Die Internationale Allianz für natürliche Zeit

Schon länger zeigt sich, daß es immer mehr Menschen gibt, die dauerhaft mit der Uhrzeit leben wollen, die gut zu ihrem geografischen Längengrad-Bereich passt.
Leser meines Blogs schreiben mich an und teilen mir mit, daß sie gern in dauerhafter Normalzeit leben wollen, es nur leider nicht können, da ihr Tagesablauf eng an Uhrzeiten geknüpft ist. Nicht Jeder hat die Möglichkeit für den Switch zwischen 2 Uhrzeiten von April bis Oktober.

Am 10.Oktober hat sich die Internationale Allianz für natürliche Zeit (IANT) gegründet, sie hat auch eine Homepage in verschiedenen Landessprachen:

   http://naturaltimealliance.org

Wer ist die IANT?
IANT ist eine europäisch-nordamerikanische Allianz von Befürwortern für Gesundheit und Zeitnutzung, Neurowissenschaftlern, Chronobiologen und NRO.

Warum existiert die IANT?
Wir setzen uns für eine permanente, weltweite Beachtung der natürlichen Zeit ein, die durch geografisch geeignete, sonnenbasierte Zeitzonen erleichtert wird. Die Geschichte und eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigen, dass dies für Gesundheit, Sicherheit, Bildung, Arbeit, Wirtschaft, Umwelt und Menschenrechte von entscheidender Bedeutung ist.

Was will die IANT
Wir wollen die permanente Einführung einer natürlichen Standardzeit mit einer Zeitzone, die im Bezug zur Sonne der geographischen Lage des jeweiligen Staates auf der Erde am nächsten kommt.

Weitere Informationen gibt es auf den Websites der Landesgruppen.

von Jill Wellington auf pixaby.com

 

 

Die internationale Allianz für natürliche Zeit hat eine klare Position, die ich hier veröffentliche:

Stellungnahme der Internationalen Allianz für Natürliche Zeit

Wissenschaftler, Gesundheitsvertreter und Organisationen haben sich mit Unterstützung durch Chronobiologen zu einer internationalen Allianz zusammengeschlossen, um das öffentliche Bewußtsein für die Notwendigkeit von dauerhaften sonnenbasierten Zeitzonen zu stärken, die den natürlichen Gegebenheiten für die geographische Lage der Länder entsprechen.

Ein Leben gegen unsere innere Uhr, – auch circadiane Uhr genannt -, führt zu akuten wie auch chronischen Schäden unserer Gesundheit. Hierfür existiert international eine überwältigende und stetig wachsende Anzahl an wissenschaflichen Belegen und Unterschungen.

Geht unsere innere Uhr nicht im Gleichtakt mit der sozialen Uhrzeit, dann erhöht sich signifikant das Auftreten von Schlafmangel, Schlafstörungen, Depressionen, Stoffwechselstörungen, Fettleibigkeit, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Krebs und die Lebenserwartung sinkt dadurch. Es führt zu verringerter Leistungsfähigkeit, einem vermehrten Auftreten von Unfällen und damit zu Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs, auch erhöht sich der Treibstoff- und Energieverbrauch durch den zeitlich verfrühten Tagesbeginn. Unser Potential an Arbeitskraft und Leistungsfähigkeit leidet in Arbeit, Schule und Studium. Sogar einzelne Religionsgemeinschaften sind davon betroffen. Insgesamt führt eine Fehlstellung zwischen innerer Uhr und sozialer Uhrzeit zu einer unnötigen Belastung für das Gesundheitssystem, der Wirtschaft und der Umwelt.

Die Fehlstellung der sozialen Uhrzeit zu unserer inneren Uhr wird der Gesellschaft durch die saisonale Uhrenumstellung im Frühling und im Herbst aufgezwungen. Hierbei wird die soziale Uhrzeit auf eine Zeitzone eingestellt, die nicht dem Längengrad des Landes entspricht. Durch dauerhaftes Einstellen der sozialen Uhrzeit auf Zeitzonen, die nicht dem Längengradbereich des Landes entsprechen, entsteht somit eine chronische Fehlstellung mit den oben genannten Folgen. Eine dauerhafte Beibehaltung einer Zeitzone, die möglichst nahe an der Sonnenzeit ist und damit nahe an den natürlichen Rhythmen, würde auf einfachem Wege die Probleme lösen, welche sich aus der chronischen Fehlstellung ergeben.

Unser Anliegen ist es den Bürgern und den politischen Entscheidern vollständige und zuverlässige Informationen zur Verfügung zu stellen, die für eine Entscheidung zur Wahl der zukünftig geltenden sozialen Uhrzeit relevant und wesentlich sind. Wir fordern die Regierungen auf, die wissenschaftlich geprüften Daten und Fakten anzuerkennen, sie bei ihren Überlegungen mit einzubeziehen und dauerhafte Zeitzonen zu wählen, die der geographischen Lage des Landes entsprechen.

Es ist ein Menschenrecht, in einer Gesellschaft zu leben, die unseren natürlichen Biorhythmus zum Erhalt unserer Gesundheit respektiert. Die Wiederherstellung oder Einführung dauerhafter und natürlicher Zeitzonen verbessert die Quantität und Qualität von Schlaf. Dies kommt der geistigen und körperlichen Gesundheit zu Gute, insbesondere den am stärksten gefährdeten Personen der Gesellschaft. Eine dauerhafte natürliche Zeitzone erhöht die Sicherheit auf Straßen und den Umgang mit Arbeitsmaschinen, sie verbessert die Leistungsfähigkeit in der Schule und bei der Arbeit. Kosten und Umweltverschmutzung werden reduziert und der Klimawandel verlangsamt. Dauerhafte natürliche Zeitzonen bieten zu jeder Jahreszeit eine ausgewogene und gesunde Ausnutzung von Tageslicht. Sie sind fair gegenüber allen Religionsgemeinschaften. Sie sind ein wesentlicher Aspekt einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft.

Wir fordern insbesondere die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten sowie die Bundes-, Landes- und Provinzregierungen der Vereinigten Staaten und Kanadas auf, die weltweit führenden Forscher in der Chronobiologie und den Umweltwissenschaften zu konsultieren, die Ergebnisse dieser Forscher förmlich anzuerkennen und noch vor März 2021 konkrete Pläne für die Wiederherstellung oder Inkraftsetzung natürlich angemessener Zeitzonen zu veröffentlichen.

Jedem Land seine eigene natürliche Zeit!

Pressemitteilung-Internationale-Allianz-für-natürliche-Zeit 
vom 20.10.2020 der deutschen Landesgruppe

Offizielle Pressemitteilung der Internationalen Allianz für natürliche Zeit
vom 21.10.2020 – deutsche Übersetzung –

Ich habe mich der Allianz angeschlossen.

Mach mit!

 

von jamoluk auf pixabay.com

2 Jahre in Normalzeit leben

Ist es wirklich erst 2 Jahre her als ich meine alten funkfreien Wecker heraus suchte und sie alle um eine Stunde zurück stellte?
Es kommt mir so viel länger vor.
Anscheinend ändert sich auch das Zeitgefühl im Leben mit der Normalzeit…

Im September wird die Herbstzeit jetzt deutlich spürbar.
Die Tage werden schon seit Ende August kürzer.
Ich gleite gemächlich in die Herbstzeit hinein und mache mir abends gern eine Kerze an.
Kaum zu glauben, daß ich noch vor 3 Jahren ab Ende August bis Ende Oktober stets die schlimmsten Wochen des Jahres erlebte.
Mit unglaublich viel Energielosigkeit, Unlust, Depression, Zweifel an meiner Leistungsfähigkeit, Krankheiten...
Und nun ist alles wie weggeblasen.

Ist es Zufall, daß grad heute gleich zwei meiner Bekannten über Abgeschlagenheit und Mutlosigkeit mit mir sprachen?
Da sie wissen, daß ich in Normalzeit lebe und es mir seit dem gut geht, empfahl ich auch ihnen, einfach mal die Uhren um eine Stunde zurück zu stellen und zu prüfen, wie sich das anfühlt für sie.
Leider kommt das nicht für alle Menschen in Frage.

Gerade ältere Senioren kommen oft nicht mit der unnatürlichen Zeit während der MESZ klar.
Doch die Umstellung auf Normalzeit während der MESZ fällt ihnen auch schwer, da sie der Abgleich zwischen der MESZ und der Normalzeit verwirrt.
Dabei täte es gerade den alten Menschen so gut gemäß ihren circadianen Rhythmen leben zu können und nicht noch die wenig vorhandene Lebens-Energie auf ein krampfhaftes Gewöhnen an die unpassende Uhrzeit aufwenden zu müssen.
Ein älterer Herr, mit dem ich heute sprach, fiel grad in ein tiefes Loch…
Da er sehr nach der Uhrzeit lebt, ist eine Umstellung der Uhr auf Normalzeit vor der offiziellen Zeitumstellung für ihn nicht möglich.
Wir haben das sehr bedauert.

Wie wird es in Zukunft weiter gehen für Menschen ihn?
Wann werden wir das letzte mal die Uhrzeit umstellen in Europa und in Deutschland?
Werden wir dauerhaft in einer krankmachenden, osteuropäischen Zeit an einem mitteleuropäischen Ort leben müssen?
Oder werden wir endlich entspannter und gesünder als die letzten 30 Jahre in einer dauerhaften, natürlichen Normalzeit leben?

Zur Zeit verdrängt die Corona-Pandemie solche Fragen in den Medien.
Doch deshalb ist das Unbehagen nicht fort, das immer mehr Menschen mit der Zeit der zu frühen Stunde verspüren.
Auch wenn es sich ganz unterschiedlich äußert.

 

 

 

Ob man nun bereits in natürlicher Normalzeit lebt oder noch eine Stunde zu früh – ich wünsche allen Lesern eine wunderschöne, entspannte Herbstzeit mit viel Freude am Leben und einer guten Gesundheit!

In Normalzeit leben während der „Sommerzeit“

Am 29.03.2020 ist es wieder soweit: das Leben mit der zu frühen Stunde beginnt wieder, auch „Sommerzeit“ genannt oder MESZ.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

 

Die Uhrzeiten für Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge sehen so aus:

28.03.2020 06:17 Uhr 18:58 Uhr

29.03.2020 07:15 Uhr 20:01 Uhr

 

 

Gemütliche Abende bei Kerzenschein oder Vogelgezwischter beim Abendbrot sind nun ohne Übergang auf frühe Nacht-Uhrzeiten verlegt, die Kerze zündet sich niemand zur Tagesschau an und das Vogelgezwitscher hören die kleinen Kinder nun plötzlich zur Nacht im Bett.

Durch die derzeitigen Corona-Maßnahmen werden für  viele Menschen die sonst starken Umstellungprobleme etwas abgemildert, da die Schulen und Kitas geschlossen haben und immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten oder vielleicht auch gar nicht. Der Zwang zur zu frühen Stunde plötzlich aufstehen zu müssen besteht diesmal für weniger Menschen.

Wer es sich zeitlich also leisten kann und will, hat die Möglichkeit auf eine Art private Gleitzeit umzustellen, um entweder langsamer in die verfrühte Stunde reinzurutschen oder die Umstellung ganz zu lassen. Die Chance letzteres zu schaffen ist recht hoch.

Bild von Tumisu auf Pixabay

Dauerhaft in Normalzeit zu leben während der sogenannten Sommerzeit ist möglich.
Ich mache es und erstaunliche viele andere Menschen auch, die mich anschreiben oder hier im Blog kommentieren. Auch im privtaten Bekanntenkreis wagen sich nun ein paar daran, da bei ihnen durch die freie Arbeitszeiteinteilung auf Grund von Homeofffice und durch die grad lange, schulfreie Zeit die Verlockung groß ist.

Es ist nun das zweite Frühjahr, in dem ich die Uhren nicht verstelle.             Ich kann es nur jedem empfehlen.

Mir geht es endlich wieder gesundheitlich gut seit ich in Normalzeit lebe und auch der letzte Frühling/Sommer/Herbst war eine schöne und erleichternde Wiederentdeckung meiner bereits verloren geglaubten Lebenslust, Energie und Gesundheit. Hierüber schrieb ich öfters auch im Blog.

