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2024 – Umstellung auf Sommerzeit – und wie man damit klar kommen kann

Am 31.03.2024 ist es wieder soweit: das Leben mit der zu frühen Stunde beginnt wieder, auch „Sommerzeit“ genannt oder MESZ.

Die Uhrzeiten für Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge sowie die Dauer der Tageshelligkeit sehen an den Tagen vor und nach der Uhrzeit-Umstellung in Berlin so aus:

30.03.2024 05:42 18:39 12Std. 57Min
31.03.2024 06:39 19:40 13Std. 01Min

Viel weiter westlich in Saarbrücken sehen die Zeiten so aus:

30.03.2024 06:10 19:01 12S 51M
31.03.2024 07:08 20:03 12S 55M

Montag, 19:00 Uhr, Abend-Dämmerung, die Vögel zwitschern ihr Abendlied.
Wir haben das Fenster auf beim Abendbrot, um sie zu hören, auch eine Kerze ist an, sehr romantisch. Ein schöner letzter Montagabend in Normalzeit für die nächsten 7 Monate.

Morgens gegen 5:30 Uhr beginnt bei mir die Morgendämmerung und wer zeitig hoch muß an Werktagen ist froh darum, sich endlich nicht mehr im Dunkeln aus dem Bett zu quälen.
Doch schon Montag in der nächsten Woche ist es um 5:30 Uhr schon wieder dunkel, wegen der Uhrzeit-Vorstellung um eine Stunde.

Schulkinder und deren Eltern, Studenten, Schichtarbeiter Erwerbstätige mit fest vorgeschriebenen Präsenzzeiten auf der Arbeitsstätte usw. merken das oft sehr.
Erwerbstätige Menschen mit chronischen Erkrankungen leiden besonders darunter, – die ganzen 7 Monate lang.
Und die chronischen Erkrankungen nehmen seit Einführung der sogenannten “Sommerzeit” – MESZ –unhaufhaltsam zu.
Ein Trend, den Chronobiologen wie u.a. Prof.Dr. Roenneberg auf Grund der sogenannten “Sommerzeit” erklären können (s.u. Quellen).

Träume sind wichtig. Wissenschaftler nennen dies den „REM-Schlaf“. Die Traumphasen ereignen sich öfters in der Nacht und sind bei normalen Schlafzeiten in den frühen Morgenstunden ca. zwischen 3:30-5:30 Uhr am längsten. Wer also seine Uhrzeit vorstellt um eine Stunde, bei dem erfolgt die längste Traumphase zw. 4:30-6:30 Uhr. Das ist oft die Zeitspanne, in der die meisten Menschen werktags morgens aufstehen, weil sie früh zur Schule, Arbeit etc. müssen.

„Viele Versuchspersonen zeigen bei andauerndem REM-Schlaf-Entzug neben Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Gedächtnisproblemen ein gesteigertes tiebhaftes Verhalten mit vermehrtem Hungergefühl und vermehrten sexuellen und aggressiven Impulsen, während andere auch einen längeren und fast vollständigen Entzug des REM-Schlafes gut tolerieren.“ (Quelle: Wikipedia)
Unser Biorhythmus stellt nicht die innere Uhr um, es ist auch nicht möglich, dies anzutrainieren mit Weckern etc. Wir können versuchen, das mit dem Verstand zu ignorieren. Aber die Folgen bleiben.

Abgebrochene oder keine längeren Traumphasen sind nur ein Folgeproblem von vielen, die sich aus der Vorstellung der Uhrzeit von 1 Stunde für 7 Monate ergeben. Über den aktuellen Stand der Wissenschaft hierzu habe ich im Blog mehrfach berichtet

Wie lange sind wegen der falschen Uhrzeit die Krankenkassen, Rentenkassen, Arbeitgeber noch bereit unnötig mehr Geld ausgeben zu müssen für Mitarbeitende, die morgens müde und unkonzentriert auf der Arbeit sind, was die Fehlerquoten erhöht und die Effektivität mindert. Oder weil Mitarbeitende ausfallen und krank geschrieben werden wegen Erschöpfung, Depressionen bzw. der Verstärkung von Symptomen chonischer Erkrankungen.

