Fünfundfünfzigster Tag in der Normalzeit – Normalzeit in Europa

28.Oktober

Endlich ist es wieder soweit: die Normalzeit in Deutschland!
Seit Einführung der Sommerzeit-Verordnung in Deutschland 1980 ist das Ende der MESZ immer der schönste Tag im Jahr für mich!
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Diesmal ist es ein wenig anders.
Ich hungerte nicht mehr auf dieses auf Datum hin wie sonst in all den Jahren zuvor auf Grund von großer Erschöpfung.
Denn inzwischen lebe ich bereits seit 55 Tagen in der Normalzeit mit so gutem körperlichen und seelischem Wohlbefinden wie schon ganz lange nicht mehr im Herbst.
Seit langem habe ich keine so schöne Herbstzeit mehr gehabt!
Der Spagat zwischen Normalzeit und die eine Stunde früher zu rechnen mit der sogenannten „Sommerzeit“ hat nun erfreulicherweise erstmal ein Ende.
Zum Glück lief das für mich besser als anfangs gedacht.
Dennoch bin ich nun schon froh mit meinen Mitbürgern die gleiche Zeit zu haben.
Und ich freue mich für alle meine Kollegen, die jetzt nicht mehr so todmüde aussehen müssen oder so häufig krank werden wie in den letzten Wochen…

Meinetwegen bräuchte niemand mehr an der Uhr drehen müssen.
european-union-1328255_by_GDJ_pixabay_lizenz_cc0 Die Diskussion über die Abschaffung der Sommerzeitverordnung in Europa sowie die Findung der passenden Zeitzone für die jeweilige Nation hält auf politischer Ebene derzeit noch an.
Bis zum 30.10.2018 tagen die EU-Verkehrsminister zum Thema Zeitumstellung.

Sollte die Zeitumstellung doch abgeschafft werden in der EU, dann bliebe noch die Frage der einzelnen Nationen zu beantworten, in welcher Zeitzone sie leben wollen.
In Deutschland gibt es hier bislang nur persönlich geäußerte Vorlieben von Ministern/Kanzlerin, die noch nicht als absolutes Statement gewertet werden können – auch wenn in vielen öffentlichen Medien dies so interpretiert wird.
Daran schliessen sich dann häufig allerlei Forendiskussionen an und es werden viele Online-Umfragen in der Argumentation bemüht.
Doch an Online-Umfragen nehmen die teil, die gern im Internet unterwegs sind.
Der Rest: alte Menschen, Kinder, z.T. behinderte Menschen, am Internet nicht interessierte Menschen u.a. werden hier nicht berücksichtigt.
Insofern sind Online-Umfragen nur ein Stimmungsbild von Internet-Nutzern, nicht aber von der gesamten deutschen Bevölkerung.

Der Zugzwang zur möglichst einheitlichen Zeitregelung zwischen den Nationen zeigte sich für die Schweiz 1981.
Die Schweizer hatten per Volksentscheid 1978 gegen die Einführung der Sommerzeitverordnung gestimmt.
Dennoch wurde sie ein paar Jahre später kurzerhand nach 40 minütiger Diskussion im Ständerat der Schweiz beschlossen.
Grund war der Beitritt der beiden Deutschlands zur Sommerzeitverordnung.
Somit war die Schweiz eine Art Normalzeit-Insel inmitten von Ländern die der Sommerzeitverordnung folgten.
Da war dann auch plötzlich der Volksentscheid hinfällig….

Wie könnte es in Europa aussehen?
Uns umgebende Nationen haben sich für die MEZ ausgesprochen: z.B. Frankreich, Niederlande, Dänemark.
Österreich hingegen findet die MESZ (eigentlich die osteuropäische Zeit OEZ) gut.
Und Polen, das ohnehin schon recht östlich liegt ist ebenfalls für die MESZ, da diese nichts anderes ist als die OEZ, die für Polen auf Grund der östlichen Lage praktischer ist. Warum nur nennen sie es nicht auch so?