Wer auch in der Normalzeit bleiben will während der sogenannten Sommerzeit, für den habe ich ein paar Tipps in Kürze:

  • Funkwecker/-uhren möglichst ersetzen durch Wecker/Uhren mit selbst einstellbarer Zeit.
  • Eine Uhr in sogenannter Sommerzeit belassen, mit Aufkleber bestücken und beschriften mit „MESZ“, „+1“ , „Sommerzeit“ oder in roter Farbe etc., so daß keine Verwechselungen statt finden kann mit den Normalzeit-Uhren.
  • Wenn möglich die Arbeitszeiten durch Gleitzeit oder Homeoffice selbst gestalten.
  • Verabredungen und Termine immer zunächst für sich selbst in Normalzeit überlegen und dann eine Stunde dazu rechnen für den Terminpartner.
  • Terminkalender doppelt führen: einen für Normalzeit und dahinter die MESZ-Zeit, die man dann den Terminpartnern nennen kann
  • Stets und überall immer in der Normalzeit leben
  • Bei Freunden bevorzugt Termine erst in Normalzeit nennen und dann noch mal in MESZ-Zeit
  • Geschäftspartnern und Kollegen die Termine nur in MESZ nennen, außer sie sind Vertraute.
  • Für sehr visuelle Menschen: Analoge runde Ziffernblatt-Uhren nutzen und auch eine analoge Ziffernblatt-Uhr in das Auto legen (hilft mir im Umgang mit Straßenuhren sehr!).
  • Zeiten für tägliche Aufgaben so legen, daß sie dem eigenen Rhythmus mehr entsprechen.
  • Den Lebensstil möglichst der Normalzeit anpassen bzw. beibehalten, wo es möglich ist.
  • Zu frühe Termine, Ladenschlußzeiten als unabänderbar hinnehmen für 7 Monate und sich bewußt bleiben, daß es eine Stunde zu früh ist.
  • Verfrühtes Kulturleben/TV-Programm: geniesse es die Veranstaltungen/TV-Programm früher zu sehen und früher zu beenden und danach noch Ruhe zu haben bis es Zeit wird ins Bett zu gehen.
  • Häufige Aufenthalte außerhalb des Hauses, z.B.  in der Natur, Park, Garten etc., besonders tagsüber oder morgens bis frühen Nachmittag, wann immer es möglich ist.
  • Kontakt zu anderen Menschen, die auch dauerhaft in Normalzeit leben, z.B. über das Internet, hier im Blog, Social Media, im Freundeskreis dafür werben etc.

Es gibt im Blog noch viele andere Tipps und genauere Erläuterungen zur gelingenden Umsetzung. Diese Tipps hier sind eine Zusammenfassung von Erfahrungen, die mir gut geholfen haben. Jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse. Vielleicht gibt es für Dich noch ganz andere Wege. Teile sie mir gern mit und sie können hier veröffentlicht werden.

Der Sinn, warum es gut und gesundheitsfördernd ist, trotz sogenannter „Sommerzeit“ / MESZ weiter in der Normalzeit zu leben ist, dass man sich immer der richtigen Sonnen-Tageszeit bewusst bleibt. Auf diese Weise entgeht man der Verlockung, zu früh aufzustehen und abends zu lange wach

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

zu bleiben, um dadurch dann auf Dauer zu wenig Schlaf zu kriegen. Denn das macht krank und führt vor Allem zu Krebs-Erkrankungen oder entzündlichen Erkrankungen wie z.B. rheumatoide Arthritis u.a.m. . Dies wurde auch am 21.01.2019 im Europaparlament im Kommitee für Tourismus&Transport in einer Präsentation von Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain entsprechend ausgeführt.

Allen Menschen, die jetzt den Versuch starten wollen dauerhaft in Normalzeit zu leben, wünsche ich alles Gute und viel Erfolg.
Und uns Normalzeitlern wünsche ich einen weiterhin entspannten Start in den Frühling.
Bleiben Sie alle  gesund, liebe Leser und kommen Sie gut durch unsere grad stürmische Zeit!

Bild von Larisa Koshkina auf Pixabay

 

Quellen:

Vortrag von Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain  im EU-Kommitee für Tourismus&Transport:

Proceedings of the workshop on “Discontinuing seasonal changes of time in the EU”

Tipps zum Normalzeit-Leben in der „Sommerzeit“:

https://www.normalzeit-leben.de/wordpress/tag/tipps/

Sonnenauf- und -untergangs-Zeiten:

https://sonnenaufgang-sonnenuntergang.de/

 

Ist der Mensch das Zentrum der Zeit?

In früheren Jahrhunderten dachten die Menschen, daß die Erde das Zentrum des Weltalls sei.

Es galt die Auffassung, die Sonne drehe sich um die Erde, ebenso der Mond und alle anderen Sterne.

Der Mensch durchbricht das Himmelsgewölbe und erkennt die Sphären, Holzstich um 1530

Nur mühsam setzte sich die Erkenntnis duch, daß die Erde nicht das Zentrum des Weltall ist.
Der größte Verhinderer der Erkenntnisse von Entdeckern in der Seefahrt und von Wissenschaftlern wie Kepler war die Kirche.
Sie hatte die Deutungsmacht, die letztlich ihren hohen „Würdenträgern“ das enorme, wirtschaftliche Wohlergehen sicherte! Heute ist diese Macht der Kirche gebrochen und jedes Kind weiß hier, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht.

Auch weiß jedes Kind, dass sich das Leben auf der Erde nach der Sonne richtet.
Sowohl im Hinblick von Tag und Nacht als auch in Bezug auf die Jahreszeiten.
Schon im Biologie-Unterricht können Kinder durch Beobachtung von Blumen wie z.B. den Gänseblümchen auf der Wiese oder den Vögeln wie z.B. den Amseln lernen, dass sie mit dem Sonnenaufgang erwachen und erblühen bzw aktiv werden und mit Sonnenuntergang die Blüte schliessen bzw. schlafen.

Die Gezeiten von Ebbe und Flut richten sich nicht nach dem Sonnenlicht, sondern nach mechanischen Gesetzen.
Hier ziehen Sonne und Mond das Wasser an und die Fliehkräfte der Erdumdrehung tun das ihre dazu.
Die Pflanzen, Tiere und Menschen der Küstengebiete richten sich danach im Verbund mit Tag und Nacht.

So lief das über viele Jahrhunderte gut, die Menschen richteten sich nach diesen Naturgesetzen und konnten auf diese Weise auch manches im Voraus planen, um stets Nahrung und Vorräte zu haben.

Erfindungen wie Telegrafie und Eisenbahnen ermöglichten überregionalen Handel und Wissensaustausch sowie das Reisen und eine zeitnahe Post. Eine Vereinheitlichung von Abfahrts- und Ankunftszeiten von Eisenbahnen schien vielen Menschen von Nöten, um besser planen zu können und keinen Zug zu verpassen, der ihnen wichtig war.
So entstanden im Laufe die Zeitzonen von 15°, die sich im Mittel nach dem Sonnenstand im Zenit richten. Für viele Menschen galt damals lange noch die Ortszeit gemäß ihrem örtliche Sonnenstand parallel zur Zeitzone, denn Uhren waren noch teuer und entsprechend wenig verbreitet.
Die meisten Menschen orientierten sich lange noch nach dem Sonnenstand am Himmel.

Bild von Tumisu auf Pixabay

Im Zuge der Internationalisierung und Gobalisierung von Handel und Verkehr wurde es notwendig, die Vereinheitlichung von Zeit praktikabel zu machen.

International agierende Transporte nutzen heute UTC.
Die koordinierte Weltzeit nennt sich auf englisch Coordinated Universal Time mit der Abkürzung UTC, sie ist die heute gültige Weltzeit. Eingeführt wurde sie 1972.
Hiermit kann man unabängig planen und sich abstimmen.
Das ist hilfreich für weltweiten Handel, Verkehr und Kommunikation.

D.h. einfach ausgedrückt: egal in welcher Zeitzone ich mich selbst gerade befinde, kann ich mich mit UTC zu einer internationalen Konferenz via Internet rechtzeitig am Monitor einfinden oder Ankunftszeiten von Frachtern oder Überland-Transporten planen.
UTC dient als weltweit vereinheitlichte Zeitskala für Handel, Transport, Militär, Wissenschaft und Kommunikation.
Wer international viel agiert oder kommuniziert, lebt weiterhin in der Zeitzone des eigenen Aufenthaltes und ist mit UTC darüber orientiert, welche Zeitzone und Uhrzeit die Handels- und Kommunikations-Partner haben.

Im privaten Alltag schaue ich meist zuerst wo die Sonne am Himmel steht und weiß unter Berücksichtigung der Jahreszeit ungefähr wie spät es ist.
Schaue ich zur Uhr, kenne ich die Uhrzeit für die Region meiner Zeitzone (die seit 1972 international in UTC kommuniziert wird), die für die dort lebenden Menschen in der Regel die zeitliche Orientierung gibt.
Will ich mich in Deutschland mit einem Gesprächspartner aus Neuseeland zur Videokonferenz verabreden, mache ich dies mit Hilfe von UTC, indem ich die Stundendifferenz errechnen kann.
In all diesen Fällen macht die Vereinheitlichung von Uhrzeit einen Sinn, um sich zeitlich orientieren zu können.
Die Uhrzeit wird zu einem Parameter, der zu einer Verabredung oder Planung dient.

Bild von dozemode auf Pixabay

Schon ab Einführung der Zeitzonen und der Standardzeit c.a. in der Mitte des 19.Jahrhunderts war die somit ermittelte Zeit meist nicht mehr genau jene, die dem örtlich Sonnenstand entsprach, sondern sie wich ab bis zu +/- einer halben Stunde. Schon hier trennte sich die Standartzeit von der Ortszeit.
Doch sie orientierte sich letztlich noch an dem Sonnenstand im Mittel von +/- 30 Minuten.
Das machte es den meisten Menschen schon damals möglich, sich damit zu arrangieren, auch wenn sie selbst oft noch keine Uhr hatten, nur eine Kirchturmuhr oder höchstens eine einzige in der guten Stube.

Nicht von ungefähr kommt es daher, daß die Verstellung der Uhrzeit um eine Stunde nach vorne seit ihrer Einführung 1980 in Deutschland zu vielen Protesten führte.
Da es damals noch kein Internet und soziale Medien gab, verhallte dieser Protest in den öffentlichen Medien rasch nach der Einführung wieder und ploppte höchstens mal zum Zeitpunkt der Umstellung auf.
Bis zu 90 Minuten Abweichung der Uhrzeit vom örtlichen Sonnenstand war für viele Menschen im Alltagserleben unangenehm und desorientierend.
Für nicht wenige ist es das auch heute noch.
Durch die Lebensumstände der reicheren Nationen in Europa gibt es hier inzwischen einen Lebensstil, der sich weitgehendst von der Natur und ihren Rhythmen verabschiedet hat und selbst in der Landwirtschaft wird versucht, die Natur möglichst zu „zähmen“ gemäß den Bedürfnissen globalisierter Handelsketten und deren Gewinnen.

Mit der Diskussion um die Neugestaltung von Zeitzonen und Standardzeiten in Europa – seit 2018 angestoßen durch eine unverbindliche Meinungsumfrage der Europäischen Kommission – zeigt sich, daß die großflächige Vereinheitlichung von Uhrzeit zu einem scheinbar unlösbaren Konflikt mit der regional auf 15° Grad begrenzten Zeitzone führt, die sich viele Bürger in der EU wünschen und die vor Jahrhunderten zu einer Akzeptanz einer vereinheitlichten Uhrzeit führte.
Da nicht jeder einzelne Bürger internationalen Handel und Transport oder täglich internationale Videokonferenzen hat, wirkt es lebensweltfremd, eine große vereinheitlichte Zeitzone offiziell einführen zu wollen jenseits von mittleren Sonnenständen der jeweiligen Regionen.

Die Diskussion um Zeitzonen und Standardtzeiten für größere Gebiete in Europa führten in der Öffentlichkeit jüngst zur Verbreitung der Annahme, der Mensch sei Bestimmer über die Zeit in seiner Region und somit sei eine Abstimmung über die eigenen Vorlieben für Tagesverläufe ein demokratischer Vorgang.
Von da an kam es über längere Zeit zu immer tieferen „Grabenkämpfen“ zwischen Befürwortern einer östlichen Zeitzone als dauerhafter Standartzeit (UTC+2) und den Befürwortern der mitteleuropäischen Standardzeit (UTC+1) in Deutschland.
Der zunehmenden Entzweiung wurde ein Ende gesetzt, indem diese Diskussion nicht mehr öffentlich geführt wird, sondern innerhalb des Europäischen Parlamentes bzw. in Ausschüssen.

