In Normalzeit leben während der „Sommerzeit“

Am 29.03.2020 ist es wieder soweit: das Leben mit der zu frühen Stunde beginnt wieder, auch „Sommerzeit“ genannt oder MESZ.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

 

Die Uhrzeiten für Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge sehen so aus:

28.03.2020 06:17 Uhr 18:58 Uhr

29.03.2020 07:15 Uhr 20:01 Uhr

 

 

Gemütliche Abende bei Kerzenschein oder Vogelgezwischter beim Abendbrot sind nun ohne Übergang auf frühe Nacht-Uhrzeiten verlegt, die Kerze zündet sich niemand zur Tagesschau an und das Vogelgezwitscher hören die kleinen Kinder nun plötzlich zur Nacht im Bett.

Durch die derzeitigen Corona-Maßnahmen werden für  viele Menschen die sonst starken Umstellungprobleme etwas abgemildert, da die Schulen und Kitas geschlossen haben und immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten oder vielleicht auch gar nicht. Der Zwang zur zu frühen Stunde plötzlich aufstehen zu müssen besteht diesmal für weniger Menschen.

Wer es sich zeitlich also leisten kann und will, hat die Möglichkeit auf eine Art private Gleitzeit umzustellen, um entweder langsamer in die verfrühte Stunde reinzurutschen oder die Umstellung ganz zu lassen. Die Chance letzteres zu schaffen ist recht hoch.

Bild von Tumisu auf Pixabay

Dauerhaft in Normalzeit zu leben während der sogenannten Sommerzeit ist möglich.
Ich mache es und erstaunliche viele andere Menschen auch, die mich anschreiben oder hier im Blog kommentieren. Auch im privtaten Bekanntenkreis wagen sich nun ein paar daran, da bei ihnen durch die freie Arbeitszeiteinteilung auf Grund von Homeofffice und durch die grad lange, schulfreie Zeit die Verlockung groß ist.

Es ist nun das zweite Frühjahr, in dem ich die Uhren nicht verstelle.             Ich kann es nur jedem empfehlen.

Mir geht es endlich wieder gesundheitlich gut seit ich in Normalzeit lebe und auch der letzte Frühling/Sommer/Herbst war eine schöne und erleichternde Wiederentdeckung meiner bereits verloren geglaubten Lebenslust, Energie und Gesundheit. Hierüber schrieb ich öfters auch im Blog.

Wer auch in der Normalzeit bleiben will während der sogenannten Sommerzeit, für den habe ich ein paar Tipps in Kürze:

  • Funkwecker/-uhren möglichst ersetzen durch Wecker/Uhren mit selbst einstellbarer Zeit.
  • Eine Uhr in sogenannter Sommerzeit belassen, mit Aufkleber bestücken und beschriften mit „MESZ“, „+1“ , „Sommerzeit“ oder in roter Farbe etc., so daß keine Verwechselungen statt finden kann mit den Normalzeit-Uhren.
  • Wenn möglich die Arbeitszeiten durch Gleitzeit oder Homeoffice selbst gestalten.
  • Verabredungen und Termine immer zunächst für sich selbst in Normalzeit überlegen und dann eine Stunde dazu rechnen für den Terminpartner.
  • Terminkalender doppelt führen: einen für Normalzeit und dahinter die MESZ-Zeit, die man dann den Terminpartnern nennen kann
  • Stets und überall immer in der Normalzeit leben
  • Bei Freunden bevorzugt Termine erst in Normalzeit nennen und dann noch mal in MESZ-Zeit
  • Geschäftspartnern und Kollegen die Termine nur in MESZ nennen, außer sie sind Vertraute.
  • Für sehr visuelle Menschen: Analoge runde Ziffernblatt-Uhren nutzen und auch eine analoge Ziffernblatt-Uhr in das Auto legen (hilft mir im Umgang mit Straßenuhren sehr!).
  • Zeiten für tägliche Aufgaben so legen, daß sie dem eigenen Rhythmus mehr entsprechen.
  • Den Lebensstil möglichst der Normalzeit anpassen bzw. beibehalten, wo es möglich ist.
  • Zu frühe Termine, Ladenschlußzeiten als unabänderbar hinnehmen für 7 Monate und sich bewußt bleiben, daß es eine Stunde zu früh ist.
  • Verfrühtes Kulturleben/TV-Programm: geniesse es die Veranstaltungen/TV-Programm früher zu sehen und früher zu beenden und danach noch Ruhe zu haben bis es Zeit wird ins Bett zu gehen.
  • Häufige Aufenthalte außerhalb des Hauses, z.B.  in der Natur, Park, Garten etc., besonders tagsüber oder morgens bis frühen Nachmittag, wann immer es möglich ist.
  • Kontakt zu anderen Menschen, die auch dauerhaft in Normalzeit leben, z.B. über das Internet, hier im Blog, Social Media, im Freundeskreis dafür werben etc.

Es gibt im Blog noch viele andere Tipps und genauere Erläuterungen zur gelingenden Umsetzung. Diese Tipps hier sind eine Zusammenfassung von Erfahrungen, die mir gut geholfen haben. Jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse. Vielleicht gibt es für Dich noch ganz andere Wege. Teile sie mir gern mit und sie können hier veröffentlicht werden.

Der Sinn, warum es gut und gesundheitsfördernd ist, trotz sogenannter „Sommerzeit“ / MESZ weiter in der Normalzeit zu leben ist, dass man sich immer der richtigen Sonnen-Tageszeit bewusst bleibt. Auf diese Weise entgeht man der Verlockung, zu früh aufzustehen und abends zu lange wach

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

zu bleiben, um dadurch dann auf Dauer zu wenig Schlaf zu kriegen. Denn das macht krank und führt vor Allem zu Krebs-Erkrankungen oder entzündlichen Erkrankungen wie z.B. rheumatoide Arthritis u.a.m. . Dies wurde auch am 21.01.2019 im Europaparlament im Kommitee für Tourismus&Transport in einer Präsentation von Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain entsprechend ausgeführt.

Allen Menschen, die jetzt den Versuch starten wollen dauerhaft in Normalzeit zu leben, wünsche ich alles Gute und viel Erfolg.
Und uns Normalzeitlern wünsche ich einen weiterhin entspannten Start in den Frühling.
Bleiben Sie alle  gesund, liebe Leser und kommen Sie gut durch unsere grad stürmische Zeit!