Wie es uns in der dauerhaften Normalzeit ergeht, wissen alle Menschen, die sie selbst erleben durften.
Damals gab es für viele nur die eine Zeit.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, es könnte mehrere „Zeiten“ geben unter denen man wählen könnte wie an der Ladentheke.
Gibt es ja auch nicht wirklich.
Es gibt nur Zeitzonen: MEZ oder OEZ, die hier für uns debattiert werden.
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In Europa gab es bereits schon einmal ein Experiment mit dem, was wir in Deutschland „Sommerzeit“ nennen und das nichts anderes bedeutet als die Uhr um eine Stunde vorzustellen.
In Großbritannien blieb in der Zeit von März 1968 – Oktober 1971 die Uhr dauerhaft um eine Stunde vorgestellt.
1970 wurde dann beschlossen das Experiment zu beenden und die Zeitumstellung wieder einzuführen.
Der Grund waren erhöhte schwere Verkehrsunfälle in den Wintermonaten mit oft tödlichem Ausgang (und da gab es noch nicht so viel Verkehr wie heute).
Insbesondere in Schottland war es in manchen Orten noch um 10 Uhr morgens dunkel, auch die Schulkinder waren davon natürlich betroffen.
In Südengland hingegen schien es den einen oder anderen Vorteil zu geben, was jedoch nicht näher erläutert wurde.
Mit Rücksicht auf die negativen Ergebnisse des Experimentes, insbesondere auch aus dem nördlichen Schottland, wurde es beendet und die Zeitumstellung wieder in Großbritannien eingeführt.
Solle Großbritannien die EU verlassen, wollen sie die Zeitumstellung auch weiterhin beibehalten.

Schottland beginnt auf dem 56. nördlichen Breitengrad, – Kiel und Flensburg liegen auf dem 54. nördlichen Breitengrad.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3c/Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg/402px-Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg
Also nur 2 Grad unter Schottland.
Es ist auch nur eine Richtschnur zur Orientierung.
In den nördlichen Breiten wird es nicht nur später hell im Winter (Normalzeit), sondern durch die Erdkrümmung ist das Sonnenlicht nicht so „schnell und hell“ wie in südlicheren Breiten.
Deswegen wirkt der Winter schon in der Normalzeit oft dunkler als in südlicheren Gegenden Deutschlands.
Wäre in den nörlichen Breiten von Deutschland dauerhaft die Uhrzeit um eine Stunde vorgestellt, dann trifft es die Menschen in Schleswig-Holstein und angrenzende Gebiete besonders hart in der dunkleren Jahreszeit.

Es wäre schön, wenn die Politiker an die Norddeutschen und auch an alle gesundheitsgefährdeten Personen denken, wenn sie Ihre Entscheidung fällen für die OEZ (MESZ) oder für die gesundheitserhaltende MEZ.
Denn mit häufig kranken und von Unfällen gefährdeten Personen ist auf die Dauer kein Staat zu machen!

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Vierter Tag in der Normalzeit

September, 07

Es gibt heute keine Auswärts-Termine heute, also kann ich etwas länger schlafen als gestern.
Das Fenster ist zu und es wecken mich keine ratternden Fensterrolläden zu nachtschlafender Zeit um 5:15 Uhr.
Irgendwann ist es schliesslich so hell im Schlafzimmer, daß ich erwache – noch vor dem Weckerklingeln.
Ich komme gut aus dem Bett.
Das ist seit der Uhrzeitumstellung auf Normalzeit bislang jeden morgen so.
Vorher was das nicht so.
Ein Glück, daß das nun vorbei ist und ich den Morgen geniessen kann!
Und das ist so wichtig für den ganzen Tag.
Ein guter Start in den Tag ist auf Dauer wirklich gut und hilft, schöne Tage zu haben, auch gute Arbeitstage.

Ich bin im Grunde überrascht, welchen immens großen Anteil für das Wohlbefinden die Verankerung im passenden Biorhythmus und Tagesablauf hat.
Der Umkehrschluss: wie schädlich und verletztend es sich für das eigene Wohlbefinden auswirkt, hat man eine willkürliche, zeitliche Vorverlegung des Tagesablaufs.

Durch den guten Start in den Tag lässt sich auch die Arbeit  heute gut für mich erledigen und ich bin früher fertig als gedacht.
Ich geniesse wieder sehr die Zeit zwischen 16:00-18:00 Uhr zum Feierabend und es geht mir richtig gut!

Heute habe ich keine innere Unruhe, auch nicht abends beim Essenmachen.
Ich hatte ja auch keine Außentermine.
Mal sehen, wie es nach dem Wochenende wird, da habe ich wieder welche.

Heute Abend mache ich eine schöne Entdeckung:
alle für mich interessanten Sendungen im Fernsehprogramm laufen in der old-1299417_by_OpenClipart-Vectors_pixabay_lizenz_cc0Normalzeit eine Stunde früher am Abend und ich kann sie viel entspannter schauen, weil es noch nicht so spät ist:
Tagesschau um 19 Uhr (die sehe ich in der sogenannten „Sommerzeit“ um 20 Uhr nie, weil ich dann esse), dann Tagesthemen um 21:30 Uhr, Phoenixrunde um 21:15 Uhr, Phoenix-der-Tag um traumhafte 22 Uhr!
Die Satieresendungen laufen nun auch zu verträglichen Abendstunden.
Und nach all dem Fernsehen abends habe ich vor dem Schlafengehen heute noch Zeit ein wenig hier im Blog zu schreiben, denn es ist ja erst 23:00 Uhr.
Statt der befürchteten Umständlichkeiten mit 2 Zeiten, habe ich bislang eher Vorteile davon. Ich habe einfach mehr Zeit.