Die Europäische Union ist historisch aus einer Handelsvereinigung europäischer Nationen entstanden.
Und noch heute hängt ihr diese Prägung an.
Man merkt es bei Themen wie Klima und Tierschutz vs. Handel, Landwirtschaft und Subventionen.
Oder eben auch beim Thema der Zeitzonen.
Denn ein Interesse an einer Vereinfachung von Zeitzonen in Europa hat wohl besonders der internationale Handel und das Transportwesen.
Allerdings nutzen die meisten dort ohnehin schon die koordinierte Weltzeit (UTC).
Ein weiterer Vorteil von späteren Sonnenuntergangs-Uhrzeiten haben Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer eher bereit sind Überstunden zu leisten so lange es draußen noch schön hell ist.
Und Vorteile hat das Gaststättengewerbe in der Urlaubszeit, wenn die Menschen eine Stunde länger dort Geld ihr ausgeben.
Arbeitnehmer, die spätere Zeiten für Arbeitsbeginn und Arbeitsende haben, bevorzugen auch oft eine spätere Uhrzeit im Hinblick auf Sonnenuntergänge.
Alle anderen, so scheint es mir, finden in ihrer Lebenswelt keinen dringenden Bedarf für eine uhrzeitliche Verschiebung von Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten um bis zu 90 Minuten in Deutschland.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Immer mehr Wissenschaftler melden sich in der Öffentlichkeit zu Wort und liefern Erkenntnisse und Fakten dahingehend, daß eine Vorverlegung von Tagesrhythmen krank macht und sogenannten „Volkskrankheiten“ wie z.B. Depressionen oder Diabetes mellitus Typ II Vorschub leisten.
Hier im Blog wurde oft darüber berichtet und auch die Quellen sind aufgeführt.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Altmeyer haben sich positiv zur dauerhaften Vorstellung der Uhrzeit um eine Sunde geäußert.
Zur Begründung führten sie auch persönliche Vorlieben dafür auf.
Der Chronobiologe Professor Till Roenneberg der Uni München meinte hierzu vom „Tagesspiegel“ befragt:
„Das ist irre, Hedonismus pur. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Das Vorgehen erinnert mich an die Politik von Trump. Das ist genauso, wie wenn man zum Thema Klimawandel sagt: ‚Ist doch schön, wenn wir wärmere Sommer haben.‘ Viele Politiker denken offenbar, es geht hier um Lifestyle. Es geht aber um die Gesundheit der Bevölkerung.“

Die Entscheidung, in welcher Zeitzone wir in Deutschland zukünftig dauerhaft leben sollen, steht noch aus. In 2020 muß innerhalb der EU und in Deutschland eine Entscheidung gefunden werden, da ab 2021 im März oder Oktober – je nach Nation – das letzte mal die Zeitumstellung stattfinden soll.

Ob auf die Wissenschaftler aus Medizin und Chronobiologie gehört wird im Europäischen Parlament und in Deutschland?

Oder glauben manche Entscheider in der europäischen und deutschen Politik, sie hätten die Deutungshoheit über die Zeit?

Die Diskussion um europäische Zeitzonen und Standardzeiten erinnert mich in ihrer Ignoranz von wissenschaftlichen Fakten bislang sehr an die mittelalterlichen Ereignisse und Motive zur hartnäckigen Verweigerung der Erkenntnis, daß die Erde sich um die Sonne dreht.

Bild von Sydney Tshabalala auf Pixabay

Quellen:

Interview mit Chronobiologen Prof. Till Roenneberg zur dauerhaften Sommerzeit:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/chronobiologe-zur-dauerhaften-sommerzeit-die-menschen-werden-spueren-dass-es-ihnen-nicht-gut-geht/24156316.html

Zeitzonen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzone

Koordinierte Weltzeit (UTC):

https://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierte_Weltzeit

Johannes Kepler:

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Kepler

Weltraumforschung, Astronomie:

https://www.planet-wissen.de/technik/weltraumforschung/astronomie/index.html

Gezeiten:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/planet-erde/ebbe-flut-gezeiten-102.html

Biorhythmus:

https://fachportal-gesundheit.de/biorhythmus/

Europäische Konsultation zur Sommerzeitverordnung:

https://ec.europa.eu/germany/news/20180831-konsultation-sommerzeit_de

Dauerhafte Normalzeit in Deutschland – das kannst Du tun

Bald ist es wieder so weit:
am Sonntag, 27.Oktober 2019 gilt endlich wieder die Normalzeit MEZ in Deutschland.

Ich freue mich wie jedes Jahr darauf!
Ein Festtag in meinem Kalender.

Seit ich in dauerhaft in Normalzeit lebe, habe ich zum Glück nicht mehr mit den Erschöpfungszuständen und der Gereiztheit zu kämpfen.
Auch alle möglichen Erkältungskrankheiten, die mich in den Jahren zuvor regelmäßig im Frühjahr und Herbst ansprangen, sind wie weggeblasen.
Und es ist schön, bald wieder mit meiner Gesellschaft im zeitlichen Gleichtakt zu leben.

Gern möchte ich, daß es dauerhaft so bleibt.
Das wünsche ich nicht nur für mich, sondern auch für die vielen anderen Menschen, die unter der zu frühen Stunde von April – Oktober leiden.

Bislang stehen die Prioritäten für die Diskussionen in der EU eher für Themen wie Brexit, von der Leyens Kabinett, Klima u.a.m.
Da ist die Debatte zur Einigung auf Zeitzonen in der EU erstmal hintenan gestellt.
Man hört so gar nichts mehr in dieser Richtung.
Und nicht mal in den öffentlichen Medien ist die übliche, große Diskussion darüber in Gange anlässlich der bevorstehenden Zeitumstellung an der Uhr.

Damit die Abgeordneten im EU-Parlament nicht vergessen, daß es viele Menschen und Wissenschaftler gibt, die ein dauerhaftes Leben in der Normalzeit (MEZ in Deutschland) für wichtig und gesund halten, können wir ihnen schreiben.

Der längste Vorkämpfer für die Abschaffung der Sommerzeitverordnung und Rückkehr zur dauerhaften Normalzeit ist Hubertus Hilgers und seine Website zeitumstellung-abschaffen.de.
Hier habe ich Musterbriefe gefunden.
Diese Idee finde ich so gut, daß ich sie gern hier bekannt machen möchte für alle, die nicht blos die Hände in den Schoß legen wollen.
Dafür habe ich den Musterbriefen von Herrn Hilgers ein kleines Update verpasst.

Nach folgend ein paar Musterbriefe, die an die Abgeordneten im EU-Parlament gesendet werden können:

A. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland

B. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland

C. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland.

Wer die Adressen der EU-Abgeordneten nicht kennt, wird hier fündig:

www.europarl.europa.eu/meps/de/search.html?country=DE

Dort werden die Emailadressen nicht aufgeführt.
Wer ein Email senden will, kann es so adressieren:

Vorname.Name@europarl.europa.eu

Wer weitere Links für Argumente Pro dauerhafte Normalzeit in den Musterbriefen hinzufügen will, kann hier nach schauen:

Links zu den Themen auf normalzeit-leben.de

Natürlich können die Musterbriefe auch an die Abgeordneten im Bundestag gesendet werden.
Um auf diese Weise unsere Meinung zu bekräftigen und in Erinnerung zu halten.
Für ein dauerhaftes und gesundes Leben in Normalzeit in Deutschland.

C. Musterbrief für dauerhafte Normalzeit in Deutschland

Betreff: Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung und Diskussion zur Harmonisierung der Zeitzonen.

Sehr geehrte/r Frau/Herr Abgeordnete/r

Viele nationale Initiativen setzen sich in ganz Europa für die Beibehaltung der bzw. Rückkehr zur mitteleuropäischen Normalzeit ein, die unserer natürlichen Zeitzone am ehesten entspricht.

Das künstliche Vorstellen der Uhr auf die sogenannte „Sommerzeit“ beeinflusst unseren Biorhythmus negativ, da unsere innere Uhr sich am Sonnenstand orientiert und sich somit nicht umstellen lässt.

Weite Teile der europäischen Bevölkerung leiden unter den negativen Folgen dieser Maßnahme – mich und meine Familie eingeschlossen.
Die überwiegende Mehrheit der europäischen Bevölkerung würde nach Wegfall der sogenannten „Sommerzeit“ und damit des ungesunden „sozialen“ Jetlags mit Sicherheit wieder gesünder, kreativer, besser gelaunt und ausgeschlafener sein.

Allein die Kosten, die das Gesundheitssystem einsparen könnte wären immens, ebenso würde die Wirtschaft profitieren.
Das ergibt sich zwangsläufig aus den Erkenntnissen der Chronobiologie – einer Disziplin, deren Vertreter nicht ohne Grund am 03. Oktober 2017 in Stockholm den Medizin-Nobelpreis erhalten haben.

Wer sich (wie diese Wissenschaftler) näher mit der Chronobiologie beschäftigt, der wird feststellen, dass die Einführung der „Sommerzeit“ ein Fehler war, der sich negativ auf die Gesundheit eines großen Teils der Menschen auswirkt.
Ihre dauerhafte Beibehaltung würde für viele Menschen in Europa chronische, gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben.

Prof.Dr. Till Roenneberg hat bereits einen Vorschlag für die Verteilung der Zeitzonen in Europa unter chronobiologischen und gesundheitserhaltenden Aspekten entworfen.
(siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Zeitzonen-fuer-Europa-gemaess-der-Chronobiologie-4354908.html

Ich bitte Sie sehr, sich in der kommenden Diskussionen zur Harmonisierung der Zeitzonen nachdrücklich für die dauerhafte Beibehaltung der mitteleuropäischen Normalzeit einzusetzen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und beste Grüße aus ….

B. Musterbrief für dauerhafte Normalzeit in Deutschland

Betreff: Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung und Diskussion zur Harmonisierung der Zeitzonen.

Sehr geehrte/r Frau / Herr Abgeordnete(r) …

Seit die Abschaffung der Sommerzeitverordnung im EU-Parlament beschlossen wurde, geht die Diskussion nun darum, wie die Zeitzonen in Europa harmonisiert werden könnten.

Viele nationale Initiativen setzen sich in ganz Europa für die Beibehaltung der mitteleuropäischen Normalzeit ein, die ja unserer natürlichen Zeitzone am ehesten entspricht.

Das künstliche Vorstellen der Uhr auf die sogenannte „Sommerzeit“ beeinflusst unseren Biorhythmus negativ, da unsere innere Uhr sich am Sonnenstand orientiert und sich nicht umstellen kann.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt sich nicht zuletzt durch die Verleihung des Nobelpreises für Medizin am 3. Oktober 2017 in Stockholm an drei Chronobiologen.

Wer sich näher mit der Chronobiologie beschäftigt, der wird feststellen, dass die sogenannte „Sommerzeit“ ein Fehler ist, der sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, da wir eine noch größere Abweichung der Uhrzeit von der astronomischen Zeit haben, als es eh in unserer Zeitzone schon der Fall ist.
Die eigentliche normale Uhrzeit ist da noch das geringere Problem.

Prof.Dr. Till Roenneberg hat bereits einen Vorschlag für die Verteilung der Zeitzonen in Europa unter chronobiologischen und gesundheitserhaltenden Aspekten entworfen.
(siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Zeitzonen-fuer-Europa-gemaess-der-Chronobiologie-4354908.html )

Ich bitte Sie, sich in der Diskussion um die zukünftig geltenden Zeitzonen nachdrücklich für die dauerhafte Beibehaltung der mitteleuropäischen Normalzeit für Deutschland einzusetzen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und viele Grüße!

A. Musterbrief für dauerhafte Normalzeit in Deutschland

Betreff: Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung und Diskussion zur Harmonisierung der Zeitzonen.