Bild von Larisa Koshkina auf Pixabay

 

Quellen:

Vortrag von Darío Acuña-Castroviejo von der University of Granada, Spain  im EU-Kommitee für Tourismus&Transport:

Proceedings of the workshop on “Discontinuing seasonal changes of time in the EU”

Tipps zum Normalzeit-Leben in der „Sommerzeit“:

https://www.normalzeit-leben.de/wordpress/tag/tipps/

Sonnenauf- und -untergangs-Zeiten:

https://sonnenaufgang-sonnenuntergang.de/

 

Ist der Mensch das Zentrum der Zeit?

In früheren Jahrhunderten dachten die Menschen, daß die Erde das Zentrum des Weltalls sei.

Es galt die Auffassung, die Sonne drehe sich um die Erde, ebenso der Mond und alle anderen Sterne.

Der Mensch durchbricht das Himmelsgewölbe und erkennt die Sphären, Holzstich um 1530

Nur mühsam setzte sich die Erkenntnis duch, daß die Erde nicht das Zentrum des Weltall ist.
Der größte Verhinderer der Erkenntnisse von Entdeckern in der Seefahrt und von Wissenschaftlern wie Kepler war die Kirche.
Sie hatte die Deutungsmacht, die letztlich ihren hohen „Würdenträgern“ das enorme, wirtschaftliche Wohlergehen sicherte! Heute ist diese Macht der Kirche gebrochen und jedes Kind weiß hier, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht.

Auch weiß jedes Kind, dass sich das Leben auf der Erde nach der Sonne richtet.
Sowohl im Hinblick von Tag und Nacht als auch in Bezug auf die Jahreszeiten.
Schon im Biologie-Unterricht können Kinder durch Beobachtung von Blumen wie z.B. den Gänseblümchen auf der Wiese oder den Vögeln wie z.B. den Amseln lernen, dass sie mit dem Sonnenaufgang erwachen und erblühen bzw aktiv werden und mit Sonnenuntergang die Blüte schliessen bzw. schlafen.

Die Gezeiten von Ebbe und Flut richten sich nicht nach dem Sonnenlicht, sondern nach mechanischen Gesetzen.
Hier ziehen Sonne und Mond das Wasser an und die Fliehkräfte der Erdumdrehung tun das ihre dazu.
Die Pflanzen, Tiere und Menschen der Küstengebiete richten sich danach im Verbund mit Tag und Nacht.

So lief das über viele Jahrhunderte gut, die Menschen richteten sich nach diesen Naturgesetzen und konnten auf diese Weise auch manches im Voraus planen, um stets Nahrung und Vorräte zu haben.

Erfindungen wie Telegrafie und Eisenbahnen ermöglichten überregionalen Handel und Wissensaustausch sowie das Reisen und eine zeitnahe Post. Eine Vereinheitlichung von Abfahrts- und Ankunftszeiten von Eisenbahnen schien vielen Menschen von Nöten, um besser planen zu können und keinen Zug zu verpassen, der ihnen wichtig war.
So entstanden im Laufe die Zeitzonen von 15°, die sich im Mittel nach dem Sonnenstand im Zenit richten. Für viele Menschen galt damals lange noch die Ortszeit gemäß ihrem örtliche Sonnenstand parallel zur Zeitzone, denn Uhren waren noch teuer und entsprechend wenig verbreitet.
Die meisten Menschen orientierten sich lange noch nach dem Sonnenstand am Himmel.

Bild von Tumisu auf Pixabay

Im Zuge der Internationalisierung und Gobalisierung von Handel und Verkehr wurde es notwendig, die Vereinheitlichung von Zeit praktikabel zu machen.

International agierende Transporte nutzen heute UTC.
Die koordinierte Weltzeit nennt sich auf englisch Coordinated Universal Time mit der Abkürzung UTC, sie ist die heute gültige Weltzeit. Eingeführt wurde sie 1972.
Hiermit kann man unabängig planen und sich abstimmen.
Das ist hilfreich für weltweiten Handel, Verkehr und Kommunikation.

D.h. einfach ausgedrückt: egal in welcher Zeitzone ich mich selbst gerade befinde, kann ich mich mit UTC zu einer internationalen Konferenz via Internet rechtzeitig am Monitor einfinden oder Ankunftszeiten von Frachtern oder Überland-Transporten planen.
UTC dient als weltweit vereinheitlichte Zeitskala für Handel, Transport, Militär, Wissenschaft und Kommunikation.
Wer international viel agiert oder kommuniziert, lebt weiterhin in der Zeitzone des eigenen Aufenthaltes und ist mit UTC darüber orientiert, welche Zeitzone und Uhrzeit die Handels- und Kommunikations-Partner haben.

Im privaten Alltag schaue ich meist zuerst wo die Sonne am Himmel steht und weiß unter Berücksichtigung der Jahreszeit ungefähr wie spät es ist.
Schaue ich zur Uhr, kenne ich die Uhrzeit für die Region meiner Zeitzone (die seit 1972 international in UTC kommuniziert wird), die für die dort lebenden Menschen in der Regel die zeitliche Orientierung gibt.
Will ich mich in Deutschland mit einem Gesprächspartner aus Neuseeland zur Videokonferenz verabreden, mache ich dies mit Hilfe von UTC, indem ich die Stundendifferenz errechnen kann.
In all diesen Fällen macht die Vereinheitlichung von Uhrzeit einen Sinn, um sich zeitlich orientieren zu können.
Die Uhrzeit wird zu einem Parameter, der zu einer Verabredung oder Planung dient.

Bild von dozemode auf Pixabay

Schon ab Einführung der Zeitzonen und der Standardzeit c.a. in der Mitte des 19.Jahrhunderts war die somit ermittelte Zeit meist nicht mehr genau jene, die dem örtlich Sonnenstand entsprach, sondern sie wich ab bis zu +/- einer halben Stunde. Schon hier trennte sich die Standartzeit von der Ortszeit.
Doch sie orientierte sich letztlich noch an dem Sonnenstand im Mittel von +/- 30 Minuten.
Das machte es den meisten Menschen schon damals möglich, sich damit zu arrangieren, auch wenn sie selbst oft noch keine Uhr hatten, nur eine Kirchturmuhr oder höchstens eine einzige in der guten Stube.

