Ist der Mensch das Zentrum der Zeit?

In früheren Jahrhunderten dachten die Menschen, daß die Erde das Zentrum des Weltalls sei.

Es galt die Auffassung, die Sonne drehe sich um die Erde, ebenso der Mond und alle anderen Sterne.

Der Mensch durchbricht das Himmelsgewölbe und erkennt die Sphären, Holzstich um 1530

Nur mühsam setzte sich die Erkenntnis duch, daß die Erde nicht das Zentrum des Weltall ist.
Der größte Verhinderer der Erkenntnisse von Entdeckern in der Seefahrt und von Wissenschaftlern wie Kepler war die Kirche.
Sie hatte die Deutungsmacht, die letztlich ihren hohen „Würdenträgern“ das enorme, wirtschaftliche Wohlergehen sicherte! Heute ist diese Macht der Kirche gebrochen und jedes Kind weiß hier, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht.

Auch weiß jedes Kind, dass sich das Leben auf der Erde nach der Sonne richtet.
Sowohl im Hinblick von Tag und Nacht als auch in Bezug auf die Jahreszeiten.
Schon im Biologie-Unterricht können Kinder durch Beobachtung von Blumen wie z.B. den Gänseblümchen auf der Wiese oder den Vögeln wie z.B. den Amseln lernen, dass sie mit dem Sonnenaufgang erwachen und erblühen bzw aktiv werden und mit Sonnenuntergang die Blüte schliessen bzw. schlafen.

Die Gezeiten von Ebbe und Flut richten sich nicht nach dem Sonnenlicht, sondern nach mechanischen Gesetzen.
Hier ziehen Sonne und Mond das Wasser an und die Fliehkräfte der Erdumdrehung tun das ihre dazu.
Die Pflanzen, Tiere und Menschen der Küstengebiete richten sich danach im Verbund mit Tag und Nacht.

So lief das über viele Jahrhunderte gut, die Menschen richteten sich nach diesen Naturgesetzen und konnten auf diese Weise auch manches im Voraus planen, um stets Nahrung und Vorräte zu haben.

Erfindungen wie Telegrafie und Eisenbahnen ermöglichten überregionalen Handel und Wissensaustausch sowie das Reisen und eine zeitnahe Post. Eine Vereinheitlichung von Abfahrts- und Ankunftszeiten von Eisenbahnen schien vielen Menschen von Nöten, um besser planen zu können und keinen Zug zu verpassen, der ihnen wichtig war.
So entstanden im Laufe die Zeitzonen von 15°, die sich im Mittel nach dem Sonnenstand im Zenit richten. Für viele Menschen galt damals lange noch die Ortszeit gemäß ihrem örtliche Sonnenstand parallel zur Zeitzone, denn Uhren waren noch teuer und entsprechend wenig verbreitet.
Die meisten Menschen orientierten sich lange noch nach dem Sonnenstand am Himmel.

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Im Zuge der Internationalisierung und Gobalisierung von Handel und Verkehr wurde es notwendig, die Vereinheitlichung von Zeit praktikabel zu machen.

International agierende Transporte nutzen heute UTC.
Die koordinierte Weltzeit nennt sich auf englisch Coordinated Universal Time mit der Abkürzung UTC, sie ist die heute gültige Weltzeit. Eingeführt wurde sie 1972.
Hiermit kann man unabängig planen und sich abstimmen.
Das ist hilfreich für weltweiten Handel, Verkehr und Kommunikation.

D.h. einfach ausgedrückt: egal in welcher Zeitzone ich mich selbst gerade befinde, kann ich mich mit UTC zu einer internationalen Konferenz via Internet rechtzeitig am Monitor einfinden oder Ankunftszeiten von Frachtern oder Überland-Transporten planen.
UTC dient als weltweit vereinheitlichte Zeitskala für Handel, Transport, Militär, Wissenschaft und Kommunikation.
Wer international viel agiert oder kommuniziert, lebt weiterhin in der Zeitzone des eigenen Aufenthaltes und ist mit UTC darüber orientiert, welche Zeitzone und Uhrzeit die Handels- und Kommunikations-Partner haben.

Im privaten Alltag schaue ich meist zuerst wo die Sonne am Himmel steht und weiß unter Berücksichtigung der Jahreszeit ungefähr wie spät es ist.
Schaue ich zur Uhr, kenne ich die Uhrzeit für die Region meiner Zeitzone (die seit 1972 international in UTC kommuniziert wird), die für die dort lebenden Menschen in der Regel die zeitliche Orientierung gibt.
Will ich mich in Deutschland mit einem Gesprächspartner aus Neuseeland zur Videokonferenz verabreden, mache ich dies mit Hilfe von UTC, indem ich die Stundendifferenz errechnen kann.
In all diesen Fällen macht die Vereinheitlichung von Uhrzeit einen Sinn, um sich zeitlich orientieren zu können.
Die Uhrzeit wird zu einem Parameter, der zu einer Verabredung oder Planung dient.