Sehr geehrte Frau / Herr …

Sehr geehrte Frau Abgeordnete / Herr Abgeordneter …

Die Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung ist eng gebunden an die Diskussion um die Harmonisierung der Zeitzonen in der EU.
Ich möchte Sie auffordern sich für die dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit MEZ für Deutschland einzusetzen.
Allein die Kosten, die das Gesundheitssystem einspart, werden immens sein.
Und auch die Wirtschaft wird profitieren.
Das ergibt sich zwangsläufig aus den Erkenntnissen der Chronobiologie – einer Disziplin, deren Vertreter sicher nicht ohne Grund den Medizin-Nobelpreis erhalten haben (PM: https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2017/press.html).

Chronobiologen haben herausgefunden, dass unsere inneren Uhren sich darauf einstellen, wann die Sonne ungefähr am höchsten Punkt steht.
Daran ändert sich durch die Uhrenvorstellung um eine Stunde nichts.
Was sich ändert, ist, daß wir in der sogenannten „Sommerzeit“ eine Stunde früher aufstehen und abends nur selten eine Stunde früher einschlafen können, da es zu lange hell ist.
Genau das nennt man einen „sozialen“ Jetlag, und der ist ungesund (siehe:
Till Roenneberg: Wie wir ticken (Dumont);
http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Wie-die-Sommerzeit-den-Koerper-beeintraechtigt               oder
https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-017-9248-7).

Schwer wiegt die Verstärkung der ohnehin schon negativen Folgen des schlafgefährdenden Lebens in der 24/7-Gesellschaft durch die sogenannte „Sommerzeit“( siehe:
Peter Spork: Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft (Hanser);
http://www.peter-spork.de/100-0-Schonzeit-fuer-Eulen.html).

Normalerweise wird argumentiert, wir würden uns ja auch auf Fernreisen sehr schnell an eine Umstellung um eine Stunde anpassen.
Doch dabei handelt es sich tatsächlich um eine biologisch gewollte und äußerst sinnvolle Anpassung unserer inneren Uhren an die äußere Zeit, vorgegeben durch den Lauf der Sonne.
Genau der Umstand, dass uns das so gut gelingt, belegt deshalb das Gegenteil von dem, was er belegen soll: Er zeigt, wie schwer es vielen Menschen fallen muß, sich an die sog. „Sommerzeit“ zu gewöhnen.
Diese ist nämlich eine Vorstellung der Uhren, OHNE dass die Sonne Ihren Lauf verändert.

Die unerträgliche Uhren-Vorstellung auf eine dauerhafte, sogenannte “Sommerzeit”, entspricht also einer Flugreise in eine andere Zeitzone, bei der man leider vergessen hat, die Uhr umzustellen und deshalb permanent zur falschen Zeit aufsteht und zu Bett geht.
Das ist ungesund!

Prof.Dr. Till Roenneberg hat bereits einen Vorschlag für die Verteilung der Zeitzonen in Europa unter chronobiologischen und gesundheitserhaltenden Aspekten entworfen.
(siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Zeitzonen-fuer-Europa-gemaess-der-Chronobiologie-4354908.html

Ich bitte Sie, als meine/n gewählte/n EU-Abgeordnete/n sich für eine Beibehaltung der dauerhaften Normalzeit für Deutschland einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Sommerzeit und der Umgang mit alternativen Fakten

Der September ist dieses Jahr für mich sehr schön!
Mit den kürzeren Tagen kommt die Gemütlichkeit, sich zu Hause einzukuscheln und die langen Abende zu geniessen.
Dann wieder scheint tagsüber die Sonne so schön, daß man noch mal gern Draußen oder im Grünen ist.
Übergangszeit.
Der frühere Abend bereitet uns auf den nahenden Herbst vor.

Leider geht es meinen Kollegen und Kolleginnen mehrheitlich wohl grad nicht so gut.
Bei vielen von ihnen und auch bei einigen Menschen im Freudeskreis beobachte ich seit Anfang September zunehmend Müdigkeit, Unkonzentriertheit und seit mehreren Tagen fällt mir zunehmende Gereizeitheit auf.
Das hatte ich schon letztes Jahr bemerkt.
Das ist nach meiner Erfahrung alles noch steigerungsfähig bis Ende Oktober.
Dann sind viele oft recht streitlustig.
Eine Lektion, die ich mir für dieses Jahr gemerkt habe.

Da ich es auf der Arbeit oft steuern kann, wann Arbeits-Treffen statt finden, versuche ich meine Termine möglichst normalzeit-kompatibel zu legen.
So starte ich gern um 9:00 Uhr Normalzeit, was umgerechnet in der MESZ (mitteleuropäische Sommerzeit) 10:00 Uhr bedeutet.
Oft habe ich es dann auch mit etwas ausgeschlafeneren Kollegen zu tun, da sie ihrerseits oft an dem Tag auch nicht früher anfangen zu arbeiten.
Bei Arbeits-Treffen die von anderen Kollegen geplant sind und bereits um 7:00 Uhr Normalzeit (= 8:00 Uhr MESZ) statt finden, habe ich lauter müde Gestalten am Tisch.
Selbst 8:00 Uhr Normalzeit (= 9:00 Uhr MESZ) schient für viele Kollegen inzwischen nicht mehr der rechte Arbeitsbeginn zu sein.
Im Grunde sind diese Stunden verschwendete Arbeitszeit, da andauernd wiederholt werden muss, verdeutlicht werden muss und Entscheidungsprozesse sich hinziehen.
Wenn Leute aus der Wirtschaft wirklich für dauerhafte MESZ sind, dann mal viel Spaß bei solchen müden Entscheidungsrunden mit unkonzentrierten Kollegen.
Und wie kritisch muss das erst sein bei sicherheitsrelevanten Arbeiten in der Technik oder in der Fabrik, wenn die Arbeiter unausgeschlafen und unkonzentriert sind…

Doch warum sind sie denn so unausgeschlafen und unkonzentriert?
Könnten doch früher zu Bett gehen.
Tun aber die wenigsten gern.
Wer glaubt, dass er um 8:00 Uhr MESZ anfängt zu arbeiten, beginnt in Wirklichkeit (in Bezug auf die Sonnenlicht-Zeit) schon um 7:00 Uhr Normalzeit.
Abends ist so Jemand müde, doch wird das oft nicht mit zu frühen Aufsteh-Zeiten in Verbindung gebracht, denn offiziell steht man ja in der MESZ anscheinend gar nicht zu früh auf.
Sage ich einem Kollegen aber, daß er real (in Bezug auf  die Sonnenlicht-Zeit) dieses Arbeitstreffen um
7:00 Uhr hat statt um 8:00 Uhr MESZ und erkläre ihm die Zusammenhänge, dann blitzt oft die Einsicht auf.
Gerade in den Übergangszeiten April-Mai und September-Oktober ist das für Viele ein hartes Brot in der MESZ-Verwirrung leben zu müssen.
Bereits im letzten Artikel habe ich beschrieben, wie verwirrend das ist, in der verkehrten Zeit zu leben.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich bis zum letzten Jahr an mir und meiner Leistungsfähigkeit zweifelte, weil ich immerzu müde und erschöpft war ab Mitte August.sad-3187671_by_Snapit_pixabay_lizenz_cc0
Aber auch im April und Mai ging es mir oft nicht gut und ich war merkwürdig müde, statt fröhlich den Frühling zu geniessen.
Das nagt an einem und ich dachte, ich habe vielleicht eine Depression.
Oder ich würde eben älter und das Müde-sein gehört dazu.
Natürlich fragte ich mich auch, wie das erst werden soll, wenn ich wirklich alt bin und noch arbeiten muss.
Insgesamt war mein Selbstvertrauen auf dem Tiefpunkt.
Ich zweifelte an mir und brachte es in früheren Jahren nicht mit der verdrehten Zeit in Verbindung.

Was macht das mit Menschen, wenn sie sich hier selbst etwas vorgaukeln?
Viele sind oft erschöpft und müde oder unkonzentriert.
Nicht wenige werden krank.
Der Glaube an sich und die eigene Leistungsfähigkeit kriegt einen Knacks.
Und das Vertrauen in der Welt gut bestehen zu können lässt nach.
Dazu kommt die zunehmende Gereiztheit.

Kann ein Mensch sich an den „alternativen Fakt“ einer Art von Uhrzeit gewöhnen, die sich nicht an der Sonnenstand-Zeit orientiert aber dennoch deren Messinstrument, die Uhrzeit, verwendet?

Was macht es mit einem Menschen, der in der Mitte des Tages daran glauben soll, daß es bereits schon nach der Mitte des Tages ist – laut seiner „Sommerzeit“?

Wie geht es Menschen, die niemals eine feste Gewissheit entwickeln konnten im Hinblick auf die Zeit und den Sonnenstand und in eine Synchronizität zwischen Sonnenstand und Uhrzeit?
Die – ganz im Gegenteil – die Uhr-Zeit ganz unabhängig von dem Sonnenstand und physikalischer Grundlagen hin und her stellen?
Mal gilt die physikalische Zeit, dann wieder nicht.

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Durch die „Sommerzeit“ haben wir die Zeit abgekoppelt von physikalischer Sonnenstand-Zeit und sie zur reinen Strukturierung des Tages umgewidmet.
Diese Art der rein strukturgebenen Zeit ist etwas anderes als die Sonnenstand-Zeit.
Sie nutzt aber das selbe Mess-Instrument: die Uhr.

Und hier fängt die Verwirrung an.

Hierzu ein Ausschnitt aus Orwells „1984“ an den ich mich derzeit oft erinnere:
Wenn die Partei sagt, dass 2 + 2 = 5 ist, dann ist es so.
Es genügt auch nicht, es nur zu sagen und dabei zu lügen, man muss es wirklich glauben.
Wird behauptet, dass 2 + 2 = 5 ist und wenn die Menschen es glauben, dann ist es so.
Andererseits wird auch eingeräumt, dass es z. B. für wissenschaftliche Zwecke mitunter schon erforderlich sei, zu wissen, dass 2 + 2 = 4 ist.
Hier setzt dann das eigentliche Zwiedenken ein, da vom linientreuen Parteimitglied verlangt wird, zwischen „zwei Wahrheiten hin- und herzuschalten“ (in einem Moment 2 + 2 = 5, im nächsten 2 + 2 = 4), ohne sich dessen bewusst zu sein.
Eine objektive Wahrheit gibt es nicht mehr.
„Die Wirklichkeit spielt sich im Kopf ab. … Es gibt nichts, was wir nicht machen könnten. … Sie müssen sich von diesen dem neunzehnten Jahrhundert angehörenden Vorstellungen hinsichtlich der Naturgesetze freimachen.
Die Naturgesetze machen wir.“

2 + 2 = 5 ist keine Rechenaufgabe und kein mathematischer Trick, sondern eine Aussage, die in der Geschichte der Aufklärung eine wichtige Rolle spielte:
Wer bestimmt, was die Wahrheit ist?
Wer bestimmt, was Offiziell ist, wer hat die Macht über Fake News oder alternative Fakten?
(Zitat: https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman) )

Dieses konstante, subtile und bedrohliche Gefühl, daß etwas grundsätzlich nicht richtig ist – das ist weg seit ich dauerhaft in Normalzeit lebe.

 

Ein Jahr ohne „Sommerzeit“ !

Ein Jahr in Normalzeit ist nun um.

Ich lebe super entspannt und kann das Leben wieder richtig geniessen!!

Vor einem Jahr im September habe ich mich aus dem „Sommerzeit“-Wahnsinn verabschiedet.

Ständige Abgeschlagenheit, Gereizheit, innere Hektik hatten mir spätestens Ende August immer mehr zu gesetzt und im Oktober kroch ich sinngemäß nur noch auf dem Zahnfleisch umher und war regelmäßig in dem Monat krank.
Auch die Umstellung im April war stets Ursache für regelmäßige Erkrankungen in dem Monat.

Doch nun, nach einem Jahr Normalzeit, geht es mir wirklich sehr gut!
Und ganz besonders dieser September ist die reinste Wucht!
Es ist so toll endlich wieder die schönen Dämmerungsabende zu haben, wenn es wirklich Abend ist.
Da mache ich mir gern mal ein Lichtchen an und geniesse zum Abendbrot die rote Dämmerung, die ja nun wieder länger dauert.
Bereits gegen Ende August hat die Sonne langsam ihr Licht geändert und es wird wieder früher dunkler und morgens später hell.
Im Norden, wo ich wohne, fällt das besonders auf.