Nicht von ungefähr kommt es daher, daß die Verstellung der Uhrzeit um eine Stunde nach vorne seit ihrer Einführung 1980 in Deutschland zu vielen Protesten führte.
Da es damals noch kein Internet und soziale Medien gab, verhallte dieser Protest in den öffentlichen Medien rasch nach der Einführung wieder und ploppte höchstens mal zum Zeitpunkt der Umstellung auf.
Bis zu 90 Minuten Abweichung der Uhrzeit vom örtlichen Sonnenstand war für viele Menschen im Alltagserleben unangenehm und desorientierend.
Für nicht wenige ist es das auch heute noch.
Durch die Lebensumstände der reicheren Nationen in Europa gibt es hier inzwischen einen Lebensstil, der sich weitgehendst von der Natur und ihren Rhythmen verabschiedet hat und selbst in der Landwirtschaft wird versucht, die Natur möglichst zu „zähmen“ gemäß den Bedürfnissen globalisierter Handelsketten und deren Gewinnen.

Mit der Diskussion um die Neugestaltung von Zeitzonen und Standardzeiten in Europa – seit 2018 angestoßen durch eine unverbindliche Meinungsumfrage der Europäischen Kommission – zeigt sich, daß die großflächige Vereinheitlichung von Uhrzeit zu einem scheinbar unlösbaren Konflikt mit der regional auf 15° Grad begrenzten Zeitzone führt, die sich viele Bürger in der EU wünschen und die vor Jahrhunderten zu einer Akzeptanz einer vereinheitlichten Uhrzeit führte.
Da nicht jeder einzelne Bürger internationalen Handel und Transport oder täglich internationale Videokonferenzen hat, wirkt es lebensweltfremd, eine große vereinheitlichte Zeitzone offiziell einführen zu wollen jenseits von mittleren Sonnenständen der jeweiligen Regionen.

Die Diskussion um Zeitzonen und Standardtzeiten für größere Gebiete in Europa führten in der Öffentlichkeit jüngst zur Verbreitung der Annahme, der Mensch sei Bestimmer über die Zeit in seiner Region und somit sei eine Abstimmung über die eigenen Vorlieben für Tagesverläufe ein demokratischer Vorgang.
Von da an kam es über längere Zeit zu immer tieferen „Grabenkämpfen“ zwischen Befürwortern einer östlichen Zeitzone als dauerhafter Standartzeit (UTC+2) und den Befürwortern der mitteleuropäischen Standardzeit (UTC+1) in Deutschland.
Der zunehmenden Entzweiung wurde ein Ende gesetzt, indem diese Diskussion nicht mehr öffentlich geführt wird, sondern innerhalb des Europäischen Parlamentes bzw. in Ausschüssen.

Die Europäische Union ist historisch aus einer Handelsvereinigung europäischer Nationen entstanden.
Und noch heute hängt ihr diese Prägung an.
Man merkt es bei Themen wie Klima und Tierschutz vs. Handel, Landwirtschaft und Subventionen.
Oder eben auch beim Thema der Zeitzonen.
Denn ein Interesse an einer Vereinfachung von Zeitzonen in Europa hat wohl besonders der internationale Handel und das Transportwesen.
Allerdings nutzen die meisten dort ohnehin schon die koordinierte Weltzeit (UTC).
Ein weiterer Vorteil von späteren Sonnenuntergangs-Uhrzeiten haben Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer eher bereit sind Überstunden zu leisten so lange es draußen noch schön hell ist.
Und Vorteile hat das Gaststättengewerbe in der Urlaubszeit, wenn die Menschen eine Stunde länger dort Geld ihr ausgeben.
Arbeitnehmer, die spätere Zeiten für Arbeitsbeginn und Arbeitsende haben, bevorzugen auch oft eine spätere Uhrzeit im Hinblick auf Sonnenuntergänge.
Alle anderen, so scheint es mir, finden in ihrer Lebenswelt keinen dringenden Bedarf für eine uhrzeitliche Verschiebung von Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten um bis zu 90 Minuten in Deutschland.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Immer mehr Wissenschaftler melden sich in der Öffentlichkeit zu Wort und liefern Erkenntnisse und Fakten dahingehend, daß eine Vorverlegung von Tagesrhythmen krank macht und sogenannten „Volkskrankheiten“ wie z.B. Depressionen oder Diabetes mellitus Typ II Vorschub leisten.
Hier im Blog wurde oft darüber berichtet und auch die Quellen sind aufgeführt.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn und Wirtschaftsminister Altmeyer haben sich positiv zur dauerhaften Vorstellung der Uhrzeit um eine Sunde geäußert.
Zur Begründung führten sie auch persönliche Vorlieben dafür auf.
Der Chronobiologe Professor Till Roenneberg der Uni München meinte hierzu vom „Tagesspiegel“ befragt:
„Das ist irre, Hedonismus pur. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Das Vorgehen erinnert mich an die Politik von Trump. Das ist genauso, wie wenn man zum Thema Klimawandel sagt: ‚Ist doch schön, wenn wir wärmere Sommer haben.‘ Viele Politiker denken offenbar, es geht hier um Lifestyle. Es geht aber um die Gesundheit der Bevölkerung.“

Die Entscheidung, in welcher Zeitzone wir in Deutschland zukünftig dauerhaft leben sollen, steht noch aus. In 2020 muß innerhalb der EU und in Deutschland eine Entscheidung gefunden werden, da ab 2021 im März oder Oktober – je nach Nation – das letzte mal die Zeitumstellung stattfinden soll.

Ob auf die Wissenschaftler aus Medizin und Chronobiologie gehört wird im Europäischen Parlament und in Deutschland?

Oder glauben manche Entscheider in der europäischen und deutschen Politik, sie hätten die Deutungshoheit über die Zeit?

Die Diskussion um europäische Zeitzonen und Standardzeiten erinnert mich in ihrer Ignoranz von wissenschaftlichen Fakten bislang sehr an die mittelalterlichen Ereignisse und Motive zur hartnäckigen Verweigerung der Erkenntnis, daß die Erde sich um die Sonne dreht.

Bild von Sydney Tshabalala auf Pixabay

Quellen:

Interview mit Chronobiologen Prof. Till Roenneberg zur dauerhaften Sommerzeit:

https://www.tagesspiegel.de/wissen/chronobiologe-zur-dauerhaften-sommerzeit-die-menschen-werden-spueren-dass-es-ihnen-nicht-gut-geht/24156316.html

Zeitzonen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzone

Koordinierte Weltzeit (UTC):

https://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierte_Weltzeit

Johannes Kepler:

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Kepler

Weltraumforschung, Astronomie:

https://www.planet-wissen.de/technik/weltraumforschung/astronomie/index.html

Gezeiten:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/planet-erde/ebbe-flut-gezeiten-102.html

Biorhythmus:

https://fachportal-gesundheit.de/biorhythmus/

Europäische Konsultation zur Sommerzeitverordnung:

https://ec.europa.eu/germany/news/20180831-konsultation-sommerzeit_de

Dauerhafte Normalzeit in Deutschland – das kannst Du tun

Bald ist es wieder so weit:
am Sonntag, 27.Oktober 2019 gilt endlich wieder die Normalzeit MEZ in Deutschland.