Es gibt ein paar wichtige Voraussetzungen für so ein Leben in der Normalzeit:
– Von Vorteil ist es, allein zu leben oder die Menschen, mit denen man lebt,  machen mit.
–  Es ist wichtig die Arbeitszeiten selbst beeinflussen zu können durch Gleitzeit oder selbständige Termingestaltung mit Kunden, Homeoffice etc.
— Nicht in Frage kommt dies wohl für Schüler und ihre Eltern:
Sie trifft es sogar am härtesten, da sie nicht flexibel die Schulzeiten gestalten können und sehr früh hoch müssen durch diese irre frühen Aufsteh-Zeiten in der „Sommerzeit“ um 5:15 Uhr, damit man um 7:00 Uhr in der Schule ist.
Auch wenn der „Sommerzeit“-Wecker 6:15 Uhr anzeigt und die „Sommerzeit“-Schuluhr 8:00 Uhr – der Biorhythmus tickt anders.

Vielleicht ist es kein Wunder, daß seit einigen Jahren immer mehr Menschen flu-2764634_by_flockine_pixabay_lizenz_cc0ausgerechnet im Sommer erkranken.
Jedenfalls steht es oft in der Zeitung und ich merke es auch auf der Arbeit, wenn viele Kollegen auf einmal krank werden.
Die Statistiken  kann man hierzu auch einsehen. In den 70iger Jahren, vor der Einführung der MESZ („Sommerzeit“),   hätte sich sowas Niemand vorstellen können, da gab es das nicht.
Nun war ich Kind und Jugendlicher zu der Zeit, doch ich kann mich nicht daran erinnern, daß im Sommer Schüler oft oder für länger krank wurden oder es gar Krankheitswellen im Sommer gegeben hätte.
Ich habe meine Eltern, die älteren Verwandten und deren Bekannte gefragt.
Keiner von denen kann sich an häufige Krankheitswellen im Sommer erinnern.
Wenn, dann gab es die im Herbst und Winter.
Nun, beweisen kann ich da nichts.
Ich bin kein Wissenschaftler.
Ich kann mich nur umhören, was Andere dazu sagen.

Wer hätte gedacht, daß durch meine private Zeitumstellung auf Normalzeit solche Themen in meinem Blick geraten.

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Dritter Tag in der Normalzeit

September, 07

Heute habe ich Termine mit Kunden gehabt.
Das klappte ganz gut mit den beiden Kalendern.
Zu oberst liegt das Kalenderblatt mit den Terminen in Normalzeit.
Direkt dahinter liegt das Kalenderblatt mit den Terminen in der sogenannten „Sommerzeit“ – so, wie ich sie mit den Teilnehmern verabredete. Es gibt keine Probleme damit.
Es ist einfach nur wichtig, konsequent in der Normalzeit zu leben, dann klappt es auch mit der pünktlichen Termineinhaltung.
Beispiel:
Termin nach „Sommerzeit“ von 10:00-12:00 Uhr.
Termin nach Normalzeit von 9:00-11:00 Uhr.
Anfahrt: 1 Stunde.
Also fahre ich um 8:00 Uhr los und bin um 9:00 Uhr da und der Termin beginnt pünktlich.
Wenn der Tag so geplant ist, dann gibt es gar kein Durcheinander.
Es ist nur wichtig, die Termine einmal im Vorwege in Normalzeit umzuplanen.african-american-3496261_by_rawpixel_pixabay_lizenz_cc0
Auch neue Terminabstimmungen klappen gut.
Ich verabrede die neuen Terminabstimmungen mit den Teilnehmern in „Sommerzeit“.
Ich trage sie ein in das Kalenderblatt für „Sommerzeit“.
Dann rechne ich eine Stunde weniger und trage die Termine noch mal für Normalzeit ein in das Kalenderblatt für die Normalzeit.
Was sich kompliziert anhört, ist in der Praxis ganz einfach und geht rasch.
Wer nie mit Terminen arbeitet, der ist von sowas nicht betroffen.
Wer Gleitzeit-Arbeitszeiten hat, kann sie entsprechend anpassen auf die Normalzeit.
Arbeitsbeginn in der „Sommerzeit“ um 9:00 Uhr.
Arbeitsbeginn in der Normalzeit um 8:00 Uhr.

office-258830_by_schneckenkaktus_pixabay_lizenz_cc0 Ich habe heute länger gearbeitet, ohne daß es mir auffiehl.
Es gab einiges zu erledigen, das ich rasch noch abschliessen wollte.
Auf dem Rückweg zum Feierabend war auf der Autobahn alles schön frei.
Mache ich Feierabend um 18:00 Uhr Normalzeit, ist es für alle Anderen schon 19:00 Uhr.
Die Hauptverkehszeit ist da schon eher am abklingen. Sehr vorteilhaft!