Und wie lange wollen wir das unseren Kindern in der Schulzeit noch antun? Besonders junge Menschen in der Pubertät haben entwicklungsbedingt vorübergehend ein stark nach hinten verschobenens Schlafbedürfnis – für sie ist die vorgestellte Stunde besonders belastend. Doch gerade in der 5.-13. Klasse oder in der Ausbildung/Lehre fallen viele wichtige Prüfungen und Entscheidungen an!

Wer merkt, dass die zu frühe Stunde belastet oder krank macht und keine Wahl hat, das zu ändern, der kann sich an seine Abgeordneten im Bundestag oder EU-Parlament wenden. Sie können Deine Interessen immer dann gut vertreten, wenn sie es von Dir schriftlich haben. Je mehr das machen, umso besser.
Musterbriefe findest Du hier.

Wer die Wahl hat, kann in Normalzeit bleiben und entzieht sich dem Gefährdungspotential. So ist es bei mir und ich lebe nun seit 6 Jahren in Normalzeit während der Sommerzeit. Auch wenn manches im ersten Moment umständlich aussieht im Umgang mit der MESZ, weil man selbst in Normalzeit lebt, so habe ich das im Hinblick auf meine Gesundheit nie bereut und mich bald dran gewöhnt. Aber schöner wäre es natürlich, dauerhaft im selben und gesunden Zeit-Takt mit den Mitmenschen leben zu können.

Hier ein paar Tipps, wie das Leben in Normalzeit während der “Sommerzeit” klappen kann:

  • Funkwecker/-uhren möglichst ersetzen durch Wecker/Uhren mit selbst einstellbarer Zeit.
  • Eine Uhr in sogenannter Sommerzeit belassen, mit Aufkleber bestücken und beschriften mit „MESZ“, „Sommerzeit“ etc., so daß keine Verwechselung statt finden kann mit den Normalzeit-Uhren. (Habe ich nur die ersten 2 Monate gebraucht, habe mich rasch daran gewöhnt, eine Stunde hinzurechnen, wenn ich die MESZ wissen will).
  • Wenn möglich die Arbeitszeiten durch Gleitzeit oder Homeoffice selbst gestalten.
  • Verabredungen und Termine immer zunächst für sich selbst in Normalzeit überlegen und dann eine Stunde dazu rechnen für den Terminpartner.
  • Terminkalender doppelt führen: einen für Normalzeit und dahinter die MESZ-Zeit, die man dann den Terminpartnern nennen kann
  • Geschäftspartnern und Kollegen die Termine nur in MESZ nennen, außer sie sind Vertraute.
  • Bei Freunden bevorzugt Termine erst in Normalzeit nennen und dann noch mal in MESZ-Zeit
  • Stets und überall immer in der Uhrzeit der Normalzeit leben
  • Für sehr visuelle Menschen: Analoge runde Ziffernblatt-Uhren nutzen und auch eine analoge Ziffernblatt-Uhr in das Auto legen (hilft mir im Umgang mit Straßenuhren sehr!).
  • Zeiten für tägliche Aufgaben so legen, daß sie dem eigenen Rhythmus mehr entsprechen, soweit das möglich ist.
  • Den Lebensstil möglichst der Normalzeit anpassen bzw. beibehalten, wo es möglich ist.
  • Zu frühe Termine, Ladenschlußzeiten als unabänderbar hinnehmen für 7 Monate und sich bewußt bleiben, daß es eine Stunde zu früh ist.
  • Verfrühtes Kulturleben/TV-Programm: geniesse es die Veranstaltungen/TV-Programm früher zu sehen und früher zu beenden und danach noch Ruhe zu haben bis es Zeit wird ins Bett zu gehen.
  • Häufige Aufenthalte außerhalb des Hauses, z.B.  in der Natur, Park, Garten etc., besonders tagsüber oder morgens bis frühen Nachmittag, wann immer es möglich ist.
  • Kontakt zu anderen Menschen, die auch dauerhaft in Normalzeit leben, z.B. über das Internet, hier im Blog, Fediverse/Social Media, im Freundeskreis dafür werben etc.