Ich freue mich wie jedes Jahr darauf!
Ein Festtag in meinem Kalender.

Seit ich in dauerhaft in Normalzeit lebe, habe ich zum Glück nicht mehr mit den Erschöpfungszuständen und der Gereiztheit zu kämpfen.
Auch alle möglichen Erkältungskrankheiten, die mich in den Jahren zuvor regelmäßig im Frühjahr und Herbst ansprangen, sind wie weggeblasen.
Und es ist schön, bald wieder mit meiner Gesellschaft im zeitlichen Gleichtakt zu leben.

Gern möchte ich, daß es dauerhaft so bleibt.
Das wünsche ich nicht nur für mich, sondern auch für die vielen anderen Menschen, die unter der zu frühen Stunde von April – Oktober leiden.

Bislang stehen die Prioritäten für die Diskussionen in der EU eher für Themen wie Brexit, von der Leyens Kabinett, Klima u.a.m.
Da ist die Debatte zur Einigung auf Zeitzonen in der EU erstmal hintenan gestellt.
Man hört so gar nichts mehr in dieser Richtung.
Und nicht mal in den öffentlichen Medien ist die übliche, große Diskussion darüber in Gange anlässlich der bevorstehenden Zeitumstellung an der Uhr.

Damit die Abgeordneten im EU-Parlament nicht vergessen, daß es viele Menschen und Wissenschaftler gibt, die ein dauerhaftes Leben in der Normalzeit (MEZ in Deutschland) für wichtig und gesund halten, können wir ihnen schreiben.

Der längste Vorkämpfer für die Abschaffung der Sommerzeitverordnung und Rückkehr zur dauerhaften Normalzeit ist Hubertus Hilgers und seine Website zeitumstellung-abschaffen.de.
Hier habe ich Musterbriefe gefunden.
Diese Idee finde ich so gut, daß ich sie gern hier bekannt machen möchte für alle, die nicht blos die Hände in den Schoß legen wollen.
Dafür habe ich den Musterbriefen von Herrn Hilgers ein kleines Update verpasst.

Nach folgend ein paar Musterbriefe, die an die Abgeordneten im EU-Parlament gesendet werden können:

A. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland

B. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland

C. Musterbrief zur Einführung der dauerhaften Normalzeit in Deutschland.

Wer die Adressen der EU-Abgeordneten nicht kennt, wird hier fündig:

www.europarl.europa.eu/meps/de/search.html?country=DE

Dort werden die Emailadressen nicht aufgeführt.
Wer ein Email senden will, kann es so adressieren:

Vorname.Name@europarl.europa.eu

Wer weitere Links für Argumente Pro dauerhafte Normalzeit in den Musterbriefen hinzufügen will, kann hier nach schauen:

Links zu den Themen auf normalzeit-leben.de

Natürlich können die Musterbriefe auch an die Abgeordneten im Bundestag gesendet werden.
Um auf diese Weise unsere Meinung zu bekräftigen und in Erinnerung zu halten.
Für ein dauerhaftes und gesundes Leben in Normalzeit in Deutschland.

C. Musterbrief für dauerhafte Normalzeit in Deutschland

Betreff: Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung und Diskussion zur Harmonisierung der Zeitzonen.

Sehr geehrte/r Frau/Herr Abgeordnete/r

Viele nationale Initiativen setzen sich in ganz Europa für die Beibehaltung der bzw. Rückkehr zur mitteleuropäischen Normalzeit ein, die unserer natürlichen Zeitzone am ehesten entspricht.

Das künstliche Vorstellen der Uhr auf die sogenannte „Sommerzeit“ beeinflusst unseren Biorhythmus negativ, da unsere innere Uhr sich am Sonnenstand orientiert und sich somit nicht umstellen lässt.

Weite Teile der europäischen Bevölkerung leiden unter den negativen Folgen dieser Maßnahme – mich und meine Familie eingeschlossen.
Die überwiegende Mehrheit der europäischen Bevölkerung würde nach Wegfall der sogenannten „Sommerzeit“ und damit des ungesunden „sozialen“ Jetlags mit Sicherheit wieder gesünder, kreativer, besser gelaunt und ausgeschlafener sein.

Allein die Kosten, die das Gesundheitssystem einsparen könnte wären immens, ebenso würde die Wirtschaft profitieren.
Das ergibt sich zwangsläufig aus den Erkenntnissen der Chronobiologie – einer Disziplin, deren Vertreter nicht ohne Grund am 03. Oktober 2017 in Stockholm den Medizin-Nobelpreis erhalten haben.

Wer sich (wie diese Wissenschaftler) näher mit der Chronobiologie beschäftigt, der wird feststellen, dass die Einführung der „Sommerzeit“ ein Fehler war, der sich negativ auf die Gesundheit eines großen Teils der Menschen auswirkt.
Ihre dauerhafte Beibehaltung würde für viele Menschen in Europa chronische, gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben.

Prof.Dr. Till Roenneberg hat bereits einen Vorschlag für die Verteilung der Zeitzonen in Europa unter chronobiologischen und gesundheitserhaltenden Aspekten entworfen.
(siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Zeitzonen-fuer-Europa-gemaess-der-Chronobiologie-4354908.html

Ich bitte Sie sehr, sich in der kommenden Diskussionen zur Harmonisierung der Zeitzonen nachdrücklich für die dauerhafte Beibehaltung der mitteleuropäischen Normalzeit einzusetzen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und beste Grüße aus ….

B. Musterbrief für dauerhafte Normalzeit in Deutschland

Betreff: Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung und Diskussion zur Harmonisierung der Zeitzonen.

Sehr geehrte/r Frau / Herr Abgeordnete(r) …

Seit die Abschaffung der Sommerzeitverordnung im EU-Parlament beschlossen wurde, geht die Diskussion nun darum, wie die Zeitzonen in Europa harmonisiert werden könnten.

Viele nationale Initiativen setzen sich in ganz Europa für die Beibehaltung der mitteleuropäischen Normalzeit ein, die ja unserer natürlichen Zeitzone am ehesten entspricht.

Das künstliche Vorstellen der Uhr auf die sogenannte „Sommerzeit“ beeinflusst unseren Biorhythmus negativ, da unsere innere Uhr sich am Sonnenstand orientiert und sich nicht umstellen kann.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt sich nicht zuletzt durch die Verleihung des Nobelpreises für Medizin am 3. Oktober 2017 in Stockholm an drei Chronobiologen.

