Vierter Tag in der Normalzeit

September, 07

Es gibt heute keine Auswärts-Termine heute, also kann ich etwas länger schlafen als gestern.
Das Fenster ist zu und es wecken mich keine ratternden Fensterrolläden zu nachtschlafender Zeit um 5:15 Uhr.
Irgendwann ist es schliesslich so hell im Schlafzimmer, daß ich erwache – noch vor dem Weckerklingeln.
Ich komme gut aus dem Bett.
Das ist seit der Uhrzeitumstellung auf Normalzeit bislang jeden morgen so.
Vorher was das nicht so.
Ein Glück, daß das nun vorbei ist und ich den Morgen geniessen kann!
Und das ist so wichtig für den ganzen Tag.
Ein guter Start in den Tag ist auf Dauer wirklich gut und hilft, schöne Tage zu haben, auch gute Arbeitstage.

Ich bin im Grunde überrascht, welchen immens großen Anteil für das Wohlbefinden die Verankerung im passenden Biorhythmus und Tagesablauf hat.
Der Umkehrschluss: wie schädlich und verletztend es sich für das eigene Wohlbefinden auswirkt, hat man eine willkürliche, zeitliche Vorverlegung des Tagesablaufs.

Durch den guten Start in den Tag lässt sich auch die Arbeit  heute gut für mich erledigen und ich bin früher fertig als gedacht.
Ich geniesse wieder sehr die Zeit zwischen 16:00-18:00 Uhr zum Feierabend und es geht mir richtig gut!

Heute habe ich keine innere Unruhe, auch nicht abends beim Essenmachen.
Ich hatte ja auch keine Außentermine.
Mal sehen, wie es nach dem Wochenende wird, da habe ich wieder welche.

Heute Abend mache ich eine schöne Entdeckung:
alle für mich interessanten Sendungen im Fernsehprogramm laufen in der old-1299417_by_OpenClipart-Vectors_pixabay_lizenz_cc0Normalzeit eine Stunde früher am Abend und ich kann sie viel entspannter schauen, weil es noch nicht so spät ist:
Tagesschau um 19 Uhr (die sehe ich in der sogenannten „Sommerzeit“ um 20 Uhr nie, weil ich dann esse), dann Tagesthemen um 21:30 Uhr, Phoenixrunde um 21:15 Uhr, Phoenix-der-Tag um traumhafte 22 Uhr!
Die Satieresendungen laufen nun auch zu verträglichen Abendstunden.
Und nach all dem Fernsehen abends habe ich vor dem Schlafengehen heute noch Zeit ein wenig hier im Blog zu schreiben, denn es ist ja erst 23:00 Uhr.
Statt der befürchteten Umständlichkeiten mit 2 Zeiten, habe ich bislang eher Vorteile davon. Ich habe einfach mehr Zeit.

Es gibt ein paar wichtige Voraussetzungen für so ein Leben in der Normalzeit:
– Von Vorteil ist es, allein zu leben oder die Menschen, mit denen man lebt,  machen mit.
–  Es ist wichtig die Arbeitszeiten selbst beeinflussen zu können durch Gleitzeit oder selbständige Termingestaltung mit Kunden, Homeoffice etc.
— Nicht in Frage kommt dies wohl für Schüler und ihre Eltern:
Sie trifft es sogar am härtesten, da sie nicht flexibel die Schulzeiten gestalten können und sehr früh hoch müssen durch diese irre frühen Aufsteh-Zeiten in der „Sommerzeit“ um 5:15 Uhr, damit man um 7:00 Uhr in der Schule ist.
Auch wenn der „Sommerzeit“-Wecker 6:15 Uhr anzeigt und die „Sommerzeit“-Schuluhr 8:00 Uhr – der Biorhythmus tickt anders.

Vielleicht ist es kein Wunder, daß seit einigen Jahren immer mehr Menschen flu-2764634_by_flockine_pixabay_lizenz_cc0ausgerechnet im Sommer erkranken.
Jedenfalls steht es oft in der Zeitung und ich merke es auch auf der Arbeit, wenn viele Kollegen auf einmal krank werden.
Die Statistiken  kann man hierzu auch einsehen. In den 70iger Jahren, vor der Einführung der MESZ („Sommerzeit“),   hätte sich sowas Niemand vorstellen können, da gab es das nicht.
Nun war ich Kind und Jugendlicher zu der Zeit, doch ich kann mich nicht daran erinnern, daß im Sommer Schüler oft oder für länger krank wurden oder es gar Krankheitswellen im Sommer gegeben hätte.
Ich habe meine Eltern, die älteren Verwandten und deren Bekannte gefragt.
Keiner von denen kann sich an häufige Krankheitswellen im Sommer erinnern.
Wenn, dann gab es die im Herbst und Winter.
Nun, beweisen kann ich da nichts.
Ich bin kein Wissenschaftler.
Ich kann mich nur umhören, was Andere dazu sagen.