Seit jeher lebe ich mit dem Licht.
Bereits in meiner Kindheit brachte mein Vater mir bei, wie man sich an der Sonne orientieren kann, um entweder zu wissen, wie spät es ist oder falls man sich verlaufen hat, um wieder zurück zu finden.
Das ist mir so in Fleisch und Blut über gegangen, daß ich mich an die falsche Zeit von April bis Ende Oktober nie gewöhnen konnte.
Da ich in diesem Jahr nun ganz normal leben konnte, wurde mir sehr deutlich, wie stark mich mein im Grunde sehr gutes Gefühl für Raum und Zeit in Bezug auf die Sonne leitet.

Obwohl ich während der MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) in Normalzeit lebe, habe ich zu meinem eigenen Erstaunen öfter keine Uhr benötigt im Alltag.
So wie früher, vor der MESZ.
Und ist doch mal ein Transfer in die MESZ notwendig, geht es auch ohne Uhr beim „umrechnen“.
Das ist allerdings nur möglich, wenn ich nicht arbeite und keine Arbeitstermine habe.african-american-3496261_by_rawpixel_pixabay_lizenz_cc0
Mit der Arbeit kann ich die Normalzeit auch gut vereinbaren.
Die Methoden, die ich mir letztes Jahr zu Hilfe nahm, nutze ich heute noch.
Sie haben sich bewährt.

Da mich unterwegs im Auto manchmal doch die vielen Straßenuhren verwirren und wieder hektisch werden lassen, habe ich nun eine analoge Miniuhr im Auto, die natürlich in Normalzeit läuft, und auf die ich dann gucke.
Dann bin ich sofort wieder orientiert.
Doch im Großen und Ganzen habe ich keine Probleme und würde immer wieder diese Entscheidung treffen.

Dennoch freue ich mich schon, wenn ich ab November endlich wieder mit meiner Gesellschaft im Gleichtakt leben darf und der Einzelhändler wieder normal von 8 – 18 Uhr öffnet statt von 7 – 17 Uhr.

Wenn ich auch in Normalzeit während er MESZ lebe, so muß ich mich doch anpassen.
Findet ein Arbeitstreffen um 8:00 Uhr MESZ statt, dann ist das in Normalzeit 7:00 Uhr und ich muss entsprechend früh den Wecker stellen und entsprechend am Vorabend schlafen gehen.
Der für ich so gesunde Unterschied besteht jedoch darin, daß ich weiß wie spät es wirklich ist (in Bezug auf die Sonnenlicht-Zeit) und ich wundere mich weder warum ich morgens so schwer in die Gänge komme, noch wundere ich mich, wenn ich abends früh müde werde.
Gaukle ich mir jedoch vor, der Termin begänne ja nicht real um 7 Uhr sondern um 8 Uhr, dann verwirrt mich das alles auf die Dauer, denn ich verliere ja völlig aus dem Blick, daß ich irre früh aufstehe für ein irre frühes Arbeitstreffen und dass es dann nur normal ist, wenn ich abends früher müde bin.
Und damit begänne all die hektische und ruhelose Lebensführung, wie sie in der sogenannten „Sommerzeit“ für viele üblich ist.

Das ist nun Schnee von gestern für mich.
Ich möchte jeden, der unter der sogenannten Sommerzeit leidet, raten es mit der Normalzeit zu versuchen.
Auch wenn man nicht durchgängig im Normalzeitrhythmus leben kann, man weiß dann wenigstens, dass die vorgedrehte Zeit zu sehr frühen Terminen führen kann, die einen abends früher ermüden lassen.
Das wahrt das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit!

Ich hoffe, das wir bald wieder die gesundheitserhaltende Normalzeit dauerhaft in Deutschland haben.

April in Normalzeit

Seit einer Woche lebe ich wieder in Normalzeit während der MESZ.
Wie läuft es?
Gemächlich.
Es scheint mir fast, als wäre im Vergleich zu den vorherigen Frühjahren ein wenig die Zeit stehen geblieben.
Oft hatte ich nach der Zeitumstellung damals eher ein Mai-Gefühl und konnte es gar nicht abwarten, bis es endlich wärmer wurde oder mehr Blumen blühen.
Und ich stürzte mich in irgendwelche Gärtnereien und kaufte Frühblüher, um mein Bedürfnis nach blühenden Blumen im Garten zu befriedigen.
Wie verrückt!
Es schien mir oft irgendwie verkehrt, daß alles noch nicht soweit war.
Nun stelle ich fest: es war schon alles richtig, nur ich war so ungeduldig, da ich nach der Zeitumstellung im Frühjahr quasi einen Mai-Rhythmus lebte.
Am 30. März 2019 ging die Sonne unter um 18:36 Uhr Normalzeit/MEZ nach der Zeitumstellung zur MESZ am 31. März 2019 geht die Sonne unter um 19:38 Uhr MESZ.
Um 19:40 Uhr beginnt der Sonnenuntergang im Mai nach Normalzeit/MEZ.

Also kein Wunder wenn ich in all den letzten Jahrzehnten im Frühjahr oft so ungeduldig wurde, weil es im April noch nicht so warm und schön war wie mein Körper es auf Grund der veränderten Tageszeiten erwartete.
Ich bin diesmal sehr entspannt und beobachte wie auch die Natur langsam erwacht im Rhythmus der Sonne.

Wie schon beim letzten Wechsel von der Sommerzeit in die private Normalzeit, komme ich noch manchmal durcheinander mit der sozialen Zeit und der Normalzeit.
Doch ich merke, nach einer Woche fällt es schon leichter, die eine Stunde bei Verabredungen oder von TV-Sendungen, die ich sehen will, automatisch dazu zu rechnen ohne mich weiter mit der verdrehten Zeit zu identifizieren.
So, wie man auf den Fahrplan guckt, um zu wissen, wann der Bus fährt.
Die Straßenuhren bringen mich manchmal noch durcheinander und irritieren mich mit ihrer zu frühen Stunde.
An einer Straßenecke, wo ich oft an der Ampel stehe, sind gleich zwei große Straßenuhren.
Dann merke ich, wie rasch mich das unter Streß setzt, weil sich kurzfristig alles falsch anfühlt.
Deshalb habe ich immer eine Analog-Uhr am Handgelenk und kann schnell raufschauen.
Und sofort bin ich wieder im Normalzeit-Universum.

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Mich erreichen immer mehr Zuschriften von Menschen, die diesmal nicht in die sogenannte „Sommerzeit“ gewechselt haben.
Ich freue mich sehr darüber!
Zugleich zeigt es, daß mit der MESZ wirklich etwas nicht in Ordnung sein kann, wenn immer mehr Menschen die anfänglichen Unbequemlichkeiten mit einem Normalzeit-Leben während der MESZ auf sich nehmen.

Wie auch immer Du lebst – ich wünsche uns allen einen schönen, gemütlichen Start in den Frühling!

Zeitumstellung „Sommerzeit“ – ohne mich!

Heute ist der Tag für die Zeitumstellung auf „Sommerzeit“ und ich habe keine Uhrzeit umgestellt!

Ich merke heute überhaupts nichts von der Zeitumstellung – ein Glück!
Aber kein Wunder, heute ist Sonntag und ich bin nicht auf Öffnungszeiten, Arbeitstermine etc. angwiesen.
Mir fällt nur auf, daß es heute erstaunlich ruhig in meiner Umgebung ist, wo doch die Sonne scheint, alle hier frei haben und dann normalerweise gern viele Kinder laut draußen spielen oder die Leute sonst in den Gärten aktiv und laut was machen.

In den letzten Tagen habe ich ein paar Vorbereitungen getroffen.
Ich habe meinen Terminplaner wie schon letztes Jahr mit einem weiteren Blatt für die MESZ bestückt.
Die Termine ab April hatte ich schon vorsorglich – wo es möglich war – so gelegt, daß mein Normalzeit-Rhythmus bleiben kann, wie er ist.
Fällt ein Termin also z.B. auf 14:00 Uhr MESZ bedeutet das für mich 13:00 Uhr Normalzeit (MEZ).
Meinen Reciever und eine weitere Uhr mit automatischer Verstellung hin zur MESZ habe ich mit roten Klebestreifen versehen und „SZ“ drauf geschrieben.
So kommt es zu keinen Verwechselungen.
Für PC/Tablet/Smartphone habe ich die Zeitzone vom Tschad gewählt, man könnte während der MESZ auch die Zeitzone von Groß Britannien nehmen, die jetzt in UTC+1 sind.
Ich fühle mich gut vorbereitet und muss mir einfach nur merken, daß die Einzelhändler jetzt wieder eine Stunde früher öffnen und schliessen, also von 7-17 Uhr.
Auch, daß einige Sendungen, die ich gern im TV sehe früher beginnen, was gar nicht so schlecht ist, da mir viele interessante Sendungen oft zu spät beginnen in der Normalzeit.
Und ich erspare mir die Rush-Hour am Feierabend, darauf freue ich mich am meisten!
Ja, ich lebe etwas quer zur sozialen Zeit, zwangläufig, doch es gibt auch ein paar Vorteile dabei.
Natürlich wäre schöner, ich müsste diesen ganzen Zirkus gar nicht veranstalten und wir blieben dauerhaft in der Normalzeit MEZ.

Nun soll wohl in konkreterer Planung die Sommerzeitverordnung in 2021 abgeschafft werden. Hier gibt es zurecht noch in der EU verschieden hohen Bedarf für Folgeabschätzungen der Abschaffung und der Neuverteilung von Zeitzonen für einzelne Länder sowie für weitere Verhandlungen und Absprachen hierzu.
Portugal hat sich ganz gegen die Abschaffung ausgesprochen, so wie auch einige südlich liegendere Länder im Grunde die Zeitumstellung eher befürworten.

Der Chonobiologe Prof.Dr. Till Rönneberg hat sich schon mal Gedanken gemacht zu chronobiologisch sinnvollen Zeitzonen in Europa.

Neue EU-Zeitzonen, Prof.Dr.Rönneberg auf heise.de
Neue EU-Zeitzonen, Prof.Dr.Rönneberg auf heise.de

Auf dem ersten Bild sieht man die Zeitzonen, so wie sie heute gelten von Herbst bis Frühling. Hierbei liegt Deutschland in der grünen Zone, in der MEZ, UTC+1.
Auf dem zweiten Bild sehen wir die Länder in der MESZ, UTC+2, hierbei ist Deutschland in der blauen Zone.
Auf dem dritten Bild zeigt Herr Rönneberg die chronobiologisch gesündeste Zuordnung der Zeitzonen für Europa, Deutschland ist in der grünen Zone, der MEZ, UTC +1.

Bleibt zu hoffen, daß Politiker sich für wissenschaftliche Fakten zu diesem Thema interessieren und sie maßgeblich einbeziehen in ihre Entscheidungen.

Ich geh jetzt gleich noch mal raus in die Frühlingssonne und freu mich, wenn mir heute meine schöne Frühlingsdämmerung am Abend erhalten bleibt.

Allen Normalzeitlern wünsche ich eine guten Start!

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Fünfundfünfzigster Tag in der Normalzeit – Normalzeit in Europa

28.Oktober

Endlich ist es wieder soweit: die Normalzeit in Deutschland!
Seit Einführung der Sommerzeit-Verordnung in Deutschland 1980 ist das Ende der MESZ immer der schönste Tag im Jahr für mich!
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Diesmal ist es ein wenig anders.
Ich hungerte nicht mehr auf dieses auf Datum hin wie sonst in all den Jahren zuvor auf Grund von großer Erschöpfung.
Denn inzwischen lebe ich bereits seit 55 Tagen in der Normalzeit mit so gutem körperlichen und seelischem Wohlbefinden wie schon ganz lange nicht mehr im Herbst.
Seit langem habe ich keine so schöne Herbstzeit mehr gehabt!
Der Spagat zwischen Normalzeit und die eine Stunde früher zu rechnen mit der sogenannten „Sommerzeit“ hat nun erfreulicherweise erstmal ein Ende.
Zum Glück lief das für mich besser als anfangs gedacht.
Dennoch bin ich nun schon froh mit meinen Mitbürgern die gleiche Zeit zu haben.
Und ich freue mich für alle meine Kollegen, die jetzt nicht mehr so todmüde aussehen müssen oder so häufig krank werden wie in den letzten Wochen…

Meinetwegen bräuchte niemand mehr an der Uhr drehen müssen.
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Die Diskussion über die Abschaffung der Sommerzeitverordnung in Europa sowie die Findung der passenden Zeitzone für die jeweilige Nation hält auf politischer Ebene derzeit noch an.
Bis zum 30.10.2018 tagen die EU-Verkehrsminister zum Thema Zeitumstellung.