Wer sich näher mit der Chronobiologie beschäftigt, der wird feststellen, dass die sogenannte „Sommerzeit“ ein Fehler ist, der sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, da wir eine noch größere Abweichung der Uhrzeit von der astronomischen Zeit haben, als es eh in unserer Zeitzone schon der Fall ist.
Die eigentliche normale Uhrzeit ist da noch das geringere Problem.

Prof.Dr. Till Roenneberg hat bereits einen Vorschlag für die Verteilung der Zeitzonen in Europa unter chronobiologischen und gesundheitserhaltenden Aspekten entworfen.
(siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Zeitzonen-fuer-Europa-gemaess-der-Chronobiologie-4354908.html )

Ich bitte Sie, sich in der Diskussion um die zukünftig geltenden Zeitzonen nachdrücklich für die dauerhafte Beibehaltung der mitteleuropäischen Normalzeit für Deutschland einzusetzen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und viele Grüße!

A. Musterbrief für dauerhafte Normalzeit in Deutschland

Betreff: Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung und Diskussion zur Harmonisierung der Zeitzonen.

Sehr geehrte Frau / Herr …

Sehr geehrte Frau Abgeordnete / Herr Abgeordneter …

Die Abschaffung der europäischen Sommerzeitverordnung ist eng gebunden an die Diskussion um die Harmonisierung der Zeitzonen in der EU.
Ich möchte Sie auffordern sich für die dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit MEZ für Deutschland einzusetzen.
Allein die Kosten, die das Gesundheitssystem einspart, werden immens sein.
Und auch die Wirtschaft wird profitieren.
Das ergibt sich zwangsläufig aus den Erkenntnissen der Chronobiologie – einer Disziplin, deren Vertreter sicher nicht ohne Grund den Medizin-Nobelpreis erhalten haben (PM: https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2017/press.html).

Chronobiologen haben herausgefunden, dass unsere inneren Uhren sich darauf einstellen, wann die Sonne ungefähr am höchsten Punkt steht.
Daran ändert sich durch die Uhrenvorstellung um eine Stunde nichts.
Was sich ändert, ist, daß wir in der sogenannten „Sommerzeit“ eine Stunde früher aufstehen und abends nur selten eine Stunde früher einschlafen können, da es zu lange hell ist.
Genau das nennt man einen „sozialen“ Jetlag, und der ist ungesund (siehe:
Till Roenneberg: Wie wir ticken (Dumont);
http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Wie-die-Sommerzeit-den-Koerper-beeintraechtigt               oder
https://link.springer.com/article/10.1007/s15006-017-9248-7).

Schwer wiegt die Verstärkung der ohnehin schon negativen Folgen des schlafgefährdenden Lebens in der 24/7-Gesellschaft durch die sogenannte „Sommerzeit“( siehe:
Peter Spork: Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft (Hanser);
http://www.peter-spork.de/100-0-Schonzeit-fuer-Eulen.html).

Normalerweise wird argumentiert, wir würden uns ja auch auf Fernreisen sehr schnell an eine Umstellung um eine Stunde anpassen.
Doch dabei handelt es sich tatsächlich um eine biologisch gewollte und äußerst sinnvolle Anpassung unserer inneren Uhren an die äußere Zeit, vorgegeben durch den Lauf der Sonne.
Genau der Umstand, dass uns das so gut gelingt, belegt deshalb das Gegenteil von dem, was er belegen soll: Er zeigt, wie schwer es vielen Menschen fallen muß, sich an die sog. „Sommerzeit“ zu gewöhnen.
Diese ist nämlich eine Vorstellung der Uhren, OHNE dass die Sonne Ihren Lauf verändert.

Die unerträgliche Uhren-Vorstellung auf eine dauerhafte, sogenannte “Sommerzeit”, entspricht also einer Flugreise in eine andere Zeitzone, bei der man leider vergessen hat, die Uhr umzustellen und deshalb permanent zur falschen Zeit aufsteht und zu Bett geht.
Das ist ungesund!

Prof.Dr. Till Roenneberg hat bereits einen Vorschlag für die Verteilung der Zeitzonen in Europa unter chronobiologischen und gesundheitserhaltenden Aspekten entworfen.
(siehe: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neue-Zeitzonen-fuer-Europa-gemaess-der-Chronobiologie-4354908.html

Ich bitte Sie, als meine/n gewählte/n EU-Abgeordnete/n sich für eine Beibehaltung der dauerhaften Normalzeit für Deutschland einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Zeitumstellung „Sommerzeit“ – ohne mich!

Heute ist der Tag für die Zeitumstellung auf „Sommerzeit“ und ich habe keine Uhrzeit umgestellt!

Ich merke heute überhaupts nichts von der Zeitumstellung – ein Glück!
Aber kein Wunder, heute ist Sonntag und ich bin nicht auf Öffnungszeiten, Arbeitstermine etc. angwiesen.
Mir fällt nur auf, daß es heute erstaunlich ruhig in meiner Umgebung ist, wo doch die Sonne scheint, alle hier frei haben und dann normalerweise gern viele Kinder laut draußen spielen oder die Leute sonst in den Gärten aktiv und laut was machen.

In den letzten Tagen habe ich ein paar Vorbereitungen getroffen.
Ich habe meinen Terminplaner wie schon letztes Jahr mit einem weiteren Blatt für die MESZ bestückt.
Die Termine ab April hatte ich schon vorsorglich – wo es möglich war – so gelegt, daß mein Normalzeit-Rhythmus bleiben kann, wie er ist.
Fällt ein Termin also z.B. auf 14:00 Uhr MESZ bedeutet das für mich 13:00 Uhr Normalzeit (MEZ).
Meinen Reciever und eine weitere Uhr mit automatischer Verstellung hin zur MESZ habe ich mit roten Klebestreifen versehen und „SZ“ drauf geschrieben.
So kommt es zu keinen Verwechselungen.
Für PC/Tablet/Smartphone habe ich die Zeitzone vom Tschad gewählt, man könnte während der MESZ auch die Zeitzone von Groß Britannien nehmen, die jetzt in UTC+1 sind.
Ich fühle mich gut vorbereitet und muss mir einfach nur merken, daß die Einzelhändler jetzt wieder eine Stunde früher öffnen und schliessen, also von 7-17 Uhr.
Auch, daß einige Sendungen, die ich gern im TV sehe früher beginnen, was gar nicht so schlecht ist, da mir viele interessante Sendungen oft zu spät beginnen in der Normalzeit.
Und ich erspare mir die Rush-Hour am Feierabend, darauf freue ich mich am meisten!
Ja, ich lebe etwas quer zur sozialen Zeit, zwangläufig, doch es gibt auch ein paar Vorteile dabei.
Natürlich wäre schöner, ich müsste diesen ganzen Zirkus gar nicht veranstalten und wir blieben dauerhaft in der Normalzeit MEZ.