Wer hätte gedacht, daß durch meine private Zeitumstellung auf Normalzeit solche Themen in meinem Blick geraten.

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Dritter Tag in der Normalzeit

September, 07

Heute habe ich Termine mit Kunden gehabt.
Das klappte ganz gut mit den beiden Kalendern.
Zu oberst liegt das Kalenderblatt mit den Terminen in Normalzeit.
Direkt dahinter liegt das Kalenderblatt mit den Terminen in der sogenannten „Sommerzeit“ – so, wie ich sie mit den Teilnehmern verabredete. Es gibt keine Probleme damit.
Es ist einfach nur wichtig, konsequent in der Normalzeit zu leben, dann klappt es auch mit der pünktlichen Termineinhaltung.
Beispiel:
Termin nach „Sommerzeit“ von 10:00-12:00 Uhr.
Termin nach Normalzeit von 9:00-11:00 Uhr.
Anfahrt: 1 Stunde.
Also fahre ich um 8:00 Uhr los und bin um 9:00 Uhr da und der Termin beginnt pünktlich.
Wenn der Tag so geplant ist, dann gibt es gar kein Durcheinander.
Es ist nur wichtig, die Termine einmal im Vorwege in Normalzeit umzuplanen.african-american-3496261_by_rawpixel_pixabay_lizenz_cc0
Auch neue Terminabstimmungen klappen gut.
Ich verabrede die neuen Terminabstimmungen mit den Teilnehmern in „Sommerzeit“.
Ich trage sie ein in das Kalenderblatt für „Sommerzeit“.
Dann rechne ich eine Stunde weniger und trage die Termine noch mal für Normalzeit ein in das Kalenderblatt für die Normalzeit.
Was sich kompliziert anhört, ist in der Praxis ganz einfach und geht rasch.
Wer nie mit Terminen arbeitet, der ist von sowas nicht betroffen.
Wer Gleitzeit-Arbeitszeiten hat, kann sie entsprechend anpassen auf die Normalzeit.
Arbeitsbeginn in der „Sommerzeit“ um 9:00 Uhr.
Arbeitsbeginn in der Normalzeit um 8:00 Uhr.

office-258830_by_schneckenkaktus_pixabay_lizenz_cc0 Ich habe heute länger gearbeitet, ohne daß es mir auffiehl.
Es gab einiges zu erledigen, das ich rasch noch abschliessen wollte.
Auf dem Rückweg zum Feierabend war auf der Autobahn alles schön frei.
Mache ich Feierabend um 18:00 Uhr Normalzeit, ist es für alle Anderen schon 19:00 Uhr.
Die Hauptverkehszeit ist da schon eher am abklingen. Sehr vorteilhaft!

Den ganzen Tag über war ich entspannt.
Die Gesprächstermine waren zwar anstrengend gewesen, doch ich bin nicht so erledigt und auf innere Abwehr eingestellt wie sonst oft am Feierabend.
Das Gefühl, mich verkriechen zu wollen und mich unbedingt irgendwo geborgen erholen zu wollen, ist weg.
Es war in den letzten Monaten immer da, wenn ich zum Feierabend von Außenterminen nach Hause kam.
Oft hatte ich dann auch wenig Lust mir ein schönes Abendessen zuzubereiten und war rasch innerlich in Eile beim Essenmachen.
Diese innere Eile holte mich wie eine Angewohnheit heute abend auch ein, als das Essen brutzelte (ich esse warm) und ich den Tisch deckte.
Ich hielt inne. Was war los?
Ich schaute auf die Uhr und wurde nach und nach ruhiger und entspannter.
Schon beim Essen verflog die Eile sofort.
Doch ich merkte, am Abend heute kann ich die innere Unruhe nicht ganz ablegen.
Kein Wunder nach all den Monaten.
Dennoch bin ich heute nach der Arbeit vergleichsweise ruhig und entspannt, wesentlich mehr als die vergangenen Tage und Wochen.

In mir bildet sich jedoch die Frage, wieviel an Lebenszeit und Lebensqualität mir all die Jahrzehnte genommen wurde durch diese verrückte Zeitverdrehung.

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