Sollte die Zeitumstellung doch abgeschafft werden in der EU, dann bliebe noch die Frage der einzelnen Nationen zu beantworten, in welcher Zeitzone sie leben wollen.
In Deutschland gibt es hier bislang nur persönlich geäußerte Vorlieben von Ministern/Kanzlerin, die noch nicht als absolutes Statement gewertet werden können – auch wenn in vielen öffentlichen Medien dies so interpretiert wird.
Daran schliessen sich dann häufig allerlei Forendiskussionen an und es werden viele Online-Umfragen in der Argumentation bemüht.
Doch an Online-Umfragen nehmen die teil, die gern im Internet unterwegs sind.
Der Rest: alte Menschen, Kinder, z.T. behinderte Menschen, am Internet nicht interessierte Menschen u.a. werden hier nicht berücksichtigt.
Insofern sind Online-Umfragen nur ein Stimmungsbild von Internet-Nutzern, nicht aber von der gesamten deutschen Bevölkerung.

Der Zugzwang zur möglichst einheitlichen Zeitregelung zwischen den Nationen zeigte sich für die Schweiz 1981.
Die Schweizer hatten per Volksentscheid 1978 gegen die Einführung der Sommerzeitverordnung gestimmt.
Dennoch wurde sie ein paar Jahre später kurzerhand nach 40 minütiger Diskussion im Ständerat der Schweiz beschlossen.
Grund war der Beitritt der beiden Deutschlands zur Sommerzeitverordnung.
Somit war die Schweiz eine Art Normalzeit-Insel inmitten von Ländern die der Sommerzeitverordnung folgten.
Da war dann auch plötzlich der Volksentscheid hinfällig….

Wie könnte es in Europa aussehen?
Uns umgebende Nationen haben sich für die MEZ ausgesprochen: z.B. Frankreich, Niederlande, Dänemark.
Österreich hingegen findet die MESZ (eigentlich die osteuropäische Zeit OEZ) gut.

Wie es uns in der dauerhaften Normalzeit ergeht, wissen alle Menschen, die sie selbst erleben durften.
Damals gab es für viele nur die eine Zeit.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, es könnte mehrere „Zeiten“ geben unter denen man wählen könnte wie an der Ladentheke.
Gibt es ja auch nicht wirklich.
Es gibt nur Zeitzonen: MEZ oder OEZ, die hier für uns debattiert werden.

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In Europa gab es bereits schon einmal ein Experiment mit dem, was wir in Deutschland „Sommerzeit“ nennen und das nichts anderes bedeutet als die Uhr um eine Stunde vorzustellen.
In Großbritannien blieb in der Zeit von März 1968 – Oktober 1971 die Uhr dauerhaft um eine Stunde vorgestellt.
1970 wurde dann beschlossen das Experiment zu beenden und die Zeitumstellung wieder einzuführen.
Der Grund waren erhöhte schwere Verkehrsunfälle in den Wintermonaten mit oft tödlichem Ausgang (und da gab es noch nicht so viel Verkehr wie heute).
Insbesondere in Schottland war es in manchen Orten noch um 10 Uhr morgens dunkel, auch die Schulkinder waren davon natürlich betroffen.
In Südengland hingegen schien es den einen oder anderen Vorteil zu geben, was jedoch nicht näher erläutert wurde.
Mit Rücksicht auf die negativen Ergebnisse des Experimentes, insbesondere auch aus dem nördlichen Schottland, wurde es beendet und die Zeitumstellung wieder in Großbritannien eingeführt.
Solle Großbritannien die EU verlassen, wollen sie die Zeitumstellung auch weiterhin beibehalten.

Schottland beginnt auf dem 56. nördlichen Breitengrad, –
Kiel und Flensburg liegen auf dem 54. nördlichen Breitengrad.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3c/Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg/402px-Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg
Also nur 2 Grad unter Schottland.
Es ist auch nur eine Richtschnur zur Orientierung.
In den nördlichen Breiten wird es nicht nur später hell im Winter (Normalzeit), sondern durch die Erdkrümmung ist das Sonnenlicht nicht so „schnell und hell“ wie in südlicheren Breiten.
Deswegen wirkt der Winter schon in der Normalzeit oft dunkler als in südlicheren Gegenden Deutschlands.
Wäre in den nörlichen Breiten von Deutschland dauerhaft die Uhrzeit um eine Stunde vorgestellt, dann trifft es die Menschen in Schleswig-Holstein und angrenzende Gebiete besonders hart in der dunkleren Jahreszeit.

Es wäre schön, wenn die Politiker an die Norddeutschen und auch an alle gesundheitsgefährdeten Personen denken, wenn sie Ihre Entscheidung fällen für die OEZ (MESZ) oder für die gesundheitserhaltende MEZ.
Denn mit häufig kranken und von Unfällen gefährdeten Personen ist auf die Dauer kein Staat zu machen!

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Siebenundzwanzigster Tag in der Normalzeit

Der Herbst ist da… und mit ihm die dazu gehörige Herbstmüdigkeit.

Jedenfalls bin ich der Typus, der im Herbst oft müde wird.

Andere soll es ja eher im Frühjahr erwischen.

Ein Chronobiologe, dessen Name mir leider nicht mehr einfällt, stellte die These auf, daß Spätaufsteher eher im Frühjahr die „Frühjahrsmüdigkeit“ bekommen und Frühaufsteher eher im Herbst mit der „Herbstmüdigkeit“ zu kämpfen haben.

Tatsächlich habe ich die nur im Herbst, doch daß ich ein Frühaufsteher bin, hab ich so noch nicht fest stellen können.

Zwar fühle ich mich meist toll, wenn ich es schaffe früh aufzustehen, doch ich schlafe im Grunde schon gern aus.

Die Herbstmüdigkeit fällt bei mir in diesem Jahr jedoch nicht so streßig aus wie sonst.

Als ich noch im September MESZ hatte, da war die Herbstmüdigkeit oberstreßig.

Ich hatte dann ohnehin immer schon mit der falschen Zeit zu kämpfen und dann kam noch der Herbstumschwung dazu…

Meist wurde ich verstärkt krank, weil ich einfach nur noch erschöpft war.

Dieses Jahr ist es anders.

Die Abend-Dämmerung beginnt jetzt in der Normalzeit gegen 17:00 Uhr.

Feierabendzeit in der Werkwoche, so daß man auch wirklich zur Ruhe kommen kann, weil es ja eh dunkel wird.

Und am Wochenende genau die richtige Zeit für Kaffeebesuche von bzw. bei Freunden oder allein gemütlich mit Kerzenschein und einem Buch.

Das Herbstgefühl stellt sich pünktlich ein – und nicht verspätet wie mit der MESZ, die erst Ende Oktober aufhört.

In der MESZ hatte ich im September immer so ein Sommergefühl, das aber nicht passte, und der Herbst fiel eigentlich komplett aus.

Im November entstand dann gleich ein Wintergefühl, da die Zeitumstellung ja am letzten Oktober-Wochenende ist.

Ehrlich gesagt, habe ich nach vielen Jahren bzw. Jahrzehnten jetzt durch die Normalzeit endlich mal wieder eine wunderschöne Herbstzeit!

Und sie hat ja erst begonnen.

Letztens war hier Laternenumzug mit anschliessendem Feuerwerk für die Kinder.blur-1846131_by_pexels_pixabay_lizenz_cc0
Das Feuerwerk fand um 21:00 Uhr MESZ statt…

Super-Uhrzeit für kleine Kinder…

Doch vorher wäre es nach MESZ einfach noch zu hell gewesen für ein Feuerwerk.

Hätten wir bereits Normalzeit (= MEZ), dann hätte das Feuerwerk nach offizieller Uhrzeit um 20:00 Uhr statt gefunden.

Immer noch spät für Kinder aber schon verträglicher.

Daran merkt man, wie verrückt diese MESZ wirklich ist!

Das Leben mit Normalzeit während der MESZ beinhaltet für mich immer, daß ich bezüglich irgendwelcher Termine oder Ladenschlußzeiten stets die MESZ mittdenken muss.
In der ersten Zeit hatte mich das privat öfters mal durcheinander gebracht.

Inzwischen ist es so ähnlich, als wäre man in einem fremdsprachigen Land, wo man in der Fremdsprache mit Anderen kommuniziert aber weiterhin in der eigenen Sprache denkt.
Ich gewöhne mich dran.

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Achtzehner Tag in Normalzeit

Die letzten Tage waren sehr arbeitsreich und ich habe beschlossen, nach 14 Tagen bloggen, nun in größeren Abständen zu posten.
In den letzten 4 Tagen war ich viel in der Stadt unterwegs und hatte viele Termine.
Zum Feierabend ging’s dann noch zum Einkaufen oder ich habe mich mit Freunden getroffen.

Die Dauerkonfrontation mit den unterschiedlichen Zeiten ist weiterhin eine Übungssache.
Vor 3 Tagen habe ich meine Armbanduhr aktiviert.
Ich habe sie ehrlich gesagt noch nie getragen, da ich kein Uhren-Fan bin.
Die Uhr hat ein analoges Ziffernblatt, ist eher unauffällig und läuft in Normalzeit.
Sie hilft mir, mich gleich wieder zu entspannen, wenn ich zu oft auf die Straßenuhren oder Bürouhren geguckt habe und dieses subtile Anspannungsgefühl wieder hoch kriecht.
Da ich ansonsten alle Arbeitstermine in 2 Kalenderblättern führe, eines in MESZ und eines in Normalzeit, habe ich damit weiterhin keine Probleme und es läuft gut.
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Will ich nach Feierabend noch was einkaufen, dann kann es schon vorkommen, daß ich auf dem Heimweg bei meinem Einzelhändler reinschauen will und mir Zeit lasse, denn es ist ja erst 16:45 Uhr.
Stehe ich dann um 17:15 vor seiner Ladentür, ist die zu.
Er macht um 18:00 Uhr MESZ zu. Leider.
Und ich habe mich voll vertan mit den beiden Uhrzeiten…
Auch mit Freunden ist es mir schon passiert, daß wir uns zum Essen um 19:00 Uhr verabredet haben und ich aus ihrer Sicht erst um 20:00 Uhr da bin.
Ich habe mir nun zweierlei vorgenommen:

1. Ladenschließzeiten
Für mich heißt es nun: während der MESZ schließen aus meiner Sicht mein Einzelhändler und andere kleine Läden schon um 17 Uhr. Dafür öffnen sie aus meiner Sicht in der MESZ schon um 7:00 Uhr morgens.
Also: von 7:00-17:00 Uhr aus meiner Normalzeit-Sicht während der MESZ.
Kann man sich gut merken.

2. Verabredungen mit Freunden
Die Verabredungen mit Freunden trage ich nun mit ein in meinen Arbeitskalender mit den 2 Blättern für jeden MESZ-Monat.
Und obendrein in meine Kalenderapp in Normalzeit plus MESZ-Uhrzeit in Klammern gesetzt und mit Erinnerungsfunktion 2 Stunden früher.

Das mache ich seit Heute.
Und heute zumindest war ich pünktlich bei meinem Einzelhändler.
Zum Glück haben die großen Geschäfte teils wesentlich länger auf.
Da ist es egal, ob ich um 17:00 oder 18:00 oder 19:00 Uhr komme.
Sonst hätte ich wohl schon etwas Terminnot mit dem Einkaufen.