Den ganzen Tag über war ich entspannt.
Die Gesprächstermine waren zwar anstrengend gewesen, doch ich bin nicht so erledigt und auf innere Abwehr eingestellt wie sonst oft am Feierabend.
Das Gefühl, mich verkriechen zu wollen und mich unbedingt irgendwo geborgen erholen zu wollen, ist weg.
Es war in den letzten Monaten immer da, wenn ich zum Feierabend von Außenterminen nach Hause kam.
Oft hatte ich dann auch wenig Lust mir ein schönes Abendessen zuzubereiten und war rasch innerlich in Eile beim Essenmachen.
Diese innere Eile holte mich wie eine Angewohnheit heute abend auch ein, als das Essen brutzelte (ich esse warm) und ich den Tisch deckte.
Ich hielt inne. Was war los?
Ich schaute auf die Uhr und wurde nach und nach ruhiger und entspannter.
Schon beim Essen verflog die Eile sofort.
Doch ich merkte, am Abend heute kann ich die innere Unruhe nicht ganz ablegen.
Kein Wunder nach all den Monaten.
Dennoch bin ich heute nach der Arbeit vergleichsweise ruhig und entspannt, wesentlich mehr als die vergangenen Tage und Wochen.

In mir bildet sich jedoch die Frage, wieviel an Lebenszeit und Lebensqualität mir all die Jahrzehnte genommen wurde durch diese verrückte Zeitverdrehung.

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Zweiter Tag in der Normalzeit

September, 06

Heute morgen erwachte ich vom Lärm der Rolläden, als meine Nachbarn die hochzogen.
Ich hatte das Fenster vergessen zu schliessen.time-488112_640_by_ThePirxelmann_pixabay_lizenz_cc0
Nun war ich wach.
Ich blickte zur Uhr: 5:15 Uhr in der Frühe.
Nebenan wohnen Kinder.
Die Ärmsten müssen um 5:15 Uhr aufstehen, damit sie um 7:00 Uhr in der Schule sind.
Ich hätte als Kind echt gestreikt!

Da ich aber zum Glück erwachsen bin und in der Normalzeit lebe, konnte ich mich noch mal genüsslich umdrehen.
Um halb 7 Uhr war ich dann doch wach.
Ich hatte Hunger.
Das hatte ich schon ewig nicht mehr: morgens Hunger.
Schön!
Also stand ich auf.
So schnell bin ich schon lange nicht mehr aus dem Bett gekommen.
Da es mir so gut ging, machte ich gleich den Abwasch vom Vorabend.
Diese Vitalität habe ich morgens selten in den letzten Monaten gehabt.
Es scheint sich doch recht rasch etwas zu ändern.

Ich machte mich nach dem Frühstück an die Arbeit.
Zwischendrin gegen Mittag war ich mal müde und machte ein kleines Schläfchen.
Nicht lang.

Am Nachmittag sah ich meinen Nachbarn heim kommen.
Er sah echt aus wie jemand, der um 5:15 Uhr morgens aufgestanden ist…
Daran sieht man den ganzen Irr-Sinn mit dieser falschen Zeit 7 Monate lang.
Wenn sich jeder bewusst den Wecker so früh stellen müsste, dann gäbe es gewiss nicht so viele „Sommerzeit“-Fans.

Das Wetter ist heute sonnig mit ein paar Wolken.
Mir fällt auf, daß mich die Sonne und ihre Helligkeit nicht die Bohne mehr stört.
Das war die letzten Wochen ganz anders.
Da habe ich schon fast eine Aversion gegen die Sonne und die Helligkeit entwickelt – was mich ja auch alarmierte, daß grad etwas schlimm aus dem Ruder läuft.
Die Helligkeit des Tages hatte mich auf Schritt und Tritt belästigt, wie ein Gewicht, das einem am Hosenbein hängt.
Heute ist das nicht so.

