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Dritter Tag in der Normalzeit

September, 07

Heute habe ich Termine mit Kunden gehabt.

Das klappte ganz gut mit den beiden Kalendern.

Zu oberst liegt das Kalenderblatt mit den Terminen in Normalzeit.

Direkt dahinter liegt das Kalenderblatt mit den Terminen in der sogenannten „Sommerzeit“ – so, wie ich sie mit den Teilnehmern verabredete.
Es gibt keine Probleme damit.

Es ist einfach nur wichtig, konsequent in der Normalzeit zu leben, dann klappt es auch mit der pünktlichen Termineinhaltung.

Beispiel:

Termin nach „Sommerzeit“ von 10:00-12:00 Uhr.

Termin nach Normalzeit von 9:00-11:00 Uhr.

Anfahrt: 1 Stunde.

Also fahre ich um 8:00 Uhr los und bin um 9:00 Uhr da und der Termin beginnt pünktlich.

Wenn der Tag so geplant ist, dann gibt es gar kein Durcheinander.

Es ist nur wichtig, die Termine einmal im Vorwege in Normalzeit umzuplanen.african-american-3496261_by_rawpixel_pixabay_lizenz_cc0

Auch neue Terminabstimmungen klappen gut.

Ich verabrede die neuen Terminabstimmungen mit den Teilnehmern in „Sommerzeit“.

Ich trage sie ein in das Kalenderblatt für „Sommerzeit“.

Dann rechne ich eine Stunde weniger und trage die Termine noch mal für Normalzeit ein in das Kalenderblatt für die Normalzeit.

Was sich kompliziert anhört, ist in der Praxis ganz einfach und geht rasch.

Wer nie mit Terminen arbeitet, der ist von sowas nicht betroffen.

Wer Gleitzeit-Arbeitszeiten hat, kann sie entsprechend anpassen auf die Normalzeit.

Arbeitsbeginn in der „Sommerzeit“ um 9:00 Uhr.

Arbeitsbeginn in der Normalzeit um 8:00 Uhr.

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Ich habe heute länger gearbeitet, ohne daß es mir auffiehl.

Es gab einiges zu erledigen, das ich rasch noch abschliessen wollte.

Auf dem Rückweg zum Feierabend war auf der Autobahn alles schön frei.

Mache ich Feierabend um 18:00 Uhr Normalzeit, ist es für alle Anderen schon 19:00 Uhr.

Die Hauptverkehszeit ist da schon eher am abklingen.
Sehr vorteilhaft!

Den ganzen Tag über war ich entspannt.

Die Gesprächstermine waren zwar anstrengend gewesen, doch ich bin nicht so erledigt und auf innere Abwehr eingestellt wie sonst oft am Feierabend.

Das Gefühl, mich verkriechen zu wollen und mich unbedingt irgendwo geborgen erholen zu wollen, ist weg.

Es war in den letzten Monaten immer da, wenn ich zum Feierabend von Außenterminen nach Hause kam.

Oft hatte ich dann auch wenig Lust mir ein schönes Abendessen zuzubereiten und war rasch innerlich in Eile beim Essenmachen.

Diese innere Eile holte mich wie eine Angewohnheit heute abend auch ein, als das Essen brutzelte (ich esse warm) und ich den Tisch deckte.

Ich hielt inne. Was war los?

Ich schaute auf die Uhr und wurde nach und nach ruhiger und entspannter.

Schon beim Essen verflog die Eile sofort.

Doch ich merkte, am Abend heute kann ich die innere Unruhe nicht ganz ablegen.

Kein Wunder nach all den Monaten.

Dennoch bin ich heute nach der Arbeit vergleichsweise ruhig und entspannt, wesentlich mehr als die vergangenen Tage und Wochen.

In mir bildet sich jedoch die Frage, wieviel an Lebenszeit und Lebensqualität mir all die Jahrzehnte genommen wurde durch diese verrückte Zeitverdrehung.

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2 Gedanken zu „Dritter Tag in der Normalzeit“

  1. Hast Du gar keinen Dauer-Jetlag?
    Mal Normalzeit und mal Sommerzeit in der Stadt.

    Was sagen Deine Kollegen, Chef, Kunden, wenn Du jetzt immer später kommst als vorher?
    Keine Probleme oder was sagst Du denen?

    Gruß HT

    1. Hallo ht,

      ich komme nicht später als sonst zu meinen Terminen.
      Nur auf meinem privaten Kalender für die Normalzeit habe ich die Termine noch mal in Normalzeit aufgeschrieben.
      Einige Termine sind unveränderbar, da sie feste Treffen mit Kollegen sind oder ich sie schon lange vor dem Normalzeit-Experiment getroffen habe.
      Manche Termine wären zukünftig flexibel, und ich werde sie ab nächstes Jahr sicher so planen, daß sie gut in meinen Normalzeit-Biorhythmus passen.
      Insofern fällt es niemanden auf, da sich bislang nichts geändert hat.

      Einen Dauer-Jetlag habe ich nicht.
      Aber wenn ich für Termine in der Stadt viel unterwegs bin, merke ich danach zu Hause, daß ich die innere Umrechnerei nicht sofort abstellen kann.
      Doch mein Lebensgefühl bleibt immer stabiler in der Normalzeit, je länger ich darin lebe.
      Ein Glück! Da war nämlich eine meiner großen Sorgen hierbei.

      Grüße von Anja

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