbeitsbeginn und finden es toll, wenn sie am späten Feierabend noch Sonnenlicht haben im Sommer.
      Eine Flexibibilisierung der Arbeitszeiten wäre an dieser Stelle sicher wünschenswert.
      Dann könnten „Sommerzeit“-Fans, die gern nach Feierabend im Sommer noch lange Sonne wünschen, einfach eine Stunde früher mit dem Arbeiten anfangen und früher Feierabend machen, so wie sie es real in der „Sommerzeit“ ja auch tun. Ohne daß gleich die gesamte Bevölkerung eine Stunde früher aufstehen muss.

      Ich denke, es geht sowohl um den richtig getakteten Biorhythmus als auch um passende Arbeitzeitmodelle.
      Beides ergänzt sich aus meiner Sicht im Sinne eines gesunden Lebens.
      Mit der Schichtarbeit am Band kennen ich mich leider nicht aus.
      Vielleicht gibt es ja eine zuständige Gewerkschaft, die man hier einbinden könnte für passendere Modelle?
      Das Thema ist auf jeden Fall wichtig auch in der Zukunft, wenn die Firmen weiterhin attraktiv für ihre immer weniger werdenen (Fach-)Arbeitnehmer bleiben wollen.
      Ich weiß nicht, ob das Thema in den anderen Länder Europas nicht präsent ist oder ob die Leute es einfach nicht so in der Öffentlichkeit diskutieren.
      Soweit ich weiß, sind die Deutschen besonders streng im Umgang mit sowas wie Arbeitsbeginn/Feierabend oder Öffnungszeiten, Ankunftszeiten von Bahnen/Bussen etc.
      Deswegen ist der Druck hier vielleicht besonders groß.
      Tatsache ist, daß die nördlich lebenden Europäer eher die Mitteleuropäische Zeitzone GMT+1, also die Normalzeit, dauerhaft bevorzugen (z.B. Finnland, Niederlande, Dänemark).
      Polen will dauerhafte „Sommerzeit“, doch da Polen ja eh sehr östlich liegt, ist die osteuropäische Zeit auch genau richtig für sie.
      Und nichts anderes ist die sogenannte „Sommerzeit“: die osteuropäische Zeit.
      Nur eben bei uns am falschen Ort!

      Grüße von Anja

  4. Die Spanier leben übrigens in unserer Zeitzone was auch nicht deren Normalzeit entspricht. Daher finde ich die Diskussion Normalzeit wäre für alle die richtige Zeit für alle etwas zu kurz gegriffen.

    Wie stehst du dazu ?

    1. Die Spanier haben ihre Zeitzone einer Absprache zwischen Hitler und Franco zu „verdanken“.
      Wie so üblich in Ländern mit unpassender Zeitzone hat sich das Alltagsleben dort mehr oder weniger dem Sonnenstand angepasst.
      So öffnen z.B. die Läden oder Büros später und es ist auch später Feierabend bzw. die Mittagspause ist später und länger.
      Ich denke, die Spanier haben eine andere Mentalität als wir, es gibt dort m.E. weniger Pünktlichkeits-Fanatiker.
      Nach meinem Wissen sollen viele Spanier den Wunsch nach einer passenderen Zeitzone haben – doch das habe ich auch nur gelesen.
      Meine Ansicht, daß ein Leben in der Normalzeit gesünder ist, habe ich in meinen Blogbeiträgen mehrfach ausgeführt und Belege sowie weitere Artikel zum Thema in der Linkliste hinterlegt.
      Dies zeigt, wie ich dazu stehe.

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