Für Familien, die in der Normalzeit bleiben wollen, habe ich eine gesonderte Seite eingerichtet, Du findest sie hier.
Es gibt im Blog noch viele andere Tipps und genauere Erläuterungen zur gelingenden Umsetzung. Diese Tipps hier im Artikel sind eine Zusammenfassung von Erfahrungen, die mir gut geholfen haben. Jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse. Vielleicht gibt es für Dich noch ganz andere Wege. Teile sie mir gern mit und sie können hier veröffentlicht werden.

Der Sinn, warum es gut und gesundheitsfördernd ist, trotz sogenannter „Sommerzeit“ / MESZ weiter in der Normalzeit zu leben ist, dass man sich immer der richtigen Sonnen-Tageszeit bewusst bleibt. Auf diese Weise entgeht man der Verlockung, zu früh aufzustehen, abends zu lange wach zu bleiben, und dadurch dann auf Dauer zu wenig Schlaf zu kriegen. Denn das macht krank und kann lt. Forschung vermehrt zu Krebs-Erkrankungen oder entzündlichen Erkrankungen wie z.B. rheumatoide Arthritis u.a.m. führen. Dies wurde auch am 21.01.2019 im Europaparlament im Kommitee für Tourismus&Transport (zuständiges Kommitee für die EU-Sommerzeit-Verordnung) in einer Präsentation von Prof. Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain entsprechend ausgeführt (Link führt zu google-docs).

Allen Menschen, die jetzt den Versuch starten wollen dauerhaft in Normalzeit zu leben, wünsche ich alles Gute und viel Erfolg.
Und uns Normalzeitlern wünsche ich einen weiterhin entspannten Start in den Frühling.
Bleibt alle  gesund, liebe Leser und Leserinnen und kommt gut durch die nächsten 7 Monate!

 

Quellen:

Technikfolgenabschätzung TA Sommerzeit

Schlafmangel kostet die deutsche Volkswirtschaft 59 Mrd. €

Sommerzeit spart keine Energie

Prof.Dr. Roenneberg zu den Folgen der Sommerzeit

Repräsentative Umfrage zur Abschaffung der Zeitumstellung und damit verbundene Themen – MaiThinkX

Vortrag von Prof. Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain  im EU-Kommitee für Tourismus&Transport:

Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain im EU-Kommitee für Tourismus&Transport

Impact of Daylight Saving Time on circadian timing system: An expert statement
Hinweis: Eine kostenlose Anmeldung ist zu Lesen der vollständigen Veröffentlichung erforderlich.

Ausschlaf-Test am Gymnasium Alsdorf

REM-Schlaf (Wikipedia)

Tipps zum Normalzeit-Leben in der “Sommerzeit”:

https://www.normalzeit-leben.de/wordpress/tag/tipps/

Sonnenauf- und -untergangs-Zeiten:

https://calendar.center/de/sonnenaufgang-und-sonnenuntergang/berlin/

Weitere Links

 

 

8 Gedanken zu „2024 – Umstellung auf Sommerzeit – und wie man damit klar kommen kann“

  1. Hallo Anja
    Ich lebe auch schon länger ohne die Zeitumstellung. Viele Deiner Tipps haben mir geholfen. Ich habe eine chronische Erkrankung. Die ist zwar nicht weg aber immerhin nicht mehr schlimmer geworden, seit ich nicht mehr die Zeit umstelle. Früher wurde sie immer schlimmer. Mein Arzt wundert sich, denn er hatte die Zeitumstellung gar nicht auf dem Schirm. Zum Glück hast Du hier ja viele Websites verlinkt, wo man das alles nachlesen kann, z.B. schreibst Du oft von Herrn Rönneberg. Das habe ich meinem Arzt mal schickt.
    Mach weiter so und kläre die Leute auf.
    Durch all die Krisen in den letzten Jahren ist das mit der Zeitumstellung leider nicht mehr so aktuell. Dabei wäre es so wichtig, dass es den Leuten wieder gut geht.