Wenn durch die Normalzeit diese innere Anspannung und Gereiztheit der letzten Tage und Wochen aufhört, dann sind alle Umstände mit Kalendern und Uhren es wert!
Heute habe ich den ganzen Tag gute Laune gehabt und ständig irgendwelche Liedchen vor mich hin gesummt.
Und zur Kaffeezeit um 16:00 Uhr habe ich sogar eine Musik-CD gehört.
Hab ich auch sehr lange nicht gemacht.
Eigentlich höre ich Musik nur mal abends im Winter.
Vielleicht liegt es ja am Licht.
Das abnehmende Licht vor der Dämmerung läd ein zur Gemütlichkeit. Da es zwischen 16:00-18:00 Uhr ist, fällt es voll in meine Kaffeezeit am Feierabend.
Gerade diese Zeit ist für mich so wichtig.
Ich entspanne mich, lese etwas, höre Musik, bin kreativ – was mir grad so einfällt. Es wird vor Tagesabschluß noch mal der Tag „verdaut“ bevor es Abend wird.
Im Tagesablauf in der „Sommerzeit“ wird mir dieser Teil des Tages genommen.
Es ist noch so hell, daß man glaubt etwas unternehmen zu müssen.
Und dann, wenn das Licht schön wird, ist es schon abends und es geht an´s Essenmachen und Abendvorbereitung, bevor dann auch schon bald Schlafenszeit ist.
Ich bin froh, diese Zeit der Besinnung am Nachmittag für mich wieder zurück zu haben und fühle mich beschenkt.

Irgendwann am Vormittag hatte ich gespürt, wie ich zeitlich einraste und jetzt korrekt verankert bin in meinem Tagesablauf.
Wie ein blockierter Wirbel, der nun entblockiert ist und wieder am richtigen Platz sitzt.


Erster Tag – Umstellung auf Normalzeit in der Sommerzeit

September, 05

Ausschnit aus confetti-3182653 by rawpixel on pixabay.com Lizenz: CC0Heute habe ich es getan! Ich habe die Normalzeit wieder in mein Leben eingeführt.

Eine privateNormalzeit einführen? Wozu?
Die Antwort findest Du in der Vorgeschichte

Am Abend habe ich 2 alte Wecker von mir aus dem Schrank gekramt, die keine Funk-Wecker sind.
Ich stellte sie um eine Stunde zurück auf die Normalzeit.
Einer steht jetzt im Schlafzimmer, der andere im Wohnzimmer.
Meine Küchenuhr ging ja immer schon auf Normalzeit.
Vorsichtshalber habe ich auch im Flur noch eine Uhr mit Normalzeit aufgestellt.time-2980690 by JESHOOIScom auf pixabay.com Lizenz: CC0 So dass ich gleich beim Nachhausekommen damit empfangen werde.
Die Funkwecker habe ich mit roten Klebezetteln beklebt und „SZ“ für „Sommerzeit“ darauf geschrieben, damit ich nicht durcheinander komme.
Einer steht vorsichtshalber im Schlafzimmer.
Der andere unter`m Fernseher.
Ob ich die Autouhr auch umstelle? Ich weiß es noch nicht. Wäre aber konsequent.
Und anders als konsequent geht es wohl nicht.

Meine Zeiten im PC, Handy & Co habe ich auch umgestellt.
Ich habe die Zeitzone vom Tschad gewählt, GMT+1.
Da ist immer Normalzeit.
Unsere Zeitzone ist GMT + 1 für die Mitteleuropäische Zeit (MEZ).
Im Sommer ist es GMT + 2 für die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).

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Meinen Arbeits-Termin-Kalender habe ich für die Monate September und Oktober ein zweites mal angelegt.
Jetzt habe ich pro Monat 2 Blätter: ein Blatt in der Normalzeit und ein Blatt in der Sommerzeit.
Das Sommerzeit-Blatt ist sozusagen meine offizielle Arbeits-Zeit.
Das Normalzeit-Blatt liegt zu oberst.
Ich habe dort einen gelben Klebezettel mit “ +1 “ angebracht, damit ich nicht vergesse, eine Stunde hinzu zu rechnen, wenn ich weitere Termine verabrede.
Etwas umständlich ist es ja, die Termine alle um eine Stunde zurück zu schreiben.
Aber ich bin voll motiviert und denke, es lohnt sich.
Ich finde es lustig, daß ich nun in der Normalzeit viel früher Feierabend habe.
qualification-76737 by geralt on pixabay.com Lizenz: CC0Nun ist alles umgestellt und ich habe überall Normalzeit um mich herum.
Ich sitze und gucke auf die Uhr und denke: „JA! JA! JA!“
Schon jetzt beruhigt es mich, auf die Uhr zu gucken.
Eine Stunde mehr haben – das ist MEINE Zeit!