Nach wie vor lohnt sich all das weiterhin für mich.
Ich bin seit der privaten Normalzeit-Einführung entspannt, selbst wenn es mal streßig wird oder ich mal nicht so ausgeschlafen hab, weil ich so lange gelesen hab.

restaurant-690975_by-FreePhotos_pixabay_lizenz_cc0Letztens hatte ich ein Treffen mit ein paar Freunden.
Eine von ihnen arbeitet im Krankenhaus.
Sie erzählte, es sei ihr aufgefallen, daß enorm viele Menschen Diabetes haben und fragte sich woran das liegen könnte.
Sie sei der Meinung, früher habe es nicht so oft Diabetes gegeben.
Ich erzählte von dem Zusammenhang der MESZ-Einführung und dem Anstieg von Diabetes Mellitus-Typ-2 seit dem.
Der Partner einer Freundin meinte, das sei ja logisch, denn dann haben ja alle Menschen abends eine Stunde länger Zeit Chips zu essen.
Lustig war’s schon.
Ich habe das nicht weiter vertieft.
Er ist Akademiker, an tagesaktuellen Themen interessiert und hatte die Diskussionen um die Folgen der Zeitumstellung sicher mitverfolgt.
Da bislang nur 3 Menschen wissen, daß ich ein Normalzeit-Experiment mache, habe ich keine Lust gehabt, das Thema noch weiter zu verfolgen.
Denn diese Freunde habe ich bislang nicht eingeweiht und will es auch noch nicht tun.
Doch diese Szene war typisch dafür wie ich oft den Umgang mit den Folgen der Sommerzeit auf die Gesundheit der Menschen erlebe: es wird nicht ernst genommen, selbst von Menschen, die es besser wissen könnten, würden sie es wollen.
Es erinnert mich an den Widerstand der Raucher gegen das gesundheitliche Bedürfnis der Nicht-Raucher in Restaurants.
Im Grunde ist ein typisches Verhalten des Nicht-Ernst-Nehmens, wenn eine Minderheit gefühlt im Recht ist aber die Mehrheit gegenteilig handelt und handeln will.

Ich wollte schon schwarz sehen für meine Hoffnungen, daß sich in der Bevölkerung doch noch ein gesunder Menschenverstand durchsetzen könnte in Bezug auf Zeit und Ort und Sonnenstand.
Doch dann hatte ich heute eine schöne Begegnung.
Ich ging in ein Uhrengeschäft, da mein funkloser Schlafzimmer-Wecker so laut tickt und ich deswegen einen anderen brauche.
Neben mir war ein Kunde, der auch Wecker anschaute.
Ich bat die Verkäuferin um einen Wecker, der nicht tickt und kein Funk-Wecker ist.
Als sie mir ein Modell vorführte und dafür die Uhrzeit auf MESZ drehen wollte, sagte ich, das bräuchte sie nicht tun, ich bräuchte ihn für die normale Zeit.
Da outete sich der Kunde neben mir, er wolle aus genau dem gleichen Grund einen Wecker ohne Funk.
Ich war natürlich hocherfreut, denn ich fühle mich so exotisch mit meinem Normalzeit-Experiment, da ich keine Menschen persönlich kenne, die auch so leben.
Der Arzt, Herr Hilgers, ist mir zwar ein Vorbild und Ansporn bei meinem Normalzeit-Experiment, doch ich kenne ihn ja nicht persönlich.
Umso schöner nun diese zufällige Begegnung zu haben mit einem Normalzeit-Fan.
Daraufhin outete sich auch die Verkäuferin, daß sie hofft, dieses Hin-und-Her mit den Uhrzeiten höre ja nun bald auf und wir haben endlich „normale“ Uhrzeiten.

Damit spricht sie mir aus der Seele.
Und ich bin getröstet, nicht allein damit zu sein, und daß es doch noch Hoffnung gibt.

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Elfter Tag in der Normalzeit

September, 14

Das Stadtleben tickt anders, die Menschen ticken anders – viel eiliger als ich….
Die Stadt ist ja ohnehin schon recht hektisch.
Es kommt mir jedoch so vor, als hätten es die Menschen ab Nachmittag noch mal besonders eilig.
Auch viele Kollegen und Kunden scheinen heute irgendwie „Dampf unter’m Deckel“ zu haben, waren oft nervös und tatsächlich unkonzentriert im Gespräch.
Ich musste mich heute oft wiederholen oder noch mal erklären, worum es grad geht….
Nun, vielleicht war das heute auch alles nur Zufall.
Oder selektive Wahrnehmung.
Es fiel mir nur so auf, als ich heute in der Stadt meine Arbeitstermine hatte.

Nach Feierabend, wurde ich zu Hause etwas müde und machte ein kurzes Schläfchen.
Ich weiß noch, daß ich das als Kind am frühen Abend auch oft tat in der Zeit September/Oktober.
Damals gab es noch keine „Sommerzeit“.
Doch mit der MESZ ist es zu dieser Zeit schon Abendbrotszeit und da mache ich kein Feierabend-Nickerchen…
Jetzt aber habe ich meine Normalzeit zurück und mehr Zeit für sowas übrig.

Als ich wieder aufwachte war schon späte Dämmerung.
Und weil ich durch die Stadt leider noch viel zu oft mit der falschen Uhrzeit konfrontiert bin, hatte ich das unbewusst verinnerlicht und war nun beim Blick aus dem Fenster in Sorge den Abend verpennt zu haben.
Umso beruhigender der Blick zu Uhr: 19:15 Uhr.
Sofort war ich erfreut: ich habe noch den ganzen schönen Freitagabend vor mir und bin doch ausgeruht!
Es ist einfach nur schön!

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Zehnter Tag in der Normalzeit

September, 13

Ein schöner Morgen, ich bin um 6:30 Uhr vor dem Frühstück ein wenig draußen gewesen zum Sonnenaufgang.

Sehr erfrischend und schön.

Ein guter Start auch in den Arbeitstag.

Die Arbeit ging gut von der Hand und ich genoß den Fensterplatz, wo ich schreibe und das helle Licht vor mir habe.

Der Arzt, Herr Hilgers, empfiehlt in seinen Tipps zum Leben in der Normalzeit, sich regelmäßig ins Tageslicht zu begeben für 10-15 Minuten, vorallem vormittags.

Wer kann, dem hilft zusätzlich ein kurzes Mittagsschläfchen.

Das ist natürlich schwer mit Arbeitszeiten vereinbar.

Deshalb bin ich froh um meinen Fensterplatz.

Die Blauanteile im Licht steuern die innere Uhr  und sind besonders in der Morgen- und Abenddämmerung wirksam.
Hierbei ist besonders wichtig, daß die Farbwahrnehmung der Netzhaut unabhängig von der Helligkeit ist.

Blauanteil im Dämmerlicht justiert den Takt für innere Uhr
Blauanteil im Dämmerlicht justiert den Takt für innere Uhr


Das bedeutet, die Netzhaut kann auch an bewölkten Tagen wahrnehmen, wann Dämmerung ist.

Im Grunde ist das ein schlauer Trick der Natur, so daß sich die inneren Uhren einzelner Systeme und Organe im Körper immer justieren können an Hand  der Blauanteile im Licht.

natürliches Dämmerlicht und Bestrahlungsintensiviät
Natürliches Dämmerlicht und Bestrahlungsintensivät


Das der Blauanteil des Sonnenlichts unsere innere Uhr steuert, wusste ich bislang nicht.

Jedoch wird mir nun im Nachhinein klar, weshalb mir grad in den Übergangszeiten Frühjahr und Herbst ein normaler, dem Sonnenlicht angepasster Rhythmus so wichtig ist.

Und da ich diesen Rhythmus auf Grund der MESZ ab Ende März bis Ende Oktober gar nicht leben konnte in den vergangenen Jahrzehnten, war ich in der Zeit – und besonders in der Übergangszeit – deswegen sehr angestrengt, oft erschöpft und sogar arbeitsunfähig an manchen Tagen.

Ich bin mir damit so sicher, weil all diese Symptome ab November verschwinden.

So, wie sie auch jetzt verschwunden sind, nach Einführung meiner privaten Normalzeit.


people-2596150_by_StockSnap_pixabay_lizenz_cc0Heute nachmittag war eine gute Bekannte von mir da, die ich schon lange kenne.

Sie hat gleich die roten Zettel auf den MESZ-Uhren gesehen und gefragt, was das soll.

Ich habe ihr von meinem Normalzeit-Experiment erzählt.

Sie war überrascht und zugleich gab sie mir viel Zuspruch.

Weil wir uns schon so lange kennen, konnte sie gut beurteilen, daß mein Wohlbefinden in der MESZ zusehendst nachliess und spätestens ab Mitte August bis Anfang November mit mir nicht viel los war und das Leben einfach nur noch mühsam für mich war.

Sie betonte, daß ich heute viel, viel vitaler auf sie wirke, gar nicht so wie sonst in letzter Zeit.

Für sich selbst fand sie die Idee der privaten Normalzeit auch interessant.

Es erging ihr wohl ähnlich wie mir, als ich erfuhr, daß es Menschen gibt, die so leben.

Sie hat einen Partner und ein erwachsenes Kind, das noch bei ihr lebt.

Ihr Mann hat so frühe Arbeitszeiten, daß ihm ein veränderter Rhythmus zu Hause wohl gar nicht besonders stören würde.

Das Kind geht auch eher eigene Wege.

Nur zum Abend trifft sich die Familie und isst warm.

Doch selbst da würde es nur zu einer Verschiebung von c.a. 30 Minuten kommen.

Meine Bekannte fand die Vorstellung der zurück gewonnenen Stunde gut und würde es am liebsten machen.

Da ihre Arbeit auch auf Kunden-Terminen basiert, wäre ein doppeltes Kalendermodell für sie machbar.

Sie ist sich jedoch nicht sicher, ob sie Probleme mit der Familie bekommt.

Ich kann ihr Zögern gut verstehen.

Ich hatte ja auch gedacht, es wäre etwas ganz schweres nach Normalzeit zu leben, während alle anderen ihre Uhren eine Stunde früher die gestellt haben.

Mal schauen, wie sie sich entscheidet.

Bestimmt guckt sie erstmal, wie es mir damit geht.

Spätestens im Falle einer politischen Entscheidung für die verrückte MESZ als Dauerzeit würde sie vielleicht aktiver werden.

Denn sie sagt selbst, daß sie das Gefühl hat, den ganzen Tag der Zeit hinterher zu rennen, schon morgens, wenn sie eigentlich noch im Bett liegt….

Das kenne ich, und real tut man das ja auch, wenn man mit der MESZ lebt.

Ich freue mich, so eine tolle Zustimmung und Ermunterung erhalten zu haben von der ersten Person, die ich eingeweiht habe.

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Update:

2018-09-23

Blauanteile im Dämmerlicht mit ergänzenden Links und Bildern


Neunter Tag in der Normalzeit

September, 12

Einen normalen Arbeitstag  habe ich heute mit Home-Office und ohne Termine mit Kunden.

Ich lebe dann sehr harmonisch in der Normalzeit und es geht mir sehr gut.

Ich merke, daß ich mich besser konzentrieren kann, wenn Ablenkungen auftauchen.

Doch einer Ablenkung kann ich mich heute nicht entziehen.

Die Zeitumstellung ist heute Tagesthema in den Medien und Zeitungen.

Nun ist es also raus: Bis April 2019 sollen sich die Nationalstaaten der EU entscheiden, in welcher Zeitzone sie ihre Uhren zukünftig dauerhaft einrichten wollen.

Ich habe es geahnt, daß es dafür nur einen kurzen Entscheidungsprozess geben wird.

Weil vielleicht schon irgendwo Pläne in den Schubladen liegen…

Weiß ich nicht wirklich, aber es wirkt so.

Ich gucke mir heute verschiedene Artikel und Leserkommentare dazu an.

Es scheint grad eine wundersame Verwandlung vor sich zu gehen, in der ein Großteil der Kommentatoren sich in Chronobiologen verwandelt hat.

Da sind mir schon die Kommentatoren lieber, die einfach nur sagen, was ihnen persönlich besser gefällt, statt aus ihren persönlichen Vorlieben eine Wissenschaft machen zu wollen.

Und dabei oft die wissenschaftlichen Ergebnisse zu ignorieren oder gar zu verdammen, wenn sie einem nicht passen…

Ich hoffe, die Politiker in unserer Regierung schielen nicht nur auf die nächstenberlin-1749721_by-RichardLey_pixabay_lizenz_cc0 Wahlen, sondern kommen bei dieser nationalen Entscheidung ihrer Fürsorge für das Gemeinwohl nach.

Wozu auch der Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit  aller Teile der Bevölkerung gehört.

Und daß politische Entscheidungen der regierenden Politiker auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten getroffen werden.

Und bitte, bitte nie wieder Meinungsumfragen plötzlich als Entscheidungsgrundlage nehmen, die weder repräsentativ sind noch irgendeine Information zu dem komplexen Thema bereit halten, sondern einfach nur unseriös das Bauchgefühl abfragen….

Es deutet ja schon sehr viel darauf hin, daß offenbar die MESZ seitens einiger Politiker in Europa bevorzugt wird.