    Liebe Grüße Susanne

    1. Hallo Susanne

      Danke für Deinen Kommmentar.
      Ich freue mich, dass Dir mein Blog so gut helfen kann.
      Es ist interessant, dass Ärzte die Schädlichkeit der MESZ oft nicht berücksichtigen.
      Wohl, weil sie in ihrem stessigen Arbeitsalltag selbst zu tief drin stecken und es ihnen nicht bewußt ist.
      Gerade bei chronischen Erkrankungen ist das eine Lücke, die zu unvollständigen Beurteilungen führen könnte.
      Schön, dass Du ihn aufgeklärt hast.
      Es war übrigens ein Arzt, Dr. Hilgers, der mich vor vielen Jahren zum Leben in dauerhafter Normalzeit inspiriert hat.
      Er lebte selbst seit 1980 in Normalzeit einfach weiter und passte sogar seine Öffnungszeiten der Praxis an.

      Komm gut duch die nächsten 7 Monate und lass es Dir gut gehen 🙂

      Liebe Grüße von Anja

  2. Hallo!

    Ich finde diesen Blog fantastisch!
    Dieses Jahr habe ich auch endlich den Entschluss gefasst, die künstliche Sommerzeit zu ignorieren und nur noch nach der MEZ zu leben. Bei mir war das relativ problemlos möglich, da ich meine Arbeitszeiten selbst flexibel gestalten kann. Die Arbeit ist ja im Grunde der Punkt woran es bei den meisten scheitert, denn ich glaube, dass viel mehr Leute die Sommerzeit ignorieren würden, wenn sie dann ihre Arbeitszeit nach der Umstellung auch wieder anpassen könnten. Ich bin mir bewusst, dass viele diesen Luxus nicht haben und sich leider an “8 Uhr Arbeitsbeginn heißt 8 Uhr Arbeitsbeginn” halten müssen.

    Was bei der ganzen Debatte auch oft vergessen wird ist, dass die MEZ eigentlich nur die relativ “korrekte” Zeit für Ost- und Mitteldeutschland ist. Meine Heimat in Westdeutschland (halb NRW, ein Teil von Rheinland-Pfalz, das Saarland und ein Teil von Niedersachsen) befindet sich nämlich in der westeuropäischen Zeitzone (WEZ), weshalb wir eigentlich nochmal eine Stunde hinter die MEZ müssten (wie England), damit es auch korrekt ist. Aber wie auch immer, ich glaube, dass wir froh sein können, wenn überhaupt mal eine dauerhafte Umstellung auf MEZ in Deutschland durchgeführt wird.

    Liebe Grüße!

    1. Hallo!

      Herzlichen Dank für das Lob !
      Ich freue mich, dass Du nun auch in privater, dauerhafter Normalzeit leben kannst.
      Es ist viel gesünder.

      Ja, leider ist es so, dass Menschen mit festen Arbeits- oder Schichtzeiten sich nicht an die Normalzeit anpassen können.
      Ich kenne einen Pädagogen, der im Saarland lebt und sehr unter den extrem frühen Aufsteh- und Schulzeiten leidet.
      Er lebt dennoch mit der Normalzeit auf der Uhr. Manchmal möchte er aus Verweiflung über diese irren frühen Aufstehzeiten die Uhr tatsächlich vorstellen um eine Stunde, um sich in der Illusion zu wiegen, es wäre ja schon später. Nur weiß er, dass die Illusion einzig im Verstand wirkt, – aber der Biorhythmus sich nicht verstellen lässt. Dann geht man eben um real 19 Uhr zu Bett, statt um eingebildete 20 Uhr, weil man zwischen 4:00 bis 4:30 aufstehen muß. Am Ende ist auch dann die Normalzeit auf der Uhr dauerhaft gesünder, weil man sich entsprechend verhält.
      Die Kinder und vor allem die Jugendlichen und alle Chrono-Eulen in solchen Gebieten können einem noch mehr leid tun als ohnehin schon in den 7 Monaten.