Nun soll wohl in konkreterer Planung die Sommerzeitverordnung in 2021 abgeschafft werden. Hier gibt es zurecht noch in der EU verschieden hohen Bedarf für Folgeabschätzungen der Abschaffung und der Neuverteilung von Zeitzonen für einzelne Länder sowie für weitere Verhandlungen und Absprachen hierzu.
Portugal hat sich ganz gegen die Abschaffung ausgesprochen, so wie auch einige südlich liegendere Länder im Grunde die Zeitumstellung eher befürworten.

Der Chonobiologe Prof.Dr. Till Rönneberg hat sich schon mal Gedanken gemacht zu chronobiologisch sinnvollen Zeitzonen in Europa.

Neue EU-Zeitzonen, Prof.Dr.Rönneberg auf heise.de
Neue EU-Zeitzonen, Prof.Dr.Rönneberg auf heise.de

Auf dem ersten Bild sieht man die Zeitzonen, so wie sie heute gelten von Herbst bis Frühling. Hierbei liegt Deutschland in der grünen Zone, in der MEZ, UTC+1.
Auf dem zweiten Bild sehen wir die Länder in der MESZ, UTC+2, hierbei ist Deutschland in der blauen Zone.
Auf dem dritten Bild zeigt Herr Rönneberg die chronobiologisch gesündeste Zuordnung der Zeitzonen für Europa, Deutschland ist in der grünen Zone, der MEZ, UTC +1.

Bleibt zu hoffen, daß Politiker sich für wissenschaftliche Fakten zu diesem Thema interessieren und sie maßgeblich einbeziehen in ihre Entscheidungen.

Ich geh jetzt gleich noch mal raus in die Frühlingssonne und freu mich, wenn mir heute meine schöne Frühlingsdämmerung am Abend erhalten bleibt.

Allen Normalzeitlern wünsche ich eine guten Start!

kite-by_niko-shogol_lizenz_cc_pixabay

Fünfundfünfzigster Tag in der Normalzeit – Normalzeit in Europa

28.Oktober

Endlich ist es wieder soweit: die Normalzeit in Deutschland!
Seit Einführung der Sommerzeit-Verordnung in Deutschland 1980 ist das Ende der MESZ immer der schönste Tag im Jahr für mich!
animiertes-sonne-bild-0850
Diesmal ist es ein wenig anders.
Ich hungerte nicht mehr auf dieses auf Datum hin wie sonst in all den Jahren zuvor auf Grund von großer Erschöpfung.
Denn inzwischen lebe ich bereits seit 55 Tagen in der Normalzeit mit so gutem körperlichen und seelischem Wohlbefinden wie schon ganz lange nicht mehr im Herbst.
Seit langem habe ich keine so schöne Herbstzeit mehr gehabt!
Der Spagat zwischen Normalzeit und die eine Stunde früher zu rechnen mit der sogenannten „Sommerzeit“ hat nun erfreulicherweise erstmal ein Ende.
Zum Glück lief das für mich besser als anfangs gedacht.
Dennoch bin ich nun schon froh mit meinen Mitbürgern die gleiche Zeit zu haben.
Und ich freue mich für alle meine Kollegen, die jetzt nicht mehr so todmüde aussehen müssen oder so häufig krank werden wie in den letzten Wochen…

Meinetwegen bräuchte niemand mehr an der Uhr drehen müssen.
european-union-1328255_by_GDJ_pixabay_lizenz_cc0
Die Diskussion über die Abschaffung der Sommerzeitverordnung in Europa sowie die Findung der passenden Zeitzone für die jeweilige Nation hält auf politischer Ebene derzeit noch an.
Bis zum 30.10.2018 tagen die EU-Verkehrsminister zum Thema Zeitumstellung.

Sollte die Zeitumstellung doch abgeschafft werden in der EU, dann bliebe noch die Frage der einzelnen Nationen zu beantworten, in welcher Zeitzone sie leben wollen.
In Deutschland gibt es hier bislang nur persönlich geäußerte Vorlieben von Ministern/Kanzlerin, die noch nicht als absolutes Statement gewertet werden können – auch wenn in vielen öffentlichen Medien dies so interpretiert wird.
Daran schliessen sich dann häufig allerlei Forendiskussionen an und es werden viele Online-Umfragen in der Argumentation bemüht.
Doch an Online-Umfragen nehmen die teil, die gern im Internet unterwegs sind.
Der Rest: alte Menschen, Kinder, z.T. behinderte Menschen, am Internet nicht interessierte Menschen u.a. werden hier nicht berücksichtigt.
Insofern sind Online-Umfragen nur ein Stimmungsbild von Internet-Nutzern, nicht aber von der gesamten deutschen Bevölkerung.

Der Zugzwang zur möglichst einheitlichen Zeitregelung zwischen den Nationen zeigte sich für die Schweiz 1981.
Die Schweizer hatten per Volksentscheid 1978 gegen die Einführung der Sommerzeitverordnung gestimmt.
Dennoch wurde sie ein paar Jahre später kurzerhand nach 40 minütiger Diskussion im Ständerat der Schweiz beschlossen.
Grund war der Beitritt der beiden Deutschlands zur Sommerzeitverordnung.
Somit war die Schweiz eine Art Normalzeit-Insel inmitten von Ländern die der Sommerzeitverordnung folgten.
Da war dann auch plötzlich der Volksentscheid hinfällig….

Wie könnte es in Europa aussehen?
Uns umgebende Nationen haben sich für die MEZ ausgesprochen: z.B. Frankreich, Niederlande, Dänemark.
Österreich hingegen findet die MESZ (eigentlich die osteuropäische Zeit OEZ) gut.