Anders ist es sonst nicht nachvollziehbar, weshalb die Uhr im März wieder vorgestellt werden soll, trotz der geplanten Abschaffung im April 2019.

Ich muss sagen, die Aussicht dauerhaft in einer völlig falschen Zeit leben zu müssen, bereitet mir richtig Angst.

Denn dann bin ich gezwungen, immer gegen den Strom zu schwimmen.

Es mag sein, daß ich mich noch mehr daran gewöhne, ich tue es ja schon mit jedem Tag mehr, wo mein Normalzeit-Experiment läuft.

Doch es entfremdet mich schon ein wenig meiner Gemeinschaft, in der ich lebe.

nature-3619676_by_Lars_Nissen_Photoart_pixabay_lizenz_cc0Die Angst beruhigt sich ein wenig, weil ich ja zum Glück schon angefangen habe konsequent nach Normalzeit zu leben und sehe, wie gut es mir tut für meine Gesundheit und meine Lebensqualität.

Ich sehe, es geht, daß man unabhängig von der sozialen Zeit lebt.

Aber irgendwie würde bei einer dauerhaften MESZ in mir das Gefühl entstehen, mit lauter Verrückten zusammen zu leben, die sich mit den gesundheitlichen und seelischen Folgen mit einer falschen Zeit rumplagen, ohne dass wirklich eine Notwendigkeit dazu besteht.

Ich habe das Gefühl ja jetzt schon oft, wenn ich in die müden Gesichter vieler meiner Kollegen und Kunden gucke.

Die Vorstellung, daß die regelmäßig einen Feierabend voller Freude mit ihren Hobbies verbringen, fällt mir schwer.

Und einige meiner Kollegen sagen auch, daß sie oft tagsüber müde sind und früh ins Bett gehen aber dann doch nicht gut schlafen.

Bei einer dauerhaften MESZ hat nicht jeder die Möglichkeit, unabhängig davon weiter in einer gesunden Normalzeit zu leben.


Und Familien haben gar keine Chance.
Es ist den Kindern gegenüber unfair, ihnen ein Leben zu verwehren, wo ihr junger Biorhythmus im Gleichklang mit dem Sonnenlicht und seiner Intensität steht!

Und es ist unfair gegenüber allen Menschen, die an der Zeitverdrehung erkranken: körperlich, psychisch oder beides zugleich.

fool-140229_by_gerald_pixabay_lizenz_cc0Wie schon gesagt: die Zeiten in denen wir leben, sind verrückt.
Wo Lust und Laune wichtiger sind als Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse.

Und bereits gemachte Erfahrungen mit der dauerhaften MESZ wie in Russland einfach in den Wind geschossen werden.

Wer einmal einen Fehler macht, kann draus lernen.

Wer ihn dann bewusst ein zweites mal macht – oder eben die der anderen nachmacht – der ist richtig dumm.

Mein Normalzeit-Experiment entwickelt sich gefühlt grad ein wenig zum Überlebens-Training in einer Gesellschaft, die ganz offensichtlich schon jetzt aus dem Takt geraten ist.

Siebter Tag in der Normalzeit

September, 10

Heute bin ich viel in der Stadt unterwegs gewesen.

Kundenbesuche, Termine etc.

Nach wie vor klappt es gut mit den 2 Kalendern alle Termine pünktlich einzuhalten.

Morgens, als ich losfuhr war mein Zeitempfinden in Ordnung, ich war ausgeschlafen und ausgeruht, so wie man es sich wünscht.

Ich merkte jedoch in der Stadt, daß die soziale Zeit meiner Umgebung anders tickt als meine Normalzeit.

Sei es die Anzeige auf den Straßenuhren oder was die Menschen auf den Straßen tun, z.B Mittagessen-gehen oder zum Feiabend nach Hause gehen/fahren etc.

Es blieb mir im Grunde vorübergehend nichts anderes übrig, als doch für eine gewisse Weile in der falschen Zeit mitschwingen zu müssen, einfach weil die soziale Umgebung das vorgab und ich keine Scheuklappen tragen kann.

Subtil spürte ich die Anspannung wieder hochkriechen und versuchte es zu ignorieren.

Umso schöner ist dann zum Feierabend der Blick auf meine Normalzeit-Uhr!

Sofort kehrt wieder Entspannung ein und ich bin tatsächlich glücklich.

Mit sehr guter Laune bin ich nach Hause gefahren und habe einen gemütlichen Abend in aller Ruhe verbracht.

Und noch genug Zeit gehabt, um hier vor dem Schlafengehen zu bloggen.


Vierter Tag in der Normalzeit

September, 07

Es gibt heute keine Auswärts-Termine heute, also kann ich etwas länger schlafen als gestern.

Das Fenster ist zu und es wecken mich keine ratternden Fensterrolläden zu nachtschlafender Zeit um 5:15 Uhr.

Irgendwann ist es schliesslich so hell im Schlafzimmer, daß ich erwache – noch vor dem Weckerklingeln.

Ich komme gut aus dem Bett.

Das ist seit der Uhrzeitumstellung auf Normalzeit bislang jeden morgen so.

Vorher was das nicht so.

Ein Glück, daß das nun vorbei ist und ich den Morgen geniessen kann!

Und das ist so wichtig für den ganzen Tag.

Ein guter Start in den Tag ist auf Dauer wirklich gut und hilft, schöne Tage zu haben, auch gute Arbeitstage.

Ich bin im Grunde überrascht, welchen immens großen Anteil für das Wohlbefinden die Verankerung im passenden Biorhythmus und Tagesablauf hat.

Der Umkehrschluss: wie schädlich und verletztend es sich für das eigene Wohlbefinden auswirkt, hat man eine willkürliche, zeitliche Vorverlegung des Tagesablaufs.

Durch den guten Start in den Tag lässt sich auch die Arbeit  heute gut für mich erledigen und ich bin früher fertig als gedacht.

Ich geniesse wieder sehr die Zeit zwischen 16:00-18:00 Uhr zum Feierabend und es geht mir richtig gut!

Heute habe ich keine innere Unruhe, auch nicht abends beim Essenmachen.

Ich hatte ja auch keine Außentermine.

Mal sehen, wie es nach dem Wochenende wird, da habe ich wieder welche.

Heute Abend mache ich eine schöne Entdeckung:

alle für mich interessanten Sendungen im Fernsehprogramm laufen in der old-1299417_by_OpenClipart-Vectors_pixabay_lizenz_cc0Normalzeit eine Stunde früher am Abend und ich kann sie viel entspannter schauen, weil es noch nicht so spät ist:

Tagesschau um 19 Uhr (die sehe ich in der sogenannten „Sommerzeit“ um 20 Uhr nie, weil ich dann esse), dann Tagesthemen um 21:30 Uhr, Phoenixrunde um 21:15 Uhr, Phoenix-der-Tag um traumhafte 22 Uhr!

Die Satieresendungen laufen nun auch zu verträglichen Abendstunden.

Und nach all dem Fernsehen abends habe ich vor dem Schlafengehen heute noch Zeit ein wenig hier im Blog zu schreiben, denn es ist ja erst 23:00 Uhr.

Statt der befürchteten Umständlichkeiten mit 2 Zeiten, habe ich bislang eher Vorteile davon. Ich habe einfach mehr Zeit.

Es gibt ein paar wichtige Voraussetzungen für so ein Leben in der Normalzeit:

– Von Vorteil ist es, allein zu leben oder die Menschen, mit denen man lebt,  machen mit.

–  Es ist wichtig die Arbeitszeiten selbst beeinflussen zu können durch Gleitzeit oder selbständige Termingestaltung mit Kunden, Homeoffice etc.

— Nicht in Frage kommt dies wohl für Schüler und ihre Eltern:

Sie trifft es sogar am härtesten, da sie nicht flexibel die Schulzeiten gestalten können und sehr früh hoch müssen durch diese irre frühen Aufsteh-Zeiten in der „Sommerzeit“ um 5:15 Uhr, damit man um 7:00 Uhr in der Schule ist.

Auch wenn der „Sommerzeit“-Wecker 6:15 Uhr anzeigt und die „Sommerzeit“-Schuluhr 8:00 Uhr – der Biorhythmus tickt anders.

Vielleicht ist es kein Wunder, daß seit einigen Jahren immer mehr Menschen flu-2764634_by_flockine_pixabay_lizenz_cc0ausgerechnet im Sommer erkranken.

Jedenfalls steht es oft in der Zeitung und ich merke es auch auf der Arbeit, wenn viele Kollegen auf einmal krank werden.

Die Statistiken  kann man hierzu auch einsehen.
In den 70iger Jahren, vor der Einführung der MESZ („Sommerzeit“),   hätte sich sowas Niemand vorstellen können, da gab es das nicht.

Nun war ich Kind und Jugendlicher zu der Zeit, doch ich kann mich nicht daran erinnern, daß im Sommer Schüler oft oder für länger krank wurden oder es gar Krankheitswellen im Sommer gegeben hätte.

Ich habe meine Eltern, die älteren Verwandten und deren Bekannte gefragt.

Keiner von denen kann sich an häufige Krankheitswellen im Sommer erinnern.

Wenn, dann gab es die im Herbst und Winter.

Nun, beweisen kann ich da nichts.

Ich bin kein Wissenschaftler.

Ich kann mich nur umhören, was Andere dazu sagen.

Wer hätte gedacht, daß durch meine private Zeitumstellung auf Normalzeit solche Themen in meinem Blick geraten.

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Erster Tag – Umstellung auf Normalzeit in der Sommerzeit

September, 05

Ausschnit aus confetti-3182653 by rawpixel on pixabay.com Lizenz: CC0Heute habe ich es getan!
Ich habe die Normalzeit wieder in mein Leben eingeführt.

Eine privateNormalzeit einführen? Wozu?

Die Antwort findest Du in der Vorgeschichte

Am Abend habe ich 2 alte Wecker von mir aus dem Schrank gekramt, die keine Funk-Wecker sind.

Ich stellte sie um eine Stunde zurück auf die Normalzeit.

Einer steht jetzt im Schlafzimmer, der andere im Wohnzimmer.

Meine Küchenuhr ging ja immer schon auf Normalzeit.

Vorsichtshalber habe ich auch im Flur noch eine Uhr mit Normalzeit aufgestellt.time-2980690 by JESHOOIScom auf pixabay.com Lizenz: CC0
So dass ich gleich beim Nachhausekommen damit empfangen werde.

Die Funkwecker habe ich mit roten Klebezetteln beklebt und „SZ“ für „Sommerzeit“ darauf geschrieben, damit ich nicht durcheinander komme.

Einer steht vorsichtshalber im Schlafzimmer.

Der andere unter`m Fernseher.

Ob ich die Autouhr auch umstelle? Ich weiß es noch nicht. Wäre aber konsequent.

Und anders als konsequent geht es wohl nicht.

Meine Zeiten im PC, Handy & Co habe ich auch umgestellt.

Ich habe die Zeitzone vom Tschad gewählt, GMT+1.

Da ist immer Normalzeit.

Unsere Zeitzone ist GMT + 1 für die Mitteleuropäische Zeit (MEZ).

Im Sommer ist es GMT + 2 für die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).

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Meinen Arbeits-Termin-Kalender habe ich für die Monate September und Oktober ein zweites mal angelegt.

Jetzt habe ich pro Monat 2 Blätter: ein Blatt in der Normalzeit und ein Blatt in der Sommerzeit.

Das Sommerzeit-Blatt ist sozusagen meine offizielle Arbeits-Zeit.

Das Normalzeit-Blatt liegt zu oberst.

Ich habe dort einen gelben Klebezettel mit “ +1 “ angebracht, damit ich nicht vergesse, eine Stunde hinzu zu rechnen, wenn ich weitere Termine verabrede.

Etwas umständlich ist es ja, die Termine alle um eine Stunde zurück zu schreiben.

Aber ich bin voll motiviert und denke, es lohnt sich.

Ich finde es lustig, daß ich nun in der Normalzeit viel früher Feierabend habe.

qualification-76737 by geralt on pixabay.com Lizenz: CC0Nun ist alles umgestellt und ich habe überall Normalzeit um mich herum.

Ich sitze und gucke auf die Uhr und denke: „JA! JA! JA!“

Schon jetzt beruhigt es mich, auf die Uhr zu gucken.

Eine Stunde mehr haben – das ist MEINE Zeit!