      Ich wünsche Dir eine wunderschöne Zeit – vielleicht merkst Du es auch auch, wie die Lebenskräfte zurück kehren und die Jahreszeiten sich endlich wieder “normal” anfühlen.

      Wenn Du magst, schreib gern mal von Deinen Erfahrungen oder vielleicht auch, wenn Du gute Tipps hast.

      Liebe Grüße von Anja

  3. Liebe Anja!

    Danke für deine Antwort.

    Was ich mich gefragt habe: Was können wir als normale Bürger denn eigentlich noch tun, um endlich die komplette Abschaffung der Zeitumstellung gesetzlich voranzutreiben?

    Das EU-Parlament hat ja bereits beschlossen, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden soll, spätestens 2021. Seit dem ist aber nichts passiert.

    So wie ich es verstanden habe, geschieht deshalb nichts, weil sich die Mitgliedsstaaten nicht einigen können, welche Zeit nun gelten soll (ich glaube Portugal und Griechenland wollen die Zeitumstellung sogar gar nicht abschaffen, meine ich gelesen zu haben.)

    Jetzt ist die Frage: Was kann ich bzw. was kann jeder einzelne noch tun?

    Bringt es wirklich etwas, wenn wir noch weiter Briefe an die EU-Abgeordneten in Brüssel schreiben? Denn die werden antworten, dass sie auch nichts mehr machen können, da die Richtlinie zur Zeitumstellung vom EU-Parlament abgeschafft wurde, aber nun jeder Mitgliedsstaat selbst aktiv werden muss (das heißt dann, die amtierende Regierung der jeweiligen Mitgliedsstaaten)?

    Ich persönlich glaube, dass wenn wir darauf wirklich noch warten, es nie zu einer Abschaffung kommen wird, denn es wird immer mindestens 1 oder 2 Länder geben, die an der Zeitumstellung festhalten wollen und somit die Abschaffung dann für alle blockieren.

    Bringt es etwas, Briefe an die EU-Kommission direkt zu schreiben?

    Was soll/kann man noch tun?

    Ich weiß es nicht!

    Natürlich ist es eine Möglichkeit selbst in der Normalzeit zu leben und ich bin auch froh, dass ich mich nun so entschieden habe, aber es macht mich am Ende auch nicht ganz zufrieden, weil ja offiziell eben eine andere Zeit gilt und man halt immer umrechnen muss.

    Übrigens noch ein anderer Gedanke, der mir gekommen ist:
    Wenn man sich am Ende wirklich weigert die Zeitumstellung abzuschaffen, wäre es dann nicht einfach eine Möglichkeit, die Arbeits- und Schulzeiten bzw. das ganze soziale Leben innerhalb Deutschlands so zu verändern, dass es einfach eine Stunde nach hinten geschoben wird?
    Ich meine, wir sind ja eigentlich das beste Beispiel, wir leben nach der Normalzeit, obwohl derzeit die MESZ offiziell gilt. Warum sollten denn Schulen nicht einfach beschließen, dass ab der Zeitumstellung der Schulbeginn immer eine Stunde später beginnt? Und wenn wieder auf MEZ umgestellt wird im Oktober, beginnt die Schule wieder eine Stunde früher. Und das Bedarf eigentlich auch keiner großen Änderungen im Lehr- bzw. Organisationsplan, weil man einfach nur die Zahlen austauscht und einfach eine Stunde nach hinten schiebt.

    Oder sehe ich das falsch?
    Und das könnte man ja auch in etlichen anderen Arbeitsbereichen so handhaben.
    Verstehe ich überhaupt nicht, wieso niemand darauf kommt! Denn genau das wäre doch z.B. total im Interesse von Kindern und Lehrern! Und es könnte eben von uns alleine beschlossen werden, ohne die EU vorher zu fragen.

    Das wäre etwas, wofür ich sogar auf die Straße gehen würde!

    Ich kann auch nicht mehr dieses scheinheilige Argument hören, dass Corona bzw. der Ukraine-Krieg dafür verantwortlich sein soll, dass die Zeitumstellung bis jetzt nicht abgeschafft werden konnte. Denn es gäbe dazu sehr einfache Lösungen, für mich sind es einfach nur noch Ausreden.

    Liebe Grüße
    Marco

  4. Hallo Marco
    Ich verstehe sehr gut, was Du meinst.
    Auch ich wünsche mir sehr, dass es endlich wieder eine dauerhafte Normalzeit gibt. Nach wie vor gilt in der Politik, dass die Anschreiben an die Abgeordneten im Bundestag und im EU-Parlament oft sehr hilfreich sind, weil dann der/die Abgeordnete immer den Beweis schwarz auf weiß in der Hand hat, dass dies die Wähler wollen.
    Auf Wissenschaftler wie Chronobiologen zu hören, ist leider bei diesem Thema immer noch unpopulär. So wie damals niemand auf die Klimaforscher hören wollte und lieber den Märchen der Lobbyisten zuhörte.
    Dein Vorschlag ist nachvollziehbar und findet im Grunde schon länger in Spanien Anwendung, wo man sich wegen der MEZ in der dortigen realen Zone WEZ einfach wieder an die Sonnenzeiten anpasste und dort deswegen alles später losgeht.
    Statt an der Uhr zu drehen, wäre es besser die Arbeitszeiten und Schulzeiten flexibler zu machen. Dass das möglich ist, sogar in der Schule, ist bekannt.
    Sehr sinnvoll finde ich den Vorschlag von Prof.Dr.Roenneberg zu den permanenten Zeitzonen in Europa. Den sende ich auch immer gern mit, wenn ich mich an Politiker wende.
    Beides: flexiblere soziale Zeiten (Arbeit, Schule etc) und den Vorschlag von Prof.Dr.Roenneberg können zu einer guten Lösung führen, die vermutlich die meisten Menschen zufrieden stellen könnten.
    Liebe Grüße von
    Anja

  5. Hallo nochmal,

    was hältst du eigentlich davon, wenn man eigene Zeitzonen verwendet?
    Da wo ich lebe (in Westdeutschland) ist geographisch ziemlich genau UTC+00:30.
    Also eine halbe Stunde vor der deutschen Winterzeit (UTC+1) und 1,5 Stunden vor der deutschen Sommerzeit (UTC+2)
    Ich habe nun mal zwei Tage alles beobachtet und ich finde diese Zeit tatsächlich noch etwas genauer als UTC+1.
    UTC+00:30 wurde tatsächlich in der Geschichte mal verwendet, einmal vom englischen Adel auf ihrem eigenen Territorium und dann einige Jahre von der Schweiz.
    Leider gibt es UTC+00:30 nicht als Zeitzone auf dem Handy…Sehr schade.

    Gruß

    1. Spannend, das mit der UTC +00:30 in England und in der Schweiz wusste ich noch gar nicht.
      Ich hatte das mal als Möglichkeit unter Linux gesehen, weiß aber nicht mehr welche Distribution das war, ist auch schon lange her.
      Du könntest es mit einem eigenen Zeitserver versuchen, wenn Du was davon verstehst.
      Wenn es Dir nicht zu kompliziert ist mit der Umrechnerei dann das ganze Jahr lang – warum nicht.
      Als Standardzeit einer zusätzlichen Zone wäre es vielleicht eher unpraktisch in der Umsetzung..
      Innerhalb von Deutschland 2 Zeitzonen zu haben, scheint mir noch schwerer durchzusetzen als eine dauerhafte MEZ.
      Aber privat kann man das ja machen, wenn Du Dich damit wohler fühlst.

      Hab ein schönes Wochenende.
      Grüße von Anja

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