Wie es uns in der dauerhaften Normalzeit ergeht, wissen alle Menschen, die sie selbst erleben durften.
Damals gab es für viele nur die eine Zeit.
Niemand wäre auf die Idee gekommen, es könnte mehrere „Zeiten“ geben unter denen man wählen könnte wie an der Ladentheke.
Gibt es ja auch nicht wirklich.
Es gibt nur Zeitzonen: MEZ oder OEZ, die hier für uns debattiert werden.

london-by_werner22brigitte_pixabay_lizenz_cc0

In Europa gab es bereits schon einmal ein Experiment mit dem, was wir in Deutschland „Sommerzeit“ nennen und das nichts anderes bedeutet als die Uhr um eine Stunde vorzustellen.
In Großbritannien blieb in der Zeit von März 1968 – Oktober 1971 die Uhr dauerhaft um eine Stunde vorgestellt.
1970 wurde dann beschlossen das Experiment zu beenden und die Zeitumstellung wieder einzuführen.
Der Grund waren erhöhte schwere Verkehrsunfälle in den Wintermonaten mit oft tödlichem Ausgang (und da gab es noch nicht so viel Verkehr wie heute).
Insbesondere in Schottland war es in manchen Orten noch um 10 Uhr morgens dunkel, auch die Schulkinder waren davon natürlich betroffen.
In Südengland hingegen schien es den einen oder anderen Vorteil zu geben, was jedoch nicht näher erläutert wurde.
Mit Rücksicht auf die negativen Ergebnisse des Experimentes, insbesondere auch aus dem nördlichen Schottland, wurde es beendet und die Zeitumstellung wieder in Großbritannien eingeführt.
Solle Großbritannien die EU verlassen, wollen sie die Zeitumstellung auch weiterhin beibehalten.

Schottland beginnt auf dem 56. nördlichen Breitengrad, –
Kiel und Flensburg liegen auf dem 54. nördlichen Breitengrad.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3c/Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg/402px-Grossbritannien_Topographie_Staedte.jpeg
Also nur 2 Grad unter Schottland.
Es ist auch nur eine Richtschnur zur Orientierung.
In den nördlichen Breiten wird es nicht nur später hell im Winter (Normalzeit), sondern durch die Erdkrümmung ist das Sonnenlicht nicht so „schnell und hell“ wie in südlicheren Breiten.
Deswegen wirkt der Winter schon in der Normalzeit oft dunkler als in südlicheren Gegenden Deutschlands.
Wäre in den nörlichen Breiten von Deutschland dauerhaft die Uhrzeit um eine Stunde vorgestellt, dann trifft es die Menschen in Schleswig-Holstein und angrenzende Gebiete besonders hart in der dunkleren Jahreszeit.

Es wäre schön, wenn die Politiker an die Norddeutschen und auch an alle gesundheitsgefährdeten Personen denken, wenn sie Ihre Entscheidung fällen für die OEZ (MESZ) oder für die gesundheitserhaltende MEZ.
Denn mit häufig kranken und von Unfällen gefährdeten Personen ist auf die Dauer kein Staat zu machen!

people-by_digitalpunks_pixabay_lizenz_cc0

Vierundvierzigster Tag in der Normalzeit – Kommt das Ende der Zeitumstellung wirklich?

Wird in der EU wirklich schon bis April 2019 für jede Nation entschieden sein, mit welcher Zeitzone sie leben wollen?
Und wird die Zeitumstellung dann wirklich abgeschafft?

Es scheint in Europa eher ersten Widerstand dagegen zu geben.

Es benötigt aus Sicht verschiedener Staaten mehr Zeit, um abzuwägen, welche Zeitzone die sinnvollste für das jeweilige Land wäre.

Griechenland wünscht sich sogar die Beibehaltung der Zeitumstellung.

Es scheint in der EU also noch Diskussionsbedarf zu geben.

Liest man die Präferenzen von führenden Politikern wie Herrn Altmeyer, der eine dauerhafte osteuropäische Zeitzone für unser mitteleuropäisches Land gut fände, dann beschleicht mich Sorge.

Tatsächlich würde ich es eher bevorzugen, die Zeitumstellung beizubehalten statt dauerhaft in der falschen Zeitzone am falschen Ort leben zu müssen.

Dann gäbe es wenigstens phasenweise die Möglichkeit für mich als privaten Normalzeitler im zeitlichen Gleichtakt mit meiner Gesellschaft zu leben, was z.B. bei Ladenöffnungszeiten sehr hilfreich ist.

Und natürlich ist es auch ein schöneres Gefühl, mit der Bevölkerung die gleiche Zeit zu haben.

Tatsache bleibt jedoch, daß die Zeitumstellerei mindestens ebenso belastend ist, wie das dauerhafte Leben in der falschen Zeitzone ohne den Ort zu wechseln.

Insbesondere Arbeitnehmer, die keine Wahl haben für ihre Arbeitszeiten und die an Präsenzzeiten gebunden sind, sollten eine Lösung erhalten, die ihnen die Gesundheit erhält.

Die Bundeszentrale für politsche Bildung beschäftigt sich auch mit der Flexibilisierung der Arbeitzeitmodelle in Deutschland.

Sie schreibt u.a. „dass Zeitsouveränität seitens der Beschäftigten auch im betrieblichen Interesse sein kann, wird von Arbeitgeberseite häufig unterschätzt. Mit flexibleren Arbeitszeitmodellen, die auch den Arbeitnehmern Optionsmöglichkeiten hinsichtlich der Dauer und der Lage der Arbeitszeit einräumen, können erhebliche Wettbewerbsvorteile und Produktivitätsgewinne erzielt und kann gleichzeitig den individuellen Interessen der Beschäftigten entsprochen werden.“


stress_mikegi_pixabay_lizenz_cc0

Ich denke, im Rahmen der Diskussion um die Abschaffung der Zeitumstellung und der Entscheidung zur Festlegung der Zeitzone, die für die jeweilige Nation gelten soll, ergibt sich konsequenterweise auch eine Diskussion um flexiblere Arbeitszeitmodelle.

Für den Arbeitnehmer hängt beides unmittelbar zusammen.

Der eine Mensch will früher Feierabend haben, der andere will real nicht noch früher als eh schon aufstehen müssen.

Hier müssten die Lösungen gesucht werden.

Dann könnte ein Sommerzeit-Fan in der Normalzeit einfach etwas früher aufstehen und früher Feierabend machen, damit er länger Sonne hat im Sommer.

Aber deswegen muss nicht gleich die ganze Bevölkerung eine Stunde früher aufstehen.

Insbesondere Frühschicht-Arbeiter sind besonders betroffen davon, wenn sie die despair_geralt_pixabay_lizenz_cc0Uhr eine Stunde vorstellen müssen und noch früher hoch müssen, als eh schon.

Schiesslich besteht unsere Bevölkerung nicht nur aus Gleitzeitlern oder Selbständigen.

Und nicht überall ist vielleicht eine Flexibilisierung möglich, grad in der Produktion.