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Schon ab Einführung der Zeitzonen und der Standardzeit c.a. in der Mitte des 19.Jahrhunderts war die somit ermittelte Zeit meist nicht mehr genau jene, die dem örtlich Sonnenstand entsprach, sondern sie wich ab bis zu +/- einer halben Stunde. Schon hier trennte sich die Standartzeit von der Ortszeit.
Doch sie orientierte sich letztlich noch an dem Sonnenstand im Mittel von +/- 30 Minuten.
Das machte es den meisten Menschen schon damals möglich, sich damit zu arrangieren, auch wenn sie selbst oft noch keine Uhr hatten, nur eine Kirchturmuhr oder höchstens eine einzige in der guten Stube.

Nicht von ungefähr kommt es daher, daß die Verstellung der Uhrzeit um eine Stunde nach vorne seit ihrer Einführung 1980 in Deutschland zu vielen Protesten führte.
Da es damals noch kein Internet und soziale Medien gab, verhallte dieser Protest in den öffentlichen Medien rasch nach der Einführung wieder und ploppte höchstens mal zum Zeitpunkt der Umstellung auf.
Bis zu 90 Minuten Abweichung der Uhrzeit vom örtlichen Sonnenstand war für viele Menschen im Alltagserleben unangenehm und desorientierend.
Für nicht wenige ist es das auch heute noch.
Durch die Lebensumstände der reicheren Nationen in Europa gibt es hier inzwischen einen Lebensstil, der sich weitgehendst von der Natur und ihren Rhythmen verabschiedet hat und selbst in der Landwirtschaft wird versucht, die Natur möglichst zu „zähmen“ gemäß den Bedürfnissen globalisierter Handelsketten und deren Gewinnen.

Mit der Diskussion um die Neugestaltung von Zeitzonen und Standardzeiten in Europa – seit 2018 angestoßen durch eine unverbindliche Meinungsumfrage der Europäischen Kommission – zeigt sich, daß die großflächige Vereinheitlichung von Uhrzeit zu einem scheinbar unlösbaren Konflikt mit der regional auf 15° Grad begrenzten Zeitzone führt, die sich viele Bürger in der EU wünschen und die vor Jahrhunderten zu einer Akzeptanz einer vereinheitlichten Uhrzeit führte.
Da nicht jeder einzelne Bürger internationalen Handel und Transport oder täglich internationale Videokonferenzen hat, wirkt es lebensweltfremd, eine große vereinheitlichte Zeitzone offiziell einführen zu wollen jenseits von mittleren Sonnenständen der jeweiligen Regionen.

Die Diskussion um Zeitzonen und Standardtzeiten für größere Gebiete in Europa führten in der Öffentlichkeit jüngst zur Verbreitung der Annahme, der Mensch sei Bestimmer über die Zeit in seiner Region und somit sei eine Abstimmung über die eigenen Vorlieben für Tagesverläufe ein demokratischer Vorgang.
Von da an kam es über längere Zeit zu immer tieferen „Grabenkämpfen“ zwischen Befürwortern einer östlichen Zeitzone als dauerhafter Standartzeit (UTC+2) und den Befürwortern der mitteleuropäischen Standardzeit (UTC+1) in Deutschland.
Der zunehmenden Entzweiung wurde ein Ende gesetzt, indem diese Diskussion nicht mehr öffentlich geführt wird, sondern innerhalb des Europäischen Parlamentes bzw. in Ausschüssen.

Die Europäische Union ist historisch aus einer Handelsvereinigung europäischer Nationen entstanden.
Und noch heute hängt ihr diese Prägung an.
Man merkt es bei Themen wie Klima und Tierschutz vs. Handel, Landwirtschaft und Subventionen.
Oder eben auch beim Thema der Zeitzonen.
Denn ein Interesse an einer Vereinfachung von Zeitzonen in Europa hat wohl besonders der internationale Handel und das Transportwesen.
Allerdings nutzen die meisten dort ohnehin schon die koordinierte Weltzeit (UTC).
Ein weiterer Vorteil von späteren Sonnenuntergangs-Uhrzeiten haben Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer eher bereit sind Überstunden zu leisten so lange es draußen noch schön hell ist.
Und Vorteile hat das Gaststättengewerbe in der Urlaubszeit, wenn die Menschen eine Stunde länger dort Geld ihr ausgeben.
Arbeitnehmer, die spätere Zeiten für Arbeitsbeginn und Arbeitsende haben, bevorzugen auch oft eine spätere Uhrzeit im Hinblick auf Sonnenuntergänge.
Alle anderen, so scheint es mir, finden in ihrer Lebenswelt keinen dringenden Bedarf für eine uhrzeitliche Verschiebung von Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten um bis zu 90 Minuten in Deutschland.

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Immer mehr Wissenschaftler melden sich in der Öffentlichkeit zu Wort und liefern Erkenntnisse und Fakten dahingehend, daß eine Vorverlegung von Tagesrhythmen krank macht und sogenannten „Volkskrankheiten“ wie z.B. Depressionen oder Diabetes mellitus Typ II Vorschub leisten.
Hier im Blog wurde oft darüber berichtet und auch die Quellen sind aufgeführt.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Altmeyer haben sich positiv zur dauerhaften Vorstellung der Uhrzeit um eine Sunde geäußert.
Zur Begründung führten sie auch persönliche Vorlieben dafür auf.
Der Chronobiologe Professor Till Roenneberg der Uni München meinte hierzu vom „Tagesspiegel“ befragt:
„Das ist irre, Hedonismus pur. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Das Vorgehen erinnert mich an die Politik von Trump. Das ist genauso, wie wenn man zum Thema Klimawandel sagt: ‚Ist doch schön, wenn wir wärmere Sommer haben.‘ Viele Politiker denken offenbar, es geht hier um Lifestyle. Es geht aber um die Gesundheit der Bevölkerung.“

Die Entscheidung, in welcher Zeitzone wir in Deutschland zukünftig dauerhaft leben sollen, steht noch aus. In 2020 muß innerhalb der EU und in Deutschland eine Entscheidung gefunden werden, da ab 2021 im März oder Oktober – je nach Nation – das letzte mal die Zeitumstellung stattfinden soll.

Ob auf die Wissenschaftler aus Medizin und Chronobiologie gehört wird im Europäischen Parlament und in Deutschland?

Oder glauben manche Entscheider in der europäischen und deutschen Politik, sie hätten die Deutungshoheit über die Zeit?

Die Diskussion um europäische Zeitzonen und Standardzeiten erinnert mich in ihrer Ignoranz von wissenschaftlichen Fakten bislang sehr an die mittelalterlichen Ereignisse und Motive zur hartnäckigen Verweigerung der Erkenntnis, daß die Erde sich um die Sonne dreht.

Bild von Sydney Tshabalala auf Pixabay

Quellen:

Interview mit Chronobiologen Prof. Till Roenneberg zur dauerhaften Sommerzeit:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/chronobiologe-zur-dauerhaften-sommerzeit-die-menschen-werden-spueren-dass-es-ihnen-nicht-gut-geht/24156316.html

Zeitzonen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzone

Koordinierte Weltzeit (UTC):

https://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierte_Weltzeit

Johannes Kepler:

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Kepler

Weltraumforschung, Astronomie:

https://www.planet-wissen.de/technik/weltraumforschung/astronomie/index.html

Gezeiten:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/planet-erde/ebbe-flut-gezeiten-102.html

Biorhythmus:

https://fachportal-gesundheit.de/biorhythmus/

Europäische Konsultation zur Sommerzeitverordnung:

https://ec.europa.eu/germany/news/20180831-konsultation-sommerzeit_de

Dauerhafte Normalzeit in Deutschland – das kannst Du tun

Bald ist es wieder so weit:
am Sonntag, 27.Oktober 2019 gilt endlich wieder die Normalzeit MEZ in Deutschland.

Ich freue mich wie jedes Jahr darauf!
Ein Festtag in meinem Kalender.

Seit ich in dauerhaft in Normalzeit lebe, habe ich zum Glück nicht mehr mit den Erschöpfungszuständen und der Gereiztheit zu kämpfen.
Auch alle möglichen Erkältungskrankheiten, die mich in den Jahren zuvor regelmäßig im Frühjahr und Herbst ansprangen, sind wie weggeblasen.
Und es ist schön, bald wieder mit meiner Gesellschaft im zeitlichen Gleichtakt zu leben.

Gern möchte ich, daß es dauerhaft so bleibt.
Das wünsche ich nicht nur für mich, sondern auch für die vielen anderen Menschen, die unter der zu frühen Stunde von April – Oktober leiden.

Bislang stehen die Prioritäten für die Diskussionen in der EU eher für Themen wie Brexit, von der Leyens Kabinett, Klima u.a.m.
Da ist die Debatte zur Einigung auf Zeitzonen in der EU erstmal hintenan gestellt.
Man hört so gar nichts mehr in dieser Richtung.
Und nicht mal in den öffentlichen Medien ist die übliche, große Diskussion darüber in Gange anlässlich der bevorstehenden Zeitumstellung an der Uhr.

Damit die Abgeordneten im EU-Parlament nicht vergessen, daß es viele Menschen und Wissenschaftler gibt, die ein dauerhaftes Leben in der Normalzeit (MEZ in Deutschland) für wichtig und gesund halten, können wir ihnen schreiben.

Der längste Vorkämpfer für die Abschaffung der Sommerzeitverordnung und Rückkehr zur dauerhaften Normalzeit ist Hubertus Hilgers und seine Website zeitumstellung-abschaffen.de.
Hier habe ich Musterbriefe gefunden.
Diese Idee finde ich so gut, daß ich sie gern hier bekannt machen möchte für alle, die nicht blos die Hände in den Schoß legen wollen.
Dafür habe ich den Musterbriefen von Herrn Hilgers ein kleines Update verpasst.

Nach folgend ein paar Musterbriefe, die an die Abgeordneten im EU-Parlament gesendet werden können:

A. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland

B. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland

C. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland.

Wer die Adressen der EU-Abgeordneten nicht kennt, wird hier fündig:

www.europarl.europa.eu/meps/de/search.html?country=DE

Dort werden die Emailadressen nicht aufgeführt.
Wer ein Email senden will, kann es so adressieren:

Vorname.Name@europarl.europa.eu

Wer weitere Links für Argumente Pro dauerhafte Normalzeit in den Musterbriefen hinzufügen will, kann hier nach schauen:

Links zu den Themen auf normalzeit-leben.de

Natürlich können die Musterbriefe auch an die Abgeordneten im Bundestag gesendet werden.
Um auf diese Weise unsere Meinung zu bekräftigen und in Erinnerung zu halten.
Für ein dauerhaftes und gesundes Leben in Normalzeit in Deutschland.

Zeitumstellung „Sommerzeit“ – ohne mich!

Heute ist der Tag für die Zeitumstellung auf „Sommerzeit“ und ich habe keine Uhrzeit umgestellt!

Ich merke heute überhaupts nichts von der Zeitumstellung – ein Glück!
Aber kein Wunder, heute ist Sonntag und ich bin nicht auf Öffnungszeiten, Arbeitstermine etc. angwiesen.
Mir fällt nur auf, daß es heute erstaunlich ruhig in meiner Umgebung ist, wo doch die Sonne scheint, alle hier frei haben und dann normalerweise gern viele Kinder laut draußen spielen oder die Leute sonst in den Gärten aktiv und laut was machen.

In den letzten Tagen habe ich ein paar Vorbereitungen getroffen.
Ich habe meinen Terminplaner wie schon letztes Jahr mit einem weiteren Blatt für die MESZ bestückt.
Die Termine ab April hatte ich schon vorsorglich – wo es möglich war – so gelegt, daß mein Normalzeit-Rhythmus bleiben kann, wie er ist.
Fällt ein Termin also z.B. auf 14:00 Uhr MESZ bedeutet das für mich 13:00 Uhr Normalzeit (MEZ).
Meinen Reciever und eine weitere Uhr mit automatischer Verstellung hin zur MESZ habe ich mit roten Klebestreifen versehen und „SZ“ drauf geschrieben.
So kommt es zu keinen Verwechselungen.
Für PC/Tablet/Smartphone habe ich die Zeitzone vom Tschad gewählt, man könnte während der MESZ auch die Zeitzone von Groß Britannien nehmen, die jetzt in UTC+1 sind.
Ich fühle mich gut vorbereitet und muss mir einfach nur merken, daß die Einzelhändler jetzt wieder eine Stunde früher öffnen und schliessen, also von 7-17 Uhr.
Auch, daß einige Sendungen, die ich gern im TV sehe früher beginnen, was gar nicht so schlecht ist, da mir viele interessante Sendungen oft zu spät beginnen in der Normalzeit.
Und ich erspare mir die Rush-Hour am Feierabend, darauf freue ich mich am meisten!
Ja, ich lebe etwas quer zur sozialen Zeit, zwangläufig, doch es gibt auch ein paar Vorteile dabei.
Natürlich wäre schöner, ich müsste diesen ganzen Zirkus gar nicht veranstalten und wir blieben dauerhaft in der Normalzeit MEZ.

Nun soll wohl in konkreterer Planung die Sommerzeitverordnung in 2021 abgeschafft werden. Hier gibt es zurecht noch in der EU verschieden hohen Bedarf für Folgeabschätzungen der Abschaffung und der Neuverteilung von Zeitzonen für einzelne Länder sowie für weitere Verhandlungen und Absprachen hierzu.
Portugal hat sich ganz gegen die Abschaffung ausgesprochen, so wie auch einige südlich liegendere Länder im Grunde die Zeitumstellung eher befürworten.

Der Chonobiologe Prof.Dr. Till Rönneberg hat sich schon mal Gedanken gemacht zu chronobiologisch sinnvollen Zeitzonen in Europa.

Neue EU-Zeitzonen, Prof.Dr.Rönneberg auf heise.de
Neue EU-Zeitzonen, Prof.Dr.Rönneberg auf heise.de

Auf dem ersten Bild sieht man die Zeitzonen, so wie sie heute gelten von Herbst bis Frühling. Hierbei liegt Deutschland in der grünen Zone, in der MEZ, UTC+1.
Auf dem zweiten Bild sehen wir die Länder in der MESZ, UTC+2, hierbei ist Deutschland in der blauen Zone.
Auf dem dritten Bild zeigt Herr Rönneberg die chronobiologisch gesündeste Zuordnung der Zeitzonen für Europa, Deutschland ist in der grünen Zone, der MEZ, UTC +1.

Bleibt zu hoffen, daß Politiker sich für wissenschaftliche Fakten zu diesem Thema interessieren und sie maßgeblich einbeziehen in ihre Entscheidungen.

Ich geh jetzt gleich noch mal raus in die Frühlingssonne und freu mich, wenn mir heute meine schöne Frühlingsdämmerung am Abend erhalten bleibt.

Allen Normalzeitlern wünsche ich eine guten Start!