Hier sollte der Gesundheitschutz Vorrang haben und die Situation der Arbeitnehmer in der Frühschicht nicht noch verschärft werden durch das Leben nach der osteuropäischen Zeit in Deutschland.

Denn nichts anderes ist die songenannte „Sommerzeit“: das Leben nach der osteuropäischen Zeit in einem mitteleuropäischen Land.

Ich hoffe nur, diese Verrücktheit findet bald ein Ende und die Vernunft setzt sich wieder durch bei den Entscheidern.

owl-chraecker_pixabay_lizenz_cc0

Zwölfter Tag in der Normalzeit

Wie so oft seit meiner privaten Zeitnormalisierung bin ich heute früh erwacht und war auch wirklich wach.

Zum Sonnenaufgang hab ich sehr fröhlich mein Frühstück zubereitet und die Radio-Songs mitgesungen.

Danach noch eine Runde draußen gewesen, allein schon wegen der Sonne.

Nun las ich heute, daß die Entscheidung der zukünftig nationalen Zeitzone im Ministerium für Wirtschaft und Energie angesiedelt ist.

Aha…. Hat das nichts mit Gesundheit zu tun?

Wäre das Gesundheits-Ministerium nicht passender gewesen?

Wirtschaftsminister Altmeyer habe sich lt. diesem Artikel dahingehend geäußert, daß er eine Tendenz zur Präferenz für die „Sommerzeit“ habe und berief sich wie so viele auf diese völlig unrepräsentative Bauch-Gefühl-Umfrage der EU.

european-union-1328255_by_GDJ_pixabay_lizenz_cc0

Um zwei Tatsachen noch mal deutlich heraus zu stellen:

1. Die Umfrage war einen Meinungsumfrage zur Umstellung der Zeitumstellung und nicht in welcher Zeitzone wir leben wollen. Es war eine Umfrage und kein Volksentscheid.

Hätte ich es gewollt, hätte ich mich wochenlang mit unterschiedlichen Emailadressen dort anmelden können, da niemand die Echtheit prüfte.

Auf diese Weise hätte ich meine Meinung durchdrücken können.

Noch einfacher wäre es wahrscheinlich mit Bots gewesen, für den, der was davon versteht.

Letzteres würde auch den Ansturm auf die Server am ersten Tag bis mitten in der späten Nacht erklären…

Da ich Urlaub hatte, erlebte ich selbst, daß es Probleme gab weil die Server vom Anstrum in die Kniee gingen nachts.

Menschen ohne Internet oder Email waren grundsätzlich von der Umfrage ausgeschlossen.

Menschen wie z.B. meine ältere Verwandtschaft, die damit gar nicht umgehen können aber ganz klar gegen die Zeitumstellung und die „Sommerzeit“ sind.

2. Die Auswertung der Umfrage ist hier anzusehen:

https://ec.europa.eu/germany/news/20180831-konsultation-sommerzeit_de

Dort wird nur die Auswertung zu den Fragen Pro/Contra Zeitumstellung angezeigt und wie die Teilnehmer sich damit fühlen.

Es wird nicht dargestellt, wieviele Menschen denn nun welche Zeitzone bevorzugen.

Am 01.09.2018 habe ich sehr oft die Nachrichten auf NDR-Info gehört.

Dort wurde am frühen Nachmittag noch davon gesprochen, daß es eine „hauchdünne“ Mehrheit für die Sommerzeit gegeben habe.

Ab 17:00 Uhr hiess dann plötzlich, Juncker sei für die Einführung der Dauer-Sommerzeit….

Von der Nachricht der „hauchdünnen“ Mehrheit wurde nie wieder gesprochen.

Leider gibt es dafür keine Podcasts auf NDR-Info, die ich als Beleg heran ziehen kann.

NDR-Info ist ein seriöser Sender und das mit der hauchdünnen Mehrheit wird schon stimmen.

Auf hauchdünnen Mehrheiten lässt nicht gut bauen….

Die Pressekonferenz der EU-Arbeitsgruppe zur Zeitumstellung gab bekannt, daß sie die Empfehlung der Abschaffung auf Grundlage der Studien der Medizin-Nobepreisträger Roenneberg et al und weiteren Studien begründen.

sun-34983_by_ClkerFreeVectorImages_pixabay_lizenz_cc0Die Studien beschäftigen sich mit dem Biorhythmus der Lebewesen und so auch des Menschen, und daß dieser von Innen her gesteuert wird und vielfach von äußeren Signalen des Sonnenlichts abhängig ist.

Ein wichtiges Fazit, das man aus der Studie schliessen kann, ist daß jede dauerhafte Irritation durch falsche Lichtsignale (Sonnenlichtintensität vs.soziale Zeit, zu viel künstliches Licht etc) zu einer Verschlechterung der Vitalität und der Gesundheit führt.

Die Mitglieder Arbeitsgruppe der Pressekonferenz äußerten mehrmals, daß sie diese Studie sehr wichtig finden und die gesundheitlichen Risiken den Ausschlag gaben, um für die Abschaffung der Zeitumstellung zu votieren.

Damit haben sie auch eine Präferenz zur Normalzeit ausgedrückt.

Die Teilnehmer äußerten diese dann auch noch einmal sehr klar und verständlich in der Pressekonferenz.

Alles ist auf deutsch übersetzt und kann gut verfolgt werden im Video der Pressekonferenz.

Ein interessanter Beitrag kommt dort u.a. aus Frankreich, die Sprecherin teilt mit, daß es keine bedeutsame Freizeitförderung im Freien durch die „Sommerzeit“ gibt, sondern wenn, dann nur an Wochenenden oder in Urlaubszeiten.

Es sei ein Argument der Wirtschaft pro Sommerzeit gewesen, das damit entkräftet sei.

Die Studie, auf der ihr Beitrag beruht, hat sie leider nicht namentlich genannt.

Vielleicht kann man das ja bei ihr erfragen.

Offenbar spukt eine Meinung im Wirtschaftsministerium umher, die Menschen würden in der Dauer-„Sommerzeit“ mehr konsumieren.

winks-2383407_by_5477687_pixabay_lizenz_cc0
Die fanzösische Rednerin hat dem in der EU-Pressekonferenz der EU-Arbeitsgruppe zur Zeitumstellung eine Absage erteilt.

Die Studie liegt den Politikern und Entscheidern sicher vor.

Dennoch lässt Minister Altmeyer Gegenteiliges verlauten.

Gesundheit gegen Konsum?

Würden denn müde und kranke Menschen mehr konsumieren in der Dauer“Sommerzeit“ – glauben die das echt?

Das verwirrt mich – und ich frage mich, was hier nicht im Takt geht.