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Fünfundfünfzigster Tag in der Normalzeit – Normalzeit in Europa

28.Oktober

Endlich ist es wieder soweit: die Normalzeit in Deutschland!
Seit Einführung der Sommerzeit-Verordnung in Deutschland 1980 ist das Ende der MESZ immer der schönste Tag im Jahr für mich!
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Diesmal ist es ein wenig anders.
Ich hungerte nicht mehr auf dieses auf Datum hin wie sonst in all den Jahren zuvor auf Grund von großer Erschöpfung.
Denn inzwischen lebe ich bereits seit 55 Tagen in der Normalzeit mit so gutem körperlichen und seelischem Wohlbefinden wie schon ganz lange nicht mehr im Herbst.
Seit langem habe ich keine so schöne Herbstzeit mehr gehabt!
Der Spagat zwischen Normalzeit und die eine Stunde früher zu rechnen mit der sogenannten „Sommerzeit“ hat nun erfreulicherweise erstmal ein Ende.
Zum Glück lief das für mich besser als anfangs gedacht.
Dennoch bin ich nun schon froh mit meinen Mitbürgern die gleiche Zeit zu haben.
Und ich freue mich für alle meine Kollegen, die jetzt nicht mehr so todmüde aussehen müssen oder so häufig krank werden wie in den letzten Wochen…

Meinetwegen bräuchte niemand mehr an der Uhr drehen müssen.
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Die Diskussion über die Abschaffung der Sommerzeitverordnung in Europa sowie die Findung der passenden Zeitzone für die jeweilige Nation hält auf politischer Ebene derzeit noch an.
Bis zum 30.10.2018 tagen die EU-Verkehrsminister zum Thema Zeitumstellung.

Sollte die Zeitumstellung doch abgeschafft werden in der EU, dann bliebe noch die Frage der einzelnen Nationen zu beantworten, in welcher Zeitzone sie leben wollen.
In Deutschland gibt es hier bislang nur persönlich geäußerte Vorlieben von Ministern/Kanzlerin, die noch nicht als absolutes Statement gewertet werden können – auch wenn in vielen öffentlichen Medien dies so interpretiert wird.
Daran schliessen sich dann häufig allerlei Forendiskussionen an und es werden viele Online-Umfragen in der Argumentation bemüht.
Doch an Online-Umfragen nehmen die teil, die gern im Internet unterwegs sind.
Der Rest: alte Menschen, Kinder, z.T. behinderte Menschen, am Internet nicht interessierte Menschen u.a. werden hier nicht berücksichtigt.
Insofern sind Online-Umfragen nur ein Stimmungsbild von Internet-Nutzern, nicht aber von der gesamten deutschen Bevölkerung.

Der Zugzwang zur möglichst einheitlichen Zeitregelung zwischen den Nationen zeigte sich für die Schweiz 1981.
Die Schweizer hatten per Volksentscheid 1978 gegen die Einführung der Sommerzeitverordnung gestimmt.
Dennoch wurde sie ein paar Jahre später kurzerhand nach 40 minütiger Diskussion im Ständerat der Schweiz beschlossen.
Grund war der Beitritt der beiden Deutschlands zur Sommerzeitverordnung.
Somit war die Schweiz eine Art Normalzeit-Insel inmitten von Ländern die der Sommerzeitverordnung folgten.
Da war dann auch plötzlich der Volksentscheid hinfällig….

Wie könnte es in Europa aussehen?
Uns umgebende Nationen haben sich für die MEZ ausgesprochen: z.B. Frankreich, Niederlande, Dänemark.
Österreich hingegen findet die MESZ (eigentlich die osteuropäische Zeit OEZ) gut.

Wie es uns in der dauerhaften Normalzeit ergeht, wissen alle Menschen, die sie selbst erleben durften.
Damals gab es für viele nur die eine Zeit.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, es könnte mehrere „Zeiten“ geben unter denen man wählen könnte wie an der Ladentheke.
Gibt es ja auch nicht wirklich.
Es gibt nur Zeitzonen: MEZ oder OEZ, die hier für uns debattiert werden.

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In Europa gab es bereits schon einmal ein Experiment mit dem, was wir in Deutschland „Sommerzeit“ nennen und das nichts anderes bedeutet als die Uhr um eine Stunde vorzustellen.
In Großbritannien blieb in der Zeit von März 1968 – Oktober 1971 die Uhr dauerhaft um eine Stunde vorgestellt.
1970 wurde dann beschlossen das Experiment zu beenden und die Zeitumstellung wieder einzuführen.
Der Grund waren erhöhte schwere Verkehrsunfälle in den Wintermonaten mit oft tödlichem Ausgang (und da gab es noch nicht so viel Verkehr wie heute).
Insbesondere in Schottland war es in manchen Orten noch um 10 Uhr morgens dunkel, auch die Schulkinder waren davon natürlich betroffen.
In Südengland hingegen schien es den einen oder anderen Vorteil zu geben, was jedoch nicht näher erläutert wurde.
Mit Rücksicht auf die negativen Ergebnisse des Experimentes, insbesondere auch aus dem nördlichen Schottland, wurde es beendet und die Zeitumstellung wieder in Großbritannien eingeführt.
Solle Großbritannien die EU verlassen, wollen sie die Zeitumstellung auch weiterhin beibehalten.

Schottland beginnt auf dem 56. nördlichen Breitengrad, –
Kiel und Flensburg liegen auf dem 54. nördlichen Breitengrad.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3c/Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg/402px-Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg
Also nur 2 Grad unter Schottland.
Es ist auch nur eine Richtschnur zur Orientierung.
In den nördlichen Breiten wird es nicht nur später hell im Winter (Normalzeit), sondern durch die Erdkrümmung ist das Sonnenlicht nicht so „schnell und hell“ wie in südlicheren Breiten.
Deswegen wirkt der Winter schon in der Normalzeit oft dunkler als in südlicheren Gegenden Deutschlands.
Wäre in den nörlichen Breiten von Deutschland dauerhaft die Uhrzeit um eine Stunde vorgestellt, dann trifft es die Menschen in Schleswig-Holstein und angrenzende Gebiete besonders hart in der dunkleren Jahreszeit.

Es wäre schön, wenn die Politiker an die Norddeutschen und auch an alle gesundheitsgefährdeten Personen denken, wenn sie Ihre Entscheidung fällen für die OEZ (MESZ) oder für die gesundheitserhaltende MEZ.
Denn mit häufig kranken und von Unfällen gefährdeten Personen ist auf die Dauer kein Staat zu machen!

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Vierzehnter Tag in der Normalzeit

Die Erschöpfungszustände sind weg und bleiben weg!

Sie haben mir all die Jahre in der Sommerzeit das Leben schwer gemacht.

Sie haben mir Lebensenergie geraubt und mich verunsichert.

Ich hatte es auf das Älterwerden geschoben.

Oder gar auf die Wechseljahre – passt ja immer gut für alles….

Ärzte fanden nichts und bescheinigten mir beste Gesundheit.

Das nagt schon an einem, man hält sich irgendwann unfähig für ein normales Leben.

Wie wenn ich irgendwie eine Behinderung hätte.

Und nun sind seit Beginn meines Normalzeit-Experiments diese Erschöpfungszustände wie weggeblasen!

Es lag an der „Sommerzeit“.

Zugleich bin ich erschüttert, welche extremen Auswirkungen das Leben in der falschen Zeit haben kann.

Und ich frage mich, ob es nicht auch Anderen so ergeht.

Tatsächlich könnte ich mir inzwischen vorstellen, daß bei der Einführung der dauerhaften Normalzeit viele der betroffenen und oft ahnungslosen Menschen mittelfristig wieder leistungsfähiger werden und weniger erkranken.

Ihre Lebenszufriedenheit nimmt damit automatisch zu.

Nun soll man ja nicht von sich selbst auf Andere schliessen.

Ich kann nur für mich selbst enorme Verbesserungen feststellen.

In der Normalzeit zu leben bedeutet für mich inzwischen nicht nur, in der Zeit angekommen zu sein die zu meinem Biorhythmus passt, sondern es ist auch ein Gefühl von „Richtigkeit“ da.

Oft kam es mir vorher oft so vor, daß das Leben, die Gesellschaft, die Welt nicht richtig sei.sad-3187671_by_Snapit_pixabay_lizenz_cc0

Irgendetwas liefe gehörig schief.

Es machte mir auch subtil ein Gefühl von Unsicherheit und Angst.

Ohne, daß ich konkret hätte sagen können, woran es liegt.

Auch das ist nun weg!

Dieses merkwürdige Empfinden von Unsicherheit und „nicht-richtig“.

Damit sind politische oder gesellschaftliche Probleme weiterhin vorhanden, ich kenne sie und sehe sie.

Ich ärgere mich auch über sie oder freue mich, wo ich Erfolge sehe.

Aber dieses konstante, subtile und bedrohliche Gefühl, daß etwas grundsätzlich nicht richtig ist – das ist weg seit ich in Normalzeit lebe.

Chronobiologen hätte da sicherlich auch viel Interessantes zu zu sagen.

Zwölfter Tag in der Normalzeit

Wie so oft seit meiner privaten Zeitnormalisierung bin ich heute früh erwacht und war auch wirklich wach.

Zum Sonnenaufgang hab ich sehr fröhlich mein Frühstück zubereitet und die Radio-Songs mitgesungen.

Danach noch eine Runde draußen gewesen, allein schon wegen der Sonne.

Nun las ich heute, daß die Entscheidung der zukünftig nationalen Zeitzone im Ministerium für Wirtschaft und Energie angesiedelt ist.

Aha…. Hat das nichts mit Gesundheit zu tun?

Wäre das Gesundheits-Ministerium nicht passender gewesen?

Wirtschaftsminister Altmeyer habe sich lt. diesem Artikel dahingehend geäußert, daß er eine Tendenz zur Präferenz für die „Sommerzeit“ habe und berief sich wie so viele auf diese völlig unrepräsentative Bauch-Gefühl-Umfrage der EU.

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Um zwei Tatsachen noch mal deutlich heraus zu stellen:

1. Die Umfrage war einen Meinungsumfrage zur Umstellung der Zeitumstellung und nicht in welcher Zeitzone wir leben wollen. Es war eine Umfrage und kein Volksentscheid.

Hätte ich es gewollt, hätte ich mich wochenlang mit unterschiedlichen Emailadressen dort anmelden können, da niemand die Echtheit prüfte.

Auf diese Weise hätte ich meine Meinung durchdrücken können.

Noch einfacher wäre es wahrscheinlich mit Bots gewesen, für den, der was davon versteht.

Letzteres würde auch den Ansturm auf die Server am ersten Tag bis mitten in der späten Nacht erklären…

Da ich Urlaub hatte, erlebte ich selbst, daß es Probleme gab weil die Server vom Anstrum in die Kniee gingen nachts.

Menschen ohne Internet oder Email waren grundsätzlich von der Umfrage ausgeschlossen.

Menschen wie z.B. meine ältere Verwandtschaft, die damit gar nicht umgehen können aber ganz klar gegen die Zeitumstellung und die „Sommerzeit“ sind.

2. Die Auswertung der Umfrage ist hier anzusehen:

https://ec.europa.eu/germany/news/20180831-konsultation-sommerzeit_de

Dort wird nur die Auswertung zu den Fragen Pro/Contra Zeitumstellung angezeigt und wie die Teilnehmer sich damit fühlen.

Es wird nicht dargestellt, wieviele Menschen denn nun welche Zeitzone bevorzugen.

Am 01.09.2018 habe ich sehr oft die Nachrichten auf NDR-Info gehört.

Dort wurde am frühen Nachmittag noch davon gesprochen, daß es eine „hauchdünne“ Mehrheit für die Sommerzeit gegeben habe.

Ab 17:00 Uhr hiess dann plötzlich, Juncker sei für die Einführung der Dauer-Sommerzeit….

Von der Nachricht der „hauchdünnen“ Mehrheit wurde nie wieder gesprochen.

Leider gibt es dafür keine Podcasts auf NDR-Info, die ich als Beleg heran ziehen kann.

NDR-Info ist ein seriöser Sender und das mit der hauchdünnen Mehrheit wird schon stimmen.

Auf hauchdünnen Mehrheiten lässt nicht gut bauen….

Die Pressekonferenz der EU-Arbeitsgruppe zur Zeitumstellung gab bekannt, daß sie die Empfehlung der Abschaffung auf Grundlage der Studien der Medizin-Nobepreisträger Roenneberg et al und weiteren Studien begründen.

sun-34983_by_ClkerFreeVectorImages_pixabay_lizenz_cc0Die Studien beschäftigen sich mit dem Biorhythmus der Lebewesen und so auch des Menschen, und daß dieser von Innen her gesteuert wird und vielfach von äußeren Signalen des Sonnenlichts abhängig ist.

Ein wichtiges Fazit, das man aus der Studie schliessen kann, ist daß jede dauerhafte Irritation durch falsche Lichtsignale (Sonnenlichtintensität vs.soziale Zeit, zu viel künstliches Licht etc) zu einer Verschlechterung der Vitalität und der Gesundheit führt.

Die Mitglieder Arbeitsgruppe der Pressekonferenz äußerten mehrmals, daß sie diese Studie sehr wichtig finden und die gesundheitlichen Risiken den Ausschlag gaben, um für die Abschaffung der Zeitumstellung zu votieren.

Damit haben sie auch eine Präferenz zur Normalzeit ausgedrückt.

Die Teilnehmer äußerten diese dann auch noch einmal sehr klar und verständlich in der Pressekonferenz.

Alles ist auf deutsch übersetzt und kann gut verfolgt werden im Video der Pressekonferenz.

Ein interessanter Beitrag kommt dort u.a. aus Frankreich, die Sprecherin teilt mit, daß es keine bedeutsame Freizeitförderung im Freien durch die „Sommerzeit“ gibt, sondern wenn, dann nur an Wochenenden oder in Urlaubszeiten.

Es sei ein Argument der Wirtschaft pro Sommerzeit gewesen, das damit entkräftet sei.

Die Studie, auf der ihr Beitrag beruht, hat sie leider nicht namentlich genannt.

Vielleicht kann man das ja bei ihr erfragen.

Offenbar spukt eine Meinung im Wirtschaftsministerium umher, die Menschen würden in der Dauer-„Sommerzeit“ mehr konsumieren.

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Die fanzösische Rednerin hat dem in der EU-Pressekonferenz der EU-Arbeitsgruppe zur Zeitumstellung eine Absage erteilt.

Die Studie liegt den Politikern und Entscheidern sicher vor.

Dennoch lässt Minister Altmeyer Gegenteiliges verlauten.

Gesundheit gegen Konsum?

Würden denn müde und kranke Menschen mehr konsumieren in der Dauer“Sommerzeit“ – glauben die das echt?

Das verwirrt mich – und ich frage mich, was hier nicht im Takt geht.

Neunter Tag in der Normalzeit

September, 12

Einen normalen Arbeitstag  habe ich heute mit Home-Office und ohne Termine mit Kunden.

Ich lebe dann sehr harmonisch in der Normalzeit und es geht mir sehr gut.

Ich merke, daß ich mich besser konzentrieren kann, wenn Ablenkungen auftauchen.

Doch einer Ablenkung kann ich mich heute nicht entziehen.

Die Zeitumstellung ist heute Tagesthema in den Medien und Zeitungen.

Nun ist es also raus: Bis April 2019 sollen sich die Nationalstaaten der EU entscheiden, in welcher Zeitzone sie ihre Uhren zukünftig dauerhaft einrichten wollen.

Ich habe es geahnt, daß es dafür nur einen kurzen Entscheidungsprozess geben wird.

Weil vielleicht schon irgendwo Pläne in den Schubladen liegen…

Weiß ich nicht wirklich, aber es wirkt so.

Ich gucke mir heute verschiedene Artikel und Leserkommentare dazu an.

Es scheint grad eine wundersame Verwandlung vor sich zu gehen, in der ein Großteil der Kommentatoren sich in Chronobiologen verwandelt hat.

Da sind mir schon die Kommentatoren lieber, die einfach nur sagen, was ihnen persönlich besser gefällt, statt aus ihren persönlichen Vorlieben eine Wissenschaft machen zu wollen.

Und dabei oft die wissenschaftlichen Ergebnisse zu ignorieren oder gar zu verdammen, wenn sie einem nicht passen…

Ich hoffe, die Politiker in unserer Regierung schielen nicht nur auf die nächstenberlin-1749721_by-RichardLey_pixabay_lizenz_cc0 Wahlen, sondern kommen bei dieser nationalen Entscheidung ihrer Fürsorge für das Gemeinwohl nach.

Wozu auch der Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit  aller Teile der Bevölkerung gehört.

Und daß politische Entscheidungen der regierenden Politiker auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten getroffen werden.

Und bitte, bitte nie wieder Meinungsumfragen plötzlich als Entscheidungsgrundlage nehmen, die weder repräsentativ sind noch irgendeine Information zu dem komplexen Thema bereit halten, sondern einfach nur unseriös das Bauchgefühl abfragen….

Es deutet ja schon sehr viel darauf hin, daß offenbar die MESZ seitens einiger Politiker in Europa bevorzugt wird.

Anders ist es sonst nicht nachvollziehbar, weshalb die Uhr im März wieder vorgestellt werden soll, trotz der geplanten Abschaffung im April 2019.

Ich muss sagen, die Aussicht dauerhaft in einer völlig falschen Zeit leben zu müssen, bereitet mir richtig Angst.

Denn dann bin ich gezwungen, immer gegen den Strom zu schwimmen.

Es mag sein, daß ich mich noch mehr daran gewöhne, ich tue es ja schon mit jedem Tag mehr, wo mein Normalzeit-Experiment läuft.

Doch es entfremdet mich schon ein wenig meiner Gemeinschaft, in der ich lebe.

nature-3619676_by_Lars_Nissen_Photoart_pixabay_lizenz_cc0Die Angst beruhigt sich ein wenig, weil ich ja zum Glück schon angefangen habe konsequent nach Normalzeit zu leben und sehe, wie gut es mir tut für meine Gesundheit und meine Lebensqualität.

Ich sehe, es geht, daß man unabhängig von der sozialen Zeit lebt.

Aber irgendwie würde bei einer dauerhaften MESZ in mir das Gefühl entstehen, mit lauter Verrückten zusammen zu leben, die sich mit den gesundheitlichen und seelischen Folgen mit einer falschen Zeit rumplagen, ohne dass wirklich eine Notwendigkeit dazu besteht.

Ich habe das Gefühl ja jetzt schon oft, wenn ich in die müden Gesichter vieler meiner Kollegen und Kunden gucke.

Die Vorstellung, daß die regelmäßig einen Feierabend voller Freude mit ihren Hobbies verbringen, fällt mir schwer.

Und einige meiner Kollegen sagen auch, daß sie oft tagsüber müde sind und früh ins Bett gehen aber dann doch nicht gut schlafen.

Bei einer dauerhaften MESZ hat nicht jeder die Möglichkeit, unabhängig davon weiter in einer gesunden Normalzeit zu leben.


Und Familien haben gar keine Chance.
Es ist den Kindern gegenüber unfair, ihnen ein Leben zu verwehren, wo ihr junger Biorhythmus im Gleichklang mit dem Sonnenlicht und seiner Intensität steht!

Und es ist unfair gegenüber allen Menschen, die an der Zeitverdrehung erkranken: körperlich, psychisch oder beides zugleich.

fool-140229_by_gerald_pixabay_lizenz_cc0Wie schon gesagt: die Zeiten in denen wir leben, sind verrückt.
Wo Lust und Laune wichtiger sind als Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse.

Und bereits gemachte Erfahrungen mit der dauerhaften MESZ wie in Russland einfach in den Wind geschossen werden.

Wer einmal einen Fehler macht, kann draus lernen.

Wer ihn dann bewusst ein zweites mal macht – oder eben die der anderen nachmacht – der ist richtig dumm.

Mein Normalzeit-Experiment entwickelt sich gefühlt grad ein wenig zum Überlebens-Training in einer Gesellschaft, die ganz offensichtlich schon jetzt aus dem Takt